Konzertbericht: Go Go Berlin

13.05.2014 München, Milla

Go Go BannerIn den letzten zehn Tagen haben GO GO BERLIN Deutschland, die Niederlande und die Schweiz unsicher gemacht und erfreuten auch das deutsche TV-Publikum, unter anderem mit ihrem Auftritt als Schrankband bei Circus HalliGalli und ihrer Performance bei Germany’s Next Top Model. Der vorletzte Halt auf der Tour führt die fünf Dänen in das Milla nach München und es heißt abwarten, ob GO GO BERLIN die Vorschusslorbeeren als Ausnahme-Live-Band bestätigen können.
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Bereits zum eigentlich angekündigten Konzertbeginn ist das Milla ziemlich gut gefüllt, wobei schnell deutlich wird, dass gut fünfzig Prozent des Publikums die Band vermutlich nur aus den erwähnten Fernsehauftritten kennt. Die Zusammensetzung des Publikums ist dementsprechend eine bunte Mischung aus typischen Alternative Rockern und den Leuten, die auf die Frage nach dem Musikgeschmack vermutlich antworten würden „Eigentlich alles.“ Voraussetzungen also, die zunächst nicht auf allzu viel Stimmung für den Abend hinweisen.
Go Go DreiKurz vor 21:30 Uhr ertönt das, bereits von „New Gold“ bekannte, Intro und erstaunlich schnell füllt sich der Platz vor der kleinen, stufenartig aufgebauten Bühne. Bereits als die fünf Jungs die, in der Mitte der Bühne platzierte, Treppe herunterkommen steigt die Stimmung an und die anfänglichen Zweifel sind schnell beseitigt. Eröffnet wird das Set mit „California Mind“, welches das Publikum direkt zum Tanzen einlädt und einen unheimlich positiven Vibe versprüht. Ebenfalls sehr schnell erkennbar ist, dass die Stücke, im Gegensatz zu den Versionen auf der Platte, nochmals an Intensität zulegen und durch längere Gitarrensoli sowie grundlegend verspieltere Melodien an Länge gewinnen. Sänger Christian Vium lässt es sich bereits von der ersten Minute an nicht nehmen, eine ständige Interaktion mit dem Publikum zu forcieren und ruft die Leute entsprechend noch dichter an die Bühne und animiert zum Tanzen, Klatschen und Mitsingen.
Die, nach dem zweiten Song, aufgeworfene Frage „How much Freddie Mercury am I tonight?“ und das damit verbundene erneute Herabkommen der Treppe wird vom Publikum lautstark beklatscht und sorgt für viele lachende Gesichter. Überhaupt sind GO GO BERLIN und speziell Sänger Christian Vium und Gitarrist Mikkel Dyrehave sehr bewegungsfreudig an diesem Abend. Die dargebotenen Tanzeinlagen des Sängers können ohne Probleme mit denen von Mick Jagger mithalten und verdeutlichen, wie viel Freude ihm solche Abende zu bereiten scheinen. Etwas stoisch, jedoch nicht minder begeistert scheint Bassist Emil Rothmann zu sein. Bandgründer und Schlagzeuger Christopher Østergaard legt sich immer wieder so ins Zeug, dass er auch mal aus dem Sitz steigt. Ebenfalls tief in die Musik versunken und sehr bewegt bedient Anders Søndergaard sein Keyboard.
Mit „Make You Mine“ spielen GO GO BERLIN einen von vier neuen Songs, die nicht auf „New Gold“ enthalten sind, die aber erahnen lassen, dass auch das kommende Material der Band vom klassischen Rock inspiriert sein wird. Die anwesenden Gäste kommen bereits in der ersten Hälfte des Sets so sehr in Schwung, dass das es der Band immer leichter fällt mit diesen zu interagieren. „Waste Of Trying“ in der Mitte der Setlist bietet eine willkommene Verschnaufpause für alle, bevor es mit „The Party“ weitergeht. Als dann auch noch ein „Schild“ im Publikum auftaucht, welches mitteilt, dass eine junge Dame Geburtstag hat, wird diese spontan auf die Bühne geholt. Während diese ganz oben auf der Bühne eine formidable Tanz-Performance abliefert, darf sich das Publikum an die Hände nehmen und gemeinsam zur Musik springen. Den Abschluss des Konzerts bilden, nach mehr als einer Stunde, „BAD!“ und „Shoot The Night“, wobei vor allem Letzteres deutlich in die Länge gezogen wird und unter anderem mit Passagen aus „Personal Jesus“ angereichert ist. Insgesamt liegt die Spielzeit der Band am Ende bei gut anderthalb Stunden oder gar mehr, denn aufgrund der Gebanntheit achtet niemand mehr auf die Uhr.
Der einzig negative Punkt des Abends ist die Tatsache, dass sich die Truppe nicht zu einer Zugabe bewegen lässt, wobei die Rufe danach auch erstaunlich schnell verstummen.
Go Go VierInsgesamt liefern GO GO BERLIN, im wahrsten Sinne des Wortes, ein sehr bewegendes Konzert ab, das dank des großartig gestimmten Publikums zu einer echten Feier gewachsen ist und das die fünf Herren aus Aarhus als waschechte Live-Kombo auszeichnet. Die Truppe versteht es, pures Rock’n’Roll-Feeling zu versprühen und dabei eine gesunde Mixtur aus alter Schule und modernem Sound zu finden. Im Herbst wird es für alle deutschen Rockfans einen Nachschlag geben und wer die Chance hat, sollte ein Konzert besuchen. Der Abend im Münchener Milla ist, auch gefördert durch die gute Location, jedenfalls rundum gelungen.

Setlist GO GO BERLIN:
01. Enterlude (Intro)
02. California Mind
03. Gimme Your
04. You You You
05. Make You Mine
06. On The Run
07. Electric Lives
08. Waste Of Trying
09. The Party!!
10. Raise Your Head
11. Outrageous
12. Castles Made Of Sand
13. Darkness
14. BAD!
15. Shoot The Night

Publiziert am von Christoph Ilius

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