Ulver

  • Bergen, Grieghallen (Stream-Show)
  • 20. Mai 2020

Von Black Metal zu Ambient, diese Entwicklung an sich war schon spektakulär – aber nicht das Ende der musikalischen Reise von ULVER. Stattdessen haben die Norweger ihren Stil mit ihrem letzten Album „The Assassination Of Julius Caesar“ nochmals um eine Facette bereichert: der elektronischen Popmusik. Nun zu bestaunen im Stream der diesjährigen Festspillene i Bergen mit einem Auftritt von 2018. 

Die Bergener Festspiele trumpften dieses Jahr mit Einar Selvik auf, dessen Auftritt leibhaftig wohl nur der Kameramann sowie die ihn umgebenden Musiker erlebt haben. ULVER hingegen spielten im Rahmen der Festspiele vor zwei Jahren in der Grieghallen, einem knapp 1.500 Besucher fassenden Konzertsaal in Bergen. Ob die Halle voll gewesen ist, lässt sich nur schwer erahnen, denn das Konzert war weniger beleuchtet als ein Autotunnel. 

Screenshot der Live-Stream-Show, Foto-Credit: Festspillene i Bergen 2018

Weniger ist in dem Fall allerdings mehr: ULVER spielen vor einer überdimensionalen Leinwand, die während des gesamten Sets abstrakte Figuren, Flächen sowie Ornamente zeigt und lediglich in blauen und roten Lasern bestrahlt wird. Davor sind Kristoffer Rygg und das Quintett um ihn herum nur schemenhaft in dieser minimalistisch-modernen Darbietung zu erahnen. 

ULVER geben bei diesem Auftritt einen allumfassenden Einblick in ihr gesamtes musikalisches Schaffen von 2017: Die Setlist besteht aus dem gesamten „The Assassination Of Julius Caesar“-Album sowie der danach veröffentlichten „Sic Transit Gloria Mundi“-EP. Für Fans genau dieser Schaffensphase ein wahr gewordener Traum! 

Screenshot der Live-Stream-Show, Foto-Credit: Festspillene i Bergen 2018

​​​​​​​Screenshot der Live-Stream-Show, Foto-Credit: Festspillene i Bergen 2018

Mit dem groovenden AlbumopenerNemoralia“ beginnen ULVER ein Set, was den Zuschauer mit Rückblick auf die Diskografie nur zu einem Schluss kommen lässt: Die Norweger machen nicht nur einfach verschiedenen Kram, sondern sie können auch verschiedenen Kram. Dennoch liegt der Zauber dieses Auftritts genau darin, dass sich ULVER auf ihre letzten beiden Veröffentlichungen konzentrieren und somit ein in sich geschlossenes, homogenes Set präsentieren.  ​​​

Die starken Augenblicke sind vor allem die Momente, in denen sich die anschwellenden Melodien Bahn brechen („1969“), Rygg die kraftvolle Unterstützung von zwei Background-Sängerinnen erhält („Southern Gothic“) und sich die Norweger in pure Ekstase jammen („So Falls The World“). Ohne den trven Fans zu nahe treten zu wollen: Zum Glück haben sich ULVER vom Black Metal abgewandt. Ansonsten wären feelgood-Nummern wie „Transverberation“ und besonders die gewaltige Singstimme von Rygg („Angelus Novus“) schlichtweg verborgen geblieben. 

Mit dem Franie Goes To Hollywood-Cover “The Power Of Love” beenden ULVER einen Auftritt, der eindrucksvoll den Status Quo der Band hervorhebt und die Neugier auf die neue Veröffentlichung „Flowers Of Evil“ nochmals anheizt.  

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