CD-Review: Anomalie - Integra (EP)

Besetzung

Marrok – Gesang, Gitarre, Bass, Synthesizer, Percussion
Lukas Schlintl – Schlagzeug

Tracklist

01. Rebirth
02. Aurora
03. Temples
04. Deliverance


Längst haben sich ANOMALIE vom „unbekannten Nebenprojekt des Livegitarristen von Harakiri For The Sky“ zu einer festen Größe im Black Metal gemausert: Mit Werken wie dem großartigen „Visions“ (2017), aber auch packenden Live-Shows. Nur ein Jahr nach dem letzten Studialbum erscheint nun eine EP. Darauf: zwar nur vier Songs, aber fast eine halbe Stunde Musik.

„Integra“ lautet der Titel des Werkes, die Reine. Und tatsächlich passt nicht nur das Artwork mit seiner Mischkreatur aus Engel und Schmetterling perfekt zu diesem Begriff. Auch musikalisch präsentieren sich ANOMALIE mitunter fast sakral: Während die Riffs der vier Stücke – verglichen mit dem „Visions“-Material – wieder etwas Black-Metal-lastiger ausfallen, ohne aber die liebgewonnene Eingängigkeit und Melodik missen zu lassen, prägen von den ersten Takten von „Rebirth“ bis zum fulminanten Abschluss von „Deliverance“ Chöre den Gesang.

Im Wechsel mit Marroks tiefen Screams ergibt sich daraus für die teils bis zu neun Minuten langen Stücke eine dichte, bedächtige Atmosphäre. Wenngleich die Frage erlaubt sein muss, ob Chöre (neben Gesichtsmasken) jetzt der nächste Black-Metal-Trend sind, ohne den seit Batushka und Co. keine Band mehr auskommt.

Im Rahmen dieser Kurzveröffentlichung geht das Experiment auf, da die Chöre dem Material eine angenehme Eigenständigkeit und Geschlossenheit verleihen. Ob die Liturgie – im Black Metal ganz allgemein, aber auch bei ANOMALIE im Speziellen – allerdings dauerhaft und ubiquitär die Gesangsform der Wahl sein sollte, sei an dieser Stelle zumindest in Frage gestellt.

Keine Wertung

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