CD-Review: Battle Dagorath - II - Frozen Light Of Eternal Darkness

Besetzung

BSB – Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug
Vinterriket – Keyboard

Tracklist

01. The Great Untuning
02. Death Ov Aeons
03. Asteres Planetai
04. Cast Their Ashes To The North Wind
05. Evoking The Mirrors
06. Fire Born From The Seer’s Light
07. Supernal Realms
08. Ignis Fatuus


Dass Atmospheric Black Metal definitiv kein Genre ist, in dem eingängige Hooklines und leicht verdauliche Strophe-Refrain-Strukturen an der Tagesordnung stehen, sollte wohl jedem, der bereits damit in Berührung gekommen ist, bekannt sein. Dennoch hat man bei „II – Frozen Light Of Eternal Darkness“ das Gefühl, dass BATTLE DAGORATH die Unzugänglichkeit jener Spielart auf die Spitze treiben wollen. Nur ein Jahr nach „I – Dark Dragons Of The Cosmos“ legt das Duo den zweiten Teil seiner spacigen Albumserie nach. Dass die fünfte Platte der Ambient-affinen Black-Metaller mit beinahe 80 Minuten Spielzeit ihre bisher längste ist, verspricht in Verbindung mit dem herrlich mystischen Artwork ein musikalisches Meisterwerk – und damit leider viel zu viel.

So sehr das elegant-okkulte Coverbild zu faszinieren vermag, so wenig schlägt sich diese Einschätzung in die Musik dahinter durch. Nach dem überflüssig erscheinenden Dark-Ambient-Intro „The Great Untuning“ machen BATTLE DAGORATH nämlich genau so unspannend weiter, nur eben von da an größtenteils mit schwarzmetallischen Elementen. In dem undefinierbaren, monotonen und endlos in die Länge gezogenen Gitarrengeschrammel sind kaum Melodien auszumachen und wenn doch einmal eine als solche erkennbare Leadgitarre auftaucht, steckt sie derart tief im verwaschenen Soundgemisch, dass man sie kaum wahrnimmt. Das ist umso bedauerlicher, wenn man sich etwa den verheißungsvollen Schlussteil von „Evoking The Mirrors“ anhört.

Ebenso ergeht es den kratzigen Screams, die aber ohnehin nur von Zeit zu Zeit die Instrumentalisierung ergänzen. Auch an den stürmischen, aber klanglich leider äußerst schwachbrüstigen Drums zeigt sich, wie sehr die Kompositionen von BATTLE DAGORATH unter der dürftigen Produktion leiden. Dabei sind die Arrangements, wie bereits erwähnt, selbst nicht gerade das Gelbe vom Ei. Wenngleich man den Songs eine gewisse Atmosphäre nicht absprechen kann, machen es der Mangel an Abwechslung und Melodie schier unmöglich, sich davon mitreißen zu lassen – geschweige denn, sich etwas davon zu merken.

Ironischerweise zeigen BATTLE DAGORATH gerade im neunzehnminütigen Ungetüm „Cast Their Ashes To The North Wind“ in ein paar Abschnitten, dass sie durchaus dazu in der Lage sind, mit sphärischen Gitarren und sogar gänzlich ohne diese nur mit spacigen Keyboards eine einnehmende Stimmung zu erzeugen. Letztere sind bis auf die kleine, an Lifelover erinnernde Tonfolge in „Fire Born From The Seer’s Light“ jedoch sonst eher unauffällig im Hintergrund und daher auch kein Rettungsring für den in einem Meer aus uninspiriertem, schlecht klingendem Riffing und Drumming ertrinkenden Hörer.

„II – Frozen Light Of Eternal Darkness“ ist leider nicht nur exorbitant lang, sondern vor allem langatmig. Ob nun zähe Black-Metal-Nummern wie „Death Ov Aeons“ oder komplett zu vernachlässigende Dark-Ambient-Experimente wie „Ignis Fatuus“ ist einerlei, durch beide muss man sich gleichermaßen quälen. Selbst bei einer Platte mit Normallänge würden die wenigen ansprechenden Passagen wohl nur bedingt für ein positives Fazit ausreichen, bei einem derart ausgedehnten Full-Length, wie es BATTLE DAGORATH hier kreiert haben, ist das jedoch untragbar. Wer nach ausschweifendem Atmospheric Black Metal mit Weltraum-Ästhetik sucht, ist beispielsweise mit Mare Cognitums „Luminiferous Aether“ weitaus besser beraten.

Bewertung: 4.5 / 10

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