CD-Review: Edguy - Space Police – Defenders Of The Crown

Besetzung

Tobias Sammet – Gesang
Jens Ludwig – Gitarre
Dirk Sauer – Gitarre
Tobias "Eggi" Exxel – Bass
Felix Bohnke – Schlagzeug

Tracklist

01. Sabre & Torch
02. Space Police
03. Defenders Of The Crown
04. Love Tyger
05. The Realms Of Baba Yaga
06. Rock Me Amadeus
07. Do Me Like A Caveman
08. Shadow Eaters
09. Alone In Myself
10. The Eternal Wayfare


EDGUY veröffentlichen nach eigener Aussage mit „Space Police – Defenders Of The Crown“ das „stärkste und härteste Album der Bandgeschichte“. Nachdem die deutsche Melodic-Metal-Institution zuletzt mit dem etwas verkopft-inhomogenen „Age Of The Joker“ bei viele Fans vor allem Ratlosigkeit erzeugt hatte, ist das ein klares Versprechen – können EDGUY es halten?

Der Eindruck ist auch nach häufigem Hören nicht eindeutig. Ja, EDGUY haben die Songstrukturen wieder etwas simpler gestaltet, ja, die Songs klingen mehr nach EDGUY und nicht mehr nach Material, das auch Avantasia hätten veröffentlichen können. Der Klang der Band ist bodenständig, überzeugt mit harten Riffs, präzisem Drumming, einem klar erkennbaren Glam-Einschlag und vor allem einem gereift klingenden Tobias Sammet, der sich auf den Songs an ganz unterschiedliche Klangfarben herantraut. So druckvoll und fast aggressiv wie auf „Sabre & Torch“ hat man ihn lange nicht mehr gehört, wohingegen er auf „Rock Me Amadeus“ und „Love Tyger“ mit gestottertem Gesang neue Akzente setzen kann. Sehr gut!

Auch die für EDGUY so typischen Blödeleien sind auf dem Album wieder enthalten, wie bei „Love Tyger“. Das ist nicht nur ein grauenvoller Songname, sondern auch eine verdammt unterhaltsame, etwas 80er-mäßige Hymne, die sofort ins Ohr geht und dort bleibt. Überhaupt entfaltet das Album in der Mitte seine wahren Stärken. „The Realms Of Baba Yaga“ hat einige tolle Gitarrenpassagen, einen guten Refrain und einen abwechslungsreichen Songaufbau. Das Falco-Cover (!) „Rock Me Amadeus“ gelingt überraschend gut und bekommt durch Sammets Gesang einen eigenständigen Charme. Auch „Do Me Like A Caveman“ (erneut: Was für ein Titel!) überzeugt mit seiner minimalistischen, aber genial-eingängigen Keyboardmelodie im Hintergrund und dem abgedrehten Refrain.

Leider geht es nicht ewig so weiter – und auch nicht so los. Wo „Sabre & Torch“ durch seine Aggressivität noch punkten kann, offenbart sich sowohl an „Space Police“ als auch an „Defenders Of The Crown“ die wesentliche Schwäche des Albums: Den meisten Songs am Anfang und am Ende fehlen die Höhepunkte und die markanten Stellen, die sie im Gedächtnis verankern. Besonders schlimm trifft es die letzten drei Songs von „Space Police – Defenders Of The Crown“, die im Hörerlebnis verschwimmen und von denen wenig in Erinnerung bleibt, vom Refrain von „The Eternal Wayfairer“ mal abgesehen. Wo also sind die Hymnen geblieben, die Ohrwürmer und die Hooklines, die EDGUY früher ausgezeichnet haben? Es wird wohl so sein, dass diese Musik den Jungs inzwischen zu simpel ist und sie anders klingen wollen. Da nicht zuletzt die Verkaufszahlen dennoch stimmen, kann man es EDGUY kaum übel nehmen. Vermissen tut man die Songs im älteren Stil trotzdem.

Das sollte man nicht falsch verstehen: „Space Police – Defenders Of The Crown“ ist ein unterhaltsames Album mit einigen großartigen Songs, gelungener Instrumentalarbeit und gutem Gesang. Nur besonders einprägsam ist es nicht.

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Bewertung: 7 / 10

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