Review Heldmaschine – Lügen

Hervorgegangen aus dem Rammstein-Tribute Völkerball, veröffentlichen HELDMASCHINE nun mit „Lügen“ ihr mittlerweile drittes eigenständiges Album, auf dem die Band mit großer stilistischer Bandbreite überzeugen will und, in Gestalt des Tanzwut-Sängers, sogar den Teufel persönlich als Gast begrüßen darf.

Den Opener „Lügen“ dürften aufmerksame Fans bereits von den letzten Shows der Truppe kennen. Mit einem satten Riff bestückt, ist „Collateral“ ein starker Song, der aber unzweifelhaft die Anfänge der Band offenlegt und verdeutlicht, dass Rammstein nach wie vor der Haupteinfluss von HELDMASCHINE ist. „Schwerelos“ hingegen ist eine schöne Ballade, die sich ebenso wie „Einmal ist Keinmal“ (ebenfalls ein balladesker Track), dem Thema der häuslichen Gewalt widmet. Dieser Diskrepanz zwischen sanfterer Musik und harter Thematik macht das zu einer durchaus interessanten Geschichte, auch wenn man natürlich nicht mit tiefgreifenden Erkenntnissen und Lösungsansätzen zur Problematik rechnen sollte.
„Wir danken euch“ tut genau das, sprich sich an die Fans wenden und diesen Dank für die Unterstützung aussprechen. „Ich will dein Bestes“ hingegen beschäftigt sich mit dem aktuellen Problem der „besorgten Bürger“ und rechnet mit diesen dumpfen Holbirnen ab. Dabei überzeugen die orientalische angehauchten Melodien und der aggressive Gesang im Chorus – definitiv ein Song, der Live richtig abgehen wird.
„Tränenblut“ hingegen kommt ebenso wie „Ein Traum“ nicht über den Status eines Lückenfüllers hinaus, zu belanglos, zu austauschbar die Riffs und Texte. „Maskenschlacht“ wiederum arbeitet sehr stark mit Synthies und dürfte Fans der Band runtergehen wie Öl, andere könnten sich genau daran in Verbindung mit dem Klargesang (inklusive weiblichem Gast) stören, da das Ganze schon arg poppig daherkommt. Mit „Die Zeit ist reif“ und „Der Hammer fällt“ haben HALDMASCHINE noch einmal zwei härtere Nummern am Ende von „Lügen platziert“, was den Gesamteindruck noch einmal positiver stimmt.

Denn eines muss ganz klar festgestellt werden, HELDMASCHINE haben mit „Lügen“ eine Industrial-Album mit tollem Sound eingespielt, dass sich allerdings nur dann vom Berliner Vorbild abheben kann, wenn man verstärkt auf elektronische Elemente setzt und die Gitarren in den Hintergrund verbannt. Gernefans wird dies mit Sicherheit sehr gut gefallen (dann können auf die Wertung auch gut noch ein, zwei Punkte aufgerechnet werden), für nicht Wenige düfte sich dies aber durchaus auch als Dealbreaker erweisen.

Wertung: 6 / 10

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