CD-Review: Kreator - Coma Of Souls

Besetzung

Mille Petrozza – Gesang, Gitarre
Frank Blackfire – Gitarre
Roberto Fioretti – Bass
Ventor – Schlagzeug

Tracklist

01. When The Sun Burns Red
02. Coma Of Souls
03. People Of The Lie
04. World Beyond
05. Terror Zone
06. Agents of Brutality
07. Material World Paranoia
08. Twisted Urges
09. Hidden Dictator
10. Mental Slavery


Wenn man einen Klassiker deutschen Thrash Metals sucht, ist man bei KREATOR gewiss nicht an der falschen Adresse – hat die 1984 gegründete Band doch so manches Album veröffentlicht, welches aus heutiger Sicht als „legendär“ zu bezeichnen ist… allen voran und wohl nicht zuletzt des kultigen Artworks wegen „Coma Of Souls“.

Was mit einem fast schon besinnlichen Clean-Gitarren-Intro beginnt, entpuppt sich rasch als wahres Hitfeuerwerk: Bereits der Opener „When The Sun Bourns Red“ zählt zu den absoluten Klassikern der Band, vom darauf folgenden Titeltrack sowie „People Of The Lie“ gar nicht erst zu reden.
Beeindruckend ist dabei der Fortschritt, den die Band seit dem nur ein Jahr vorher (1989) veröffentlichten Album „Extreme Aggression“ gemacht hat: Nicht nur der Sound ist hier eine ganz andere Hausnummer, auch die Songs weisen eine bislang ungekannte Komplexität auf: Neben den Gitarrensoli, welche hier eine nochmals deutlich tragendere Rolle einnehmen als dies im Sound von KREATOR bis dahin sowieso schon der Fall war, sind es vor allem die kunstvoll arrangierten Riffs, die KREATOR von der oft eher stumpf agierenden „Konkurrenz“ (Sodom, Tankard, Destruction) abhebt und den Ruf als anspruchsvollste der deutschen Thrash-Bands begründet.
Aus heutiger Sicht faszinierend ist dabei vor allem, dass auch KREATOR selbst sich rückblickend so wohl am besten gefallen haben – denn allen auf „Coma Of Souls“ folgenden Experimenten wie „Renewal“, „Cause For Conflict“, „Outcast“ oder „Endorama“ zum Trotz kehrten die Essener doch mit „Violent Revolution“ genau zu diesem technisch anspruchsvollen Thrash Metal zurück. und praktizieren diesen unter dem damals zum ersten Mal verwendeten KREATOR-Schädel-Wappen) bis zum heutigen Tage.

Auch wenn „Coma Of Souls“ nach hinten hin leider etwas abflacht, was aber eher an einer ungünstigen Verteilung der Hits denn einem Mangel ebensolcher liegt, ist das Werk ein Meilenstein deutscher Thrash-Metal-Kunst und sollte in keiner anständigen Metal-Sammlung fehlen. In für die damalige Zeit wirklich beispielloser Manier und Soundqualität stellen Mille und Co. hier eindrucksvoll klar, was man sich unter deutschem Thrash Metal vorzustellen hat.

Bewertung: 9.5 / 10

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