CD-Review: Morbid Angel - Heretic

Besetzung

Steve Tucker - Gesang, Bass
Trey Azagthoth - Gitarre, Synthesizer
Pete Sandoval - Schlagzeug, Piano, Keyboard

Tracklist

01. Cleansed In Pestilence (Blade Of Elohim)
02. Enshrined By Grace
03. Beneath The Hollow
04. Curse The Flesh
05. Praise The Strength
06. Stricken Arise
07. Place Of Many Deaths
08. Abyssous
09. God Of Our Own Divinity
10. Within Thy Enemy
11. Memories Of The Past
12. Victorious March Of Rain The Conqueror
13. Drum Check
14. Born Again


Das 2003er Album „Heretic“ der Death Metal Urgesteine MORBID ANGEL ist äußerst umstritten und schon im Opener „Cleansed in Pestilence (Blade of Elohim)“ fällt einem der ausgesprochen schwache Sound auf. Der Gesang ist an sich gut, klingt aber aufgrund der drucklosen, oberflächlichen Produktion etwas lasch. Auch die Gitarren, die doch einige gute Riffs hervorzaubern, werden durch die Produktion stark geschwächt. So lässt sich über die Produktion zusammenfasend sagen: Sie ist wenig kraftvoll, vermittelt keine „Vibration“ und lässt ausgesprochen wenig Death Metal Feeling aufkommen.

Nun sollten wir aber die musikalische Seite dieses Albums betrachten, die ja schließlich das wichtigste an der Musik ist. Der Opener, von dem ich vorhin bereits sprach, ist nicht schlecht, aber auch keine Glanzleistung. Was einem hier schon ausgesprochen negativ auffällt ist das hölzenerne Schlagzeugspiel von Pete Sandoval. Er hält zwar konstant den Rhytmus und macht seine Sache nicht schlecht. Aber von einem guten Death Metal Album erwartet man doch eigentlich ein schmetterndes, kraftvolles und dynamisches Schlagzeugspiel mit vielen interessanten Finessen und Tempowechseln, die gut ins Ohr gehen.
Was man hier aber geboten kriegt ist, um es ehrlich zu sagen, echt erbärmlich. Bei einer total unbekannten Underground-Band, die ihre ersten Death Metal-Gehversuche macht würde ich verständnisvoll darüber hinwegsehen. Aber nicht bei Legenden wie MORBID ANGEL.
Die Riffs gehen gut ins Ohr, die wenigen Soli sind eigentlich auch ganz überzeugend. Aber den Song, der einen im wahrsten Sinne des Wortes umhaut, sucht man vergebens.

Und erst jetzt erst kommen wir zum eigentlichen Kritikpunkt: Die Belanglosigkeit der gesamten CD. Hier ist nichts, was neu, innovativ oder ergreifend ist. Aber um das ganze noch zu konkretisieren: Die Songs sind einfach unsinnig. Die Tracks 1-3 sind unterhaltsame, aber keineswegs besondere Death Metal Songs. Track 4, namentlich „Curse the Flesh“ hat einen interessanten Refrain, weshalb man ihn ein wenig herausheben kann. Danach versinkt man vollkommen im Sumpf reinster Belanglosigkeit. Was jetzt folgt, sind Tracks, die nur aus Soli und/oder Keyboardgeklimper bestehen. Und das schlimmste: Sie klingen einfach furchtbar ätzend. Bis auf „God of our own Divinity“ kriegt man ab dem siebten Lied nur noch Scheiße serviert. Und spätestens hier, an diesem Punkt, müsste man verständnislos den Kopf schütteln und sich folgendes fragen: „Sind das hier wirklich Death Metal Urgesteine? Das ist doch der reinste Mist!“. Wohl war, es ist der reinste Mist. Und es ist tragisch, dass eine Band, die einst so große Songs schrieb nun solchen Müll produziert und glaubt, damit einen ernsthaften Musikliebhaber erreichen zu können.

Fazit: „Heretic“ ist ein belangloses, geistloses, ätzendes und zur Krönung all dessen auch noch fast 70 Minuten langes Album. Für solch uninspirierten Stoff, der derart lustlos heruntergespielt wird kann man bei einer Band wie MORBID ANGEL wenig Verständnis aufbringen.

Bewertung: 3.5 / 10

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