Review Nordjevel – Fenriir (EP)

  • Label: Indie
  • Veröffentlicht: 2021
  • Spielart: Black Metal

Ihr selbstbetiteltes Debüt (2016) verschaffte den Norwegern NORDJEVEL einige Aufmerksamkeit – und das völlig zu Recht. Dass vom ursprünglichen Trio Doedsadmiral (Gesang), Nord (Bass/Gitarre) und F. Widigs (Schlagzeug) schon auf dem zweiten Album „Necrogenesis“ (2019) nur noch der Sänger übrig war, wirkte sich leider nicht eben positiv auf dessen Qualität aus – wenngleich der Doedsadmiral die Reihen mit drei prominenten „Ds“ schließen konnte: DezeptiCunt (Bass, ex-Ragnarok), Destructhor (Gitarre, ex-Zyklon und ex-Morbid Angel) und Dominator (Schlagzeug, ehemals ex-Dark Funeral).

Nachdem die 2019er-Split mit den ebenfalls aufstrebenden Avslut lediglich die im alten Lineup veröffentlichte Krigsmakt-EP (2017) enthielt, gilt es nun also, sich zu beweisen: Können NORDJEVEL ohne Nord mehr, als sie auf dem mittelprächtigen „Necrogenesis“ zu zeigen im Stande waren? „Fenriir“ lässt das zumindest erahnen, wenngleich die EP mit drei neuen Songs, einem Cover und einer Live-Aufnahme natürlich nur begrenzt aussageakräftig ist.

Über jeden Zweifel erhaben ist jedenfalls das Drumming von Dominator alias Nils Åke Fjellström: Dessen Leistung steht der seines schwedischen Landsmanns F. Widings auf dem Debüt in absolut nichts nach und beeindruckt (wie ehedem bei Dark Funeral) auch auf dieser EP durch schier atemberaubende Geschwindigkeit und Präzision – und das ab der ersten Minute beziehungsweise dem titelgebenden Opener. Mit einem Mix aus fast pathetischem Midtempo (erinnert an Thyrfing) und melodischer Raserei (erinnert an Dark Funeral) weiß der Track auch sonst zu begeistern.

Noch immer nicht so ganz rund ist leider der Sound: Zwar scheinen NORDJEVEL beim Mix den Mitten- und Bass-Regler diesmal gefunden zu haben, sodass „Fenriir“ nicht mehr ganz so klatzig und flach (bis auf das Schlagzeug) auch nicht mehr ganz so steril klingt wie beide Full-Length-Releases. Wie um die früheren Fehler zu kompensieren, wurden beide Regler diesmal allerdings arg weit aufgerissen: Der Bass dröhnt nun unangenehm. Irgendwie unnötig, aber verkraftbar.

Im kompakten „Gnawing The Bones“ (3:50 Minuten), das als einziges Stück der EP auch auf dem kommenden Album zu finden sein wird, geht es merklich rabiater zu, wohingegen „Rovyr“ trotz hohem Tempo eher lässig daherkommt. Dazu passt die schwarzmetallen eingenordete Interpretation von „Fallen Angel“ (im Original rotziger und von Possessed) erstaunlich gut. Ob sich NORDJEVEL mit der Live-Version von „Det Rog Or Ror“ als Abschluss einen Gefallen getan haben, ist hingegen fraglich – führt einem der auf dem Brutal Assault 2019 mitgeschnittene „Nordjevel“-Hits dann schlussendlich doch (in bemerkenswert gutem Sound) vor Augen, dass NORDJEVEL nach wie vor nie stärker waren als zu Debüt-Zeiten.

Wer NORDJEVEL nach den radikalen Besetzungswechseln und dem eher durchschnittlichen zweiten Album abgeschrieben hatte, sollte den Norwegern noch eine Chance geben: „Fenriir“ ist eine gelungene EP, auf der sich NORDJEVEL vielseitig und kompositorisch wieder interessanter präsentieren als auf „Necrogenesis“. Davon gerne mehr!

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