CD-Review: Sodom - The Final Sign of Evil

Besetzung

Thomas "Angelripper" Such - Gesang, Bass
Grave Violator - Gitarre
Chris Witchhunter - Schlagzeug

Tracklist

01. The Sin of Sodom
02. Blasphemer
03. Bloody Corpse
04. Witching Metal
05. Sons of Hell
06. Burst command til War
07. Where Angels die
08. Sepulchral Voice
09. Hatred of the Gods
10. Ashes to Ashes
11. Outbreak of Evil
12. Defloration


Die Thrash-Urgesteine von SODOM haben in ihrer Karriere viel erreicht. Erst kürzlich feierte man etwa das 25-jährige Bühnenjubliläum. Mit „The Final Sign Of Evil“ kann das Trio nun einen weiteren Erfolg für sich verbuchen: Das Album hat nämlich nur mickrige 23 Jahre Verspätung bei seiner Veröffentlichung. Alle Songs wurden bereits damals geschrieben, dennoch schaffte es die Band durch Unstimmigkeiten mit ihrem Label nicht, das Album als solches zu produzieren. Als Kompromiss sprach man SODOM fünf Songs zu und veröffentlichte die EP „In The Sign Of Evil“. Somit trägt das Album seinen Namen zu Recht, ist es nun doch noch nach so langer Zeit vollendet worden.

Wie man es bei SODOM gewohnt ist, ergänzt sich das Cover gut mit den dargebotenen Stücken. Schon beim Opener „Sin Of Sodom“ hört man zu Beginn düster-dreckige Vocals, die den Eindruck vermitteln, der auf dem Cover abgebildete Henker stünde im tiefsten Verlies neben einem, um seiner blutigen Tätigkeit nachzugehen. Um eins gleich vorweg zu nehmen: SODOM haben sich bei der Produktion von „The Final Sign Of Evil“ etwas Besonderes einfallen lassen. Nicht nur, dass man die damaligen Bandmitglieder extra für die Aufnahmen engagiert hat, auch die Produktion als solches klingt ein wenig in die Jahre gekommen. Man hat bewusst darauf verzichtet, kleinere Spielfehler zu korrigieren, was z. B. bei „Bloody Corpse“ auffällt und das Ganze sympathisch wirken lässt.

Generell sollte man hier keine großen Quantensprünge erwarten. Alle Songs wurden, wie erwähnt, in den Achtzigern geschrieben, und so klingt das ganze Paket auch. Schnell, düster, kompromisslos und ohne umständliches Gefrickel. Wirkliche Ausfälle gibt es keine zu verzeichnen, wenn man sich denn mit dem Stil als solchen anfreunden kann. Die Stücke bauen sich meist gleich auf: Nach einem ruhigen Aufbau fliegen auch im dunkelsten Kerker die Fetzen.
Durch Onkel Toms Gesang hat man als Hörer durchgehend das Gefühl, der Teufel würde hier seine lyrischen Ergüsse zum Besten geben, und wenn dann noch flott das Tanzbein geschwungen werden kann, schlägt das Metalherz höher.
Besonders gelungen ist das Ganze bei „Sepulchral Voice“. Ein Song, der das angesprochene Tempo in feinster Manier aufnimmt, um es wieder zu senken, kombiniert mit knackigem Schlagzeugspiel. „Outbreak Of Evil“ versteht es zusätzlich seinen Titel in musikalische Form umzusetzen. Klopft es am Anfang mehrfach gegen eine Eisentür, bricht diese auf und das Böse fällt im Uptempo über den Hörer her. Ob sich 23 Jahre warten nun gelohnt haben? SODOM-Fans werden und können hier beruhigt zuschlagen, ohne sich Gedanken über einen Fehlkauf machen zu müssen. Alle, die sonst mit Vorliebe musikalische Zeitreisen unternehmen und damit leben können, dass eine CD nicht in High-Definition-Digital-Dolby-Quadro-Pro-Logic-Surround produziert ist, sollten „The Final Sign Of Evil“ ihr Ohr schenken.

Bewertung: 8 / 10

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