CD-Review: The Casualties - Written In Blood

Besetzung

David Rodriguez – Gesang
Jake Kolatis – Gitarre
Rick Lopez – Bass
Marc „Meggers“ Egger – Schlagzeug

Tracklist

01. 1312
02. Fucking Hate You
03. Ashes Of My Enemies
04. Demolition
05. Guard Dogs
06. Written In Blood
07. Feed Off Fear
08. Final Expense
09. So Much Hate
10. Ya Basta
11. All Out War
12. Smash
13. Lost
14. What I Want
15. Borders


Als Jorge Herrera seinen 2017 seinen Ausstieg bei THE CASUALTIES verkündete, war das kaum weniger als ein Paukenschlag in der Punk-Welt. Schließlich war Herrera das einzige verbliebene Gründungsmitglied der 1990 gegründeten Streetpunk-Instanz. Nun, anderthalb Jahre später, erscheint mit „Written In Blood“ also das erste Album der CASUALTIES, auf dem man nicht den sympathischen Ecuadorianer singen hört.

An seine Stelle ist mit dem „Texikaner“ David Rodriguez erneut ein Fronter mit lateinamerikanischen Wurzeln getreten. Das hat direkte Auswirkungen auf „Written In Blood“: So wechselt Rodrigues immer wieder ins Spanische und verleiht dem Album damit einen eigenen Flair. Ungewohnt ist auch die Attitüde des Albums: Der Albumtitel, das Artwork und die Tatsache, dass THE CASUALTIES nun in Amerika mit Goatwhore auf „Metal Alliance Tour“ gehen, untermauern den Eindruck, dass THE CASUALTIES sich mit „Written In Blood“ etwas mehr in Richtung Metal orientieren.

Ansonsten geben sich THE CASUALTIES aber auch 2018 noch unverkennbar als Punks zu erkennen: Gleich der Opener, „1312“, greift mit der numerischen Variante des Akronyms ACAB („all cops are bastards“) ein zentrales Genremotiv auf, und auch der Rest der Songs ist von Politik und linken Statements geprägt. Musikalisch bleibt – zum Glück! – ebenfalls alles mehr oder minder beim Alten: Zwar klingt der Gesang etwas weniger kratzig, von der Stimme her ist Rodrigues Herrera jedoch überraschend ähnlich. Und auch stilistisch sind die 15 Songs, die THE CASUALTIES gewohnt sportlich in nur 34 Minuten untergebracht haben, nach wie vor unverkennbar punkig: Brachialer Hardcore trifft auf eingängigen Streetpunk, simples Power-Chord-Riffing auf straighte Songstrukturen. Und zu alledem gesellen sich die für THE CASUALTIES charakteristischen Mitgröl-Chöre. Wenngleich diese in Ohrwürmern wie „So Much Hate“ aufgrund ihrer Eingängigkeit fast schon lästig sind.

Nicht nur mit dem Brecher „Ya Basta“ zeigen THE CASUALTIES auf ihrem zehnten Album, dass es zwar schade, aber auch verkraftbar ist, dass Wattie und seine The Exploited wohl kein Album mehr zustande bringen werden. Zumindest, solange THE CASUALTIES auf diesem Level weitermachen. Dass die Band Herreras Ausstieg so gut verwunden hat und Rodriguez mit „Written In Blood“ einen so gelungene Einstand feiern kann, darf dahingehend ohne Frage als positives Zeichen gewertet werden.

Bewertung: 8 / 10

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