Review Orbit Culture – Death Above Life (2CD Deluxe-Editon)

  • Label: Century Media
  • Veröffentlicht: 2026
  • Spielart: Groove Metal

Wenig schreit so laut „Abzocke“ wie Special-Editions von Alben, die kurz nach dem Original-Release erscheinen – also dann, wenn wirklich alle Fans das Album bereits gekauft haben. Eine andere stichhaltige Erklärung, als dass die sprichwörtliche Kuh gemolken werden soll, gibt es für diese Strategie nämlich nicht: Sämtliches Bonusmaterial lag natürlich auch schon zum Releasetermin vor, nichts hätte also gegen eine parallel zur Standardversion veröffentlichte Deluxe-Edition gesprochen. Dass nun auch ORBIT CULTURE (bzw. ihr Label Century Media) diese Karte spielen und zum 1. Geburtstag von „Death Above Life“ eine Deluxe-Edition auf den Markt bringen, hat einen faden Beigeschmack – gerade weil diese so attraktiv ist.

Neben dem Album, wie es initial veröffentlicht wurde, bietet das schicke „Ltd. 2 CD Mediabook“ vier Bonustracks, ein 40-seitiges Booklet sowie ein alternatives Coverartwork. Die Lösung, die vier zusätzlichen Songs auf eine eigene CD zu packen, statt das Album um einen Wurmfortsatz an Bonusmaterial zu erweitern, ist charmant – hat diese so doch fast EP‑Charakter. Und als solche kann sie sich auch wirklich hören lassen.

„Nuclear God“, bekannt von der Japan-Edition des Albums, ist an roher Härte kaum zu überbieten. Im bislang unbekannten und mit 7:44 Minuten ungewohnt langen „Spiral Head“ zeigen sich ORBIT CULTURE dafür von ihrer melodischen Seite: Hier begeistern die Schweden nicht nur mit einem bandtypisch eingängigen Refrain, sondern auch mit einem tollen Arrangement, das neben schmissigen Riffs auch einen gefühlvollen Cleangitarren-Part aufweist. Mit nur 3:53 Minuten ist „The Form Not Meant To Be“ dagegen der kürzeste Song aus dem Albumzyklus – gerade darum aber auch einer der kurzweiligsten, vereint er doch Härte und Melodik auf engstem Raum. Und dann ist da noch die alternative Version des Album-Closers „The Path I Walk“: Von der amerikanischen Cellistin und Komponistin Tina Guo mehr als gelungen um eine Dimension erweitert, klingt die schon von Grund auf emotionale Ballade nun noch gefühlvoller. Chapeau!

Und wenn wir schon beim Den-Hut-Ziehen sind: Gratulation an das Sales-Strategy-Team von Century Media. Denn Fans von ORBIT CULTURE wollen diese Bonustracks im schönen Packing natürlich in ihrer Sammlung haben. Als Special-Edition zum Albumrelease wäre diese Fassung darum ein wirklich attraktives Angebot gewesen. Das Bonusmaterial ein Jahr vorzuhalten, um die Fans dann zum Doppelkauf zu nötigen, ist allerdings eine schäbige Taktik, die eigentlich nicht belohnt gehört. Auch wenn diese erweiterte Version ihr Geld wirklich wert ist.

>> Ein ausführliches Review zu „Death Above Life“ findet ihr hier:

Orbit Culture – Death Above Life

Keine Wertung

Moritz Grütz

Publiziert am von

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