Review Gamma Ray – Blast From The Past

“Hello everybody out there, so here it is, the first Gamma Ray Best Of Album (BOA ey!)”

So beginnt Frontmann und Mastermind Kai Hansen (Vocals, Guitars, Lyrics, Produktion) die Einleitung im Booklet. Das ist übrigens mit seinen 28 Seiten und etlichen Fotos aus der Geschichte der Band schon ein absoluter Hingucker, ebenso wie das aufwendige und wunderschön designte Digipack. 10 Jahre und 6 Alben nach Bandgründung jetzt also das erste Best Of Album. Aber es ist nicht einfach nur eine Zusammenstellung, von alten Songs die auf eine neue Scheibe gepresst wurden. So einfach machten es sich Hansen, Henjo Richter (Guitars, Keyboards), Dirk Schlächter (Bass) und Daniel Zimmermann (Drums) nicht. Die 10 Songs auf der ersten CD wurde allesamt komplett neu aufgenommen, von der zweiten CD ist das bei den Tracks 1 bis 3 der Fall. Dazu gibt es einen Bonustrack und 6 remasterte Titel. Und das war ein richtig guter Schritt, wenn man doch bedenkt, dass bei fast jedem neuen Album etwas an der Besetzung geändert wurde, und erst seit den letzten 2 Alben die Truppe ohne Änderungen besteht, unter anderem singt Kai Hansen eben erst seit „Land Of The Free“ selbst, und hat damit Ralf Scheepers abgelöst, wobei sich hier schon deutliche Unterschiede bei der Stimme ausmachen lassen. Damit auch eine möglichst gute Auswahl an Songs zusammenkommt, was wäre da besser geeignet, als die eigenen Fans wählen zu lassen. Diese hatten nämlich die Möglichkeit, über den Fan Club von jedem Album die besten zu wählen, wovon jeweils 3 neu eingespielt wurden.

Nun gut, man kann ja viel labern, aber umsetzen muss man es ja schließlich auch erst mal. Und das hat Gamma Ray exzellent gelöst. Man hat aus Fehlern gelernt, so wurden Fehler und Upfucks bei den älteren Produktionen ausgemerzt, dazu klingt der Sound kraftvoller und hat durch das starke, hervorstechende Drumming viel mehr Power. Allein schon die 15-minütige Hymne „Heading For Tomorrow“ macht hieraus eine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Starke Chöre, akustische Gitarren mit Vogelgezwitscher im Hintergrund, eine wunderbar eingängige Melodie, dass schon erwähnte ausgezeichnete und harte Drumspiel, wirklich brillante Leads und Soli von Kai Hansen… Dazu mehrfacher Rhythmuswechsel, teils langsam und ruhig mit vor allem dann grandioser Bassuntermalung, teils hämmernd und mit extrem groovigen Gitarren ausgestattete Passagen. Einfach göttlich gut.

Die neu aufgenommenen Songs klingen durchgehend besser als die Originale, Hansen passt stimmlich auch besser zur Band (was natürlich auch Geschmackssache sein kann). Eingängige Refrains wie bei „Heaven Can Wait“, straighte und harte Midtempo-Nummern wie „One With The World“, das sich stetig steigernde und immer schneller und härter werdende „Dream Healer“, astreine Spednummern wie „Tribute To The Past“ und auch das bombastische „Heal Me“, mit hochklassigen und hämmernden, teilweise auch schnellen Passagen und auch langsamen Abschnitten sind eine starke Leistung. Und das war Disk 1…

Die zweite CD beginnt mit dem nach „Heading For Tomorrow“ wohl stärkstem Song hier. Die wieder mal exzellenten Drums verleihen dem Song eine ungeahnte Härte, das Zusammenspiel zwischen Bass und Gitarre macht einen wunderbaren Rhythmus und Melodie. Kai Hansen gibt mit seiner vielleicht besten Leistung am Mikrophon überhaupt den Rest – hier sollte ein Funkeln in den Augen jedes Gamma Ray-Fans aufblitzen, wenn nicht gar bei jedem, der sich halbwegs als Speed Metal Fan bezeichnen würde. „Man On A Mission“ fährt den wohl schnellsten Ferrari dieser Compilation, „Land Of The Free“ schließt aber ganz dicht auf. Zu den ersten 13 Tracks gesellt sich der Bonustrack „The Silence“ als einziger wirklich neuer Song. Eine wunderschöne Halbballade, bei der Kai Hansen wieder eine wahre Glanzleistung zeigt, und seine Stimme in nie geahnte Höhenbereiche zwingt. Hier kommt wahrlich Gänsehautstimmung auf und ein perfekter „Feuerzeug-in-die-Luft-halt“-Song. Trotz der schon phantastischen ersten CD muss man sagen – die wirklichen Hammer befinden sich auf CD 2, dem Teil der Remastered-Tracks. „Beyond The Black Hole“ ist eine klasse Speednummer mit einem ohrwurmigen Refrain.

Aber was soll ich hier noch viel schreiben… Ich finde hier keine Mängel, ich finde einfach nichts, dass einen Gamma Ray, einen Speed Metal Fan enttäuschen würde. Alle 20 Nummern können auf ihre Weise überzeugen, alles hört sich kraftvoller und einfach besser an als die Originale. (sowohl neu aufgenommen als auch remastered). Es sollte das ultimative Ding werden – und das wurde es auch. Hervorstechend sind hier neben Kais Stimme vor allem die wirklich bombastisch knallenden Drums, die hier massig Härte mit reinbringen. Gitarren und Bass können auch auf ganzer Linie überzeugen. Viele eingängige Melodien, schöne Effekte, ohrwurmgefährdete Refrains, glanzvoll eingesetzte Chöre und Backing Vocals… Einfach gut. Lediglich die Wahl der Themen und Texte könnte man bemängeln, da könnte man mehr draus machen, aber seis drum. Gesonderte Anspieltipps wären hier auch einfach überflüssig, da wirklich alles stimmt und es keinen Durchhänger gibt, wie es sich für eine anständige Best Of gehört – Eine außergewöhnliche Zusammenstellung, nicht nur vom Konzept, sondern auch spielerisch sehr überzeugend, mit einer brillanten Produktion. Sollte in keiner anständigen Metal-Sammlung fehlen! Auch perfekt, um Gamma Ray kennen zu lernen, oder sich in das Speed Metal Genre eingewöhnen will.

„I think I said enough, enjoy the „Best Gamma Ray Album Ever“ and have a joyful metalennium! Cheerz…”

Keine Wertung

Geschrieben am 31. März 2013 von Metal1.info

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