CD-Review: Bury Tomorrow - Runes

Besetzung

Daniel Winter Bates – Gesang, Bass
Jason Cameron – Gesang, Gitarre
Kristan Dawson – Gitarre
Adam Jackson – Schlagzeug

Tracklist

01. Man On Fire
02. Shadow, A Creator
03. The Torch
04. Watcher
05. Our Gift
06. Darker Water
07. Another Journey
08. Under The Sun
09. Year Of The Harvest
10. Garden Of Thorns
11. Divine Breath
12. Of Glory
13. Last Of The Ice


Metalcore ist schon ein seltsames Phänomen. Nach einem rasanten Aufstieg Anfang bis Mitte der 2000er Jahre wurde der Begriff schnell zum Schimpfwort. Zu viele Bands spielten die Musik der Vorreiter wie Killswitch Engaged, ohne etwas Eigenes hinzuzufügen. Zehn Jahre später befindet sich der Metalcore wieder im Aufschwung, denn Bands wie While She Sleeps und BURY TOMORROW verpassen der alten Formel ihren eigenen Stempel. Letztere legen nun mit „Runes“ ihr drittes Album vor.

Bereits mit ihrem 2012er Album „Union Of Crowns“ konnten BURY TOMORROW für einiges Aufsehen sorgen und tourten im Anschluss u.a. mit Neaera. Allerdings enthielt die Platte neben vielen guten Songs auch noch einiges an Füllmaterial, was den Gesamteindruck etwas trübte.
Zwei Jahre später hat sich das geändert, „Runes“ knallt ohne Ende, der Sound ist (noch) knackiger, der Wechsel zwischen Screams und Klargesang wirkt organischer und auch in puncto Intensität und Eingängigkeit haben die Briten noch ein paar Schippen draufgelegt.

Natürlich haben BURY TOMORROW weder sich noch den Metalcore neu erfunden, aber was die Truppe hier bietet, ist schon aller Ehren wert und überzeugt durch Authentizität und starkes Songwriting.
So zeigen bereits der Opener „Man On Fire“ und das folgende „Shadow, A Creator“ alle Trademarks der Band: Dicke Riffs, starker Klargesang und Hooks, die sofort ins Ohr gehen und sich dort festsetzen. „Watcher“ hingegen verdeutlicht, dass BURY TOMORROW auch technisch richtig was drauf haben (hier darf besonders der neue Gitarrist Kristan Dawson sein Können zeigen), „Year Of The Harvest“ überrascht mit amtlichem Melodic-Death-Metal-Riffing und „Another Journey“ bringt das Kunststück fertig, letztlich ein Schema-F-Metalcoe-Song zu sein und trotzdem unheimlich viel Druck zu entfalten und den Hörer mitzureißen.

Sicher haben auch BURY TOMORROW damit zu kämpfen, dass Metalcoe-Songs im allgemeinen stilistisch meist eng beieinander sind, aber die Dichte der starken Tracks macht diesem Umstand auf „Runes“ mehr als wett. Vielleicht nicht so hart wie sein Vorgänger, überzeugt das Album mit energiegeladener Geradlinigkeit und etabliert BURY TOMORROW als eine der Metalcore-Bands, an denen in Zukunft kein Weg vorbei führen wird.

Bewertung: 8 / 10

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