CD-Review: Enchant - Live At Last

Besetzung

Ted Leonard – Gesang, Gitarre
Doug Ott – Gitarre, Background-Gesang
Ed Platt – Bass
Sean Flanegan – Schlagzeug
Bill Jenkins – Keyboards

Tracklist

CD 1:
01. Mae Dae
02. At Death's Door
03. Sinking Sand
04. Under Fire
05. Broken Wave
06. Blindsided
07. Acquaintance
08. Monday
09. Progtology
10.The Thirst
11.Paint The Picture

CD 2:
01. Under The Sun
02. What To Say
03. My Enemy
04. Follow The Sun
05. Break
06. Seeds Of Hate
07. Comatose
08. Black Eyes & Broken Glass (acoustic)
09. Colors Fade (acoustic)
10.Pure
11.Below Zero
12.Oasis


Wo andere Progressive Rock-Bands nach fast jedem Album eine ausgedehnte Tour machen und oftmals auch jedesmal mit einem neuen Livealbum im Gepäck wiederkommen (z.B. Spock’s Beard mit etlichen offiziellen und „fanclub-only“ Mitschnitten), warten andere Gruppen jahrelang auf die Möglichkeit, ihre Musik „on the road“ präsentieren zu können. Enchant gehören leider zu den letzteren. In ihrer mittlerweile über zehnjährigen Geschichte haben sie es nie zum Hauptact geschafft, waren aber mit so namhaften Bands wie Marillion, Dream Theater & Spock’s Beard auf Tour. Für einen Abend aber wurde der Traum von Band und Fans Wirklichkeit: Mitte März 2004 zeichnet die Band ein 2 ½ stündiges Konzert vor ihrer heimischen Kulisse in Oakland auf – für ein späteres CD & DVD-Release.

Mich haben die Jungs bereits 2003 zusammen mit Spock’s Beard mehr als nur zufriedengestellt – ihre Mischung aus kernigem Rock, Neoprog-Keyboards, schönen Gitarrensoli und tiefgründigen Lyrics irgendwo zwischen Rush, Marillion und Saga stellt praktisch – wenn gekonnt präsentiert – den Garant für einen gelungenen Konzertabend für jeden Progrocker da!

Und so findet sich auch auf „Live At Last“ ein abendfüllendes Programm, voller Highlights aus den sieben bisherigen Studioalben: Der unglaublich nach vorn treibende Rocker „Sinking Sand“ vom neusten Album „Tug Of War“ zum Beispiel, der gegenüber der Studioversion sogar noch an Druck gewinnt. Oder die wundervollen Balladen „What To Say“ und „Comatose“, die die lyrische Brillanz sowie den unglaublich einfühlsam-intensiven, aber zugleich rauen Gesang von Ted Leonard optimal zur Geltung bringen (hier und da erinnert er an Steve Walsh von Kansas). Diese Liste lässt sich praktisch unbegrenzt erweitern…

Auffällig ist, dass die hier vorliegenden 23 Tracks für ein Livealbum erstaunlich gut klingen – klar, ausgeglichen, druckvoll und alle Frequenzbereiche voll ausnutzend präsentiert sich der Sound. Besonders hervorgehoben werde muss die Abmischung des gelegentlich verwendeten Synthibasses vom MiniMoog, der nur so durch den Raum zu schweben scheint – zumindest wenn man einen Subwoofer besitzt. Man hat auch darauf geachtet, Publikumsreaktionen und Beifall nicht übertrieben auszublenden, so dass genügend Liveatmosphäre erhalten bleibt. Abgeschlossen wird das Gesamtpaket durch eine schlichte, aber stilvolle Aufmachung.

Jedem Fan von progressiver Musik mit Fokus auf schönen Melodien und nicht technischem Show-Off kann ich die Platte somit bedingungslos entfehlen. Man hält sich zwar nah an den Studioversionen, aber die Live-Ableger wirken lebhafter und energiegeladener. Jeder Fan der Band sollte das Dingen auf seine „Must-Have“-Liste setzen. Insgesamt also höchst gelungen! Bleibt noch der Wunsch, dass die Jungs so was auch mal in unserem Lande wiederholen…

Übrigens: Die Live-DVD wird wohl in naher Zukunft erscheinen – der Release musste wegen einer Überarbeitung der 5.1. Soundspur verschoben werden. Wie üblich vergebe ich bei reinen Livealben keine Punktebewertung.

Keine Wertung

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