CD-Review: Eye Of Nix - Black Somnia (Re-Release)

Besetzung

Joy Von Spain – Gesang
Nicholas Martinez – Gitarre, Gesang
Gerald Hansen – Bass
Justin Straw – Schlagzeug, Gesang
Masaaki Masao – Samples, Gitarre, Schlagzeug

Tracklist

01. Wound And Scar
02. Fear’s Ascent
03. A Curse
04. Lull
05. Toll On
06. A Hideous Visage


(Black / Doom Metal / Post-Rock) Schon seit Jahren tummeln sich bei Prophecy Productions Bands aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen – der experimentelle Blues-Rock von The Dark Red Seed findet mittlerweile etwa genau so seinen Platz im Roster wie der naturromantische Neofolk von Empyrium. Insbesondere im Black Metal hat das deutsche Label ein Händchen für vorausschauende Künstler: A Forest Of Stars, Bethlehem, Dornenreich und Negură Bunget sind nur eine kleine Auswahl der Bands, die Prophecy bereits mit ihren Veröffentlichungen bereichert haben. Mit EYE OF NIX hat sich inzwischen eine weitere vielversprechende Newcomer-Gruppe zu dieser illustren Runde gesellt und mit dem Re-Release ihrer zweiten Platte „Black Somnia“ sogleich Anschauungsmaterial bereitgestellt.

Hört man auch nur kurz in „Black Somnia“ hinein, wird sogleich klar, dass EYE OF NIX und ihre genannten Prophecy-Kollegen etwas gemeinsam haben: Sie alle interpretieren Black Metal auf ihre eigene Weise und beziehen dabei allerlei andersartige Einflüsse mit ein. Das amerikanische Quintett bedient sich dabei unter anderem an Doom-, Noise- und Post-Rock-Elementen, die es auf durchaus eigenständige Weise miteinander kombiniert.

Die Gewichtung dieser Stilmittel variiert hierbei von Song zu Song: Mal zeigen sich EYE OF NIX von ihrer hässlichsten Seite und peitschen mit garstigen Screams, dröhnenden Gitarren und brachialen Drums auf den Hörer ein („Wound And Scar“), dann wiederum schlägt die Stimmung in Melancholie um und Joy Von Spains dramatischer, markanter Gesang übernimmt zusammen mit schwungvollen Clean-Gitarren die Führung („Lull“). An interessanten Einfällen zur Umsetzung ihres Konzepts, das Motive von Angst und Kontrollverlust thematisiert, mangelt es der Truppe demnach auf gar keinen Fall.

Fragwürdig ist hingegen die Art und Weise, auf die EYE OF NIX ihre Ideen auf „Black Somnia“ kanalisieren. Einige Arrangements machen leider einen eher unausgegorenen, plumpen und teilweise sogar ziemlich unscheinbaren Eindruck, sodass letztlich nicht allzu viel hängen bleibt („Toll On“). In Sachen Dynamik machen EYE OF NIX eigentlich nur auf „Lull“ alles richtig, die übrigen Tracks ziehen zu großen Teilen leider eher gleichgültig am Hörer vorüber. Erschwerend kommt dann noch die etwas zu rohe, zugleich aber gerade bezüglich des Gesangs enttäuschend kraftlose Produktion hinzu. Mit einem stärkeren, besser definierten Sound hätte man mit Sicherheit noch einiges aus den Stücken herausholen können.

In „Black Somnia“ schlummert ohne Frage großes Potential – anstatt einfach nur Musik nach schon längst hinreichend ausgeforschten Formeln zusammenzusetzen, zeigen EYE OF NIX auf ihrem zweiten Album den Mut zur unkonventionellen Eigenständigkeit. Den auf dem Artwork abgebildeten Horror bekommt man hier jedoch leider nur in Ansätzen zu hören. Obgleich man im Verlauf von „Black Insomnia“ auf ein paar äußerst eindringliche Passagen stößt, bleiben die Songs über weite Strecken hinter ihren Möglichkeiten zurück. Der große Wurf ist EYE OF NIX somit noch nicht gelungen, wohl aber ein Album, das die Neugier auf die zukünftige Entwicklung der Band weckt.

Bewertung: 6 / 10

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