CD-Review: Ketzer - Starless

Besetzung

Gerrit – Gesang
Marius – Gitarre
Chris – Gitarre
David – Bass
Sören – Schlagzeug

Tracklist

01. Starless
02. When Milk Runs Dry
03. Godface
04. Count To Ten
05. The Hunger
06. White Eyes
07. Shaman’s Dance
08. Silence And Sound
09. Earthborn
10. Limbo


„Starless“ ist das dritte Full-Length-Album der deutschen Black-/Thrash-Metal-Truppe KETZER. Das könnte man zumindest so stehen lassen, wenn die Bergisch-Gladbacher darauf ihren bisherigen Stil fortgeführt hätten. Mit Thrash Metal hat „Starless“ jedoch praktisch gar nichts zu tun und auch der Black Metal macht sich nur noch in einzelnen Aspekten bemerkbar, sodass man wohl am ehesten noch von Black’n’Roll sprechen kann. Gut, dann eben Black’n’Roll, Stilwechsel sind ja grundsätzlich nichts Schlechtes. Oder etwa doch?

Mit dem rockig-rotzigen Titeltrack legen KETZER jedenfalls schon mal einen ganz guten Start hin, er ist zwar sehr simpel, aber dafür eingängig und letztlich schön energetisch. Auf dem stellenweise eher schleppenden „When Milk Runs Dry“ machen sich jedoch bereits erste Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Denn die darauf eingesetzten Clean-Gitarren finden sich im Laufe des dreiviertelstündlichen Albums noch öfters. Wirklich stimmig-melancholisch werden sie jedoch erst auf „Earthborn“ und dem abschließenden, zurückgelehnten Instrumental „Limbo“. Bis dahin nehmen sie den Tracks nur den Wind aus den Segeln, diese sind nämlich ohnehin schon viel zu oft viel zu handzahm. Den Tiefpunkt bilden diesbezüglich die beiden Akustik-Instrumentals „The Hunger“ und „Silence And Sound“, die absolut austauschbar und überflüssig sind.
Dass der kurze Dreiminüter „Godface“ mit seinen rockig-melodischen Leads und seinem unglaublich einprägsamen (wenn auch geradezu verwerflich einfachen) Refrain sogar noch mehr zu gefallen weiß als der ihm sehr ähnliche Opener, ist umso bedauerlicher, da KETZER dadurch beweisen, dass sie es zweifellos besser machen könnten. Stattdessen übertreiben sie es jedoch allzu oft mit der Einfachheit und nehmen dem Album weitgehend sein Potential und seine Energie.
Die genretypischen Screams sind zwar ganz gut ausgeführt, aber eben auch nicht mehr als solide, sodass auch sie das Blatt nicht wenden können. Neben dem Mangel an Kraft fehlt es den Songs nämlich auch gehörig an Stimmung oder Atmosphäre und aufgrund der Vereinfachung der Kompositionen können KETZER auch nicht durch technische Raffinesse punkten, sodass die Zahl der Highlights eine sehr überschaubare bleibt. Das einzige durchwegs Ansprechende ist die Produktion, die klar und doch wuchtig daherkommt, sodass es zumindest daran kaum etwas zu bemängeln gibt.

Alles in allem erfüllt „Starless“ jedoch weder das, was man sich von KETZER erwarten würde, noch das, was das moderne, sterile Cover suggeriert. Ihre Musik hat einiges an Härte eingebüßt, was leider durch nichts Gleichwertiges wieder aufgewogen wird, wie es hingegen bei so manch anderen Band bereits der Fall war. Beim ersten Mal Hören macht das ja noch halbwegs Spaß und es gibt gewiss ein paar gute Stellen, aber auf lange Sicht greift man da wohl doch lieber zu den zwei Vorgängern.

Bewertung: 5 / 10

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