CD-Review: Persuader - Necromancy

Besetzung

Jens Carlsson - Gesang
Emil Norberg - Gitarre, Bass
Fredrik Mannberg - Gitarre
Efraim Juntunen - Schlagzeug

Tracklist

01. The Curse Unbound
02. Scars
03. Raise The Dead
04. Reign Of Darkness
05. Hell's Command
06. Gateways
07. The Infernal Fires


In der Zeit zwischen 2000 und 2006 waren die schwedischen Metaller PERSUADER reichlich aktiv und legten mit „Evolution Purgatory“ eine der hörenswertesten Power-Metal-Platten der Nullerjahre vor. Ein Album und nur kurze Zeit später verabschiedeten sich die Herren aus Umea dann ins Nirgendwo, ohne sich je offiziell aufzulösen. Bis zum Comeback, das keines war, vergingen stolze acht Jahre mit spärlicher Kommunikation – kurz: PERSUADER sind eine dieser Bands, die immer dann ein neues Album veröffentlichen, wenn man glaubt, sie hätten sich nun endgültig in den Ruhestand begeben. Dieser Punkt ist nun wieder erreicht, denn sechs Jahre nach „The Fiction Maze“ geben die Schweden ihr Label-Debüt bei Frontiers Music mit ihrer inzwischen fünften Platte, die den passenden Titel „Necromancy“ trägt. Dabei ist es fast schon süß, dass die Scheibe am gleichen Tag wie das neue Werk von Iron Savior erscheint, zumal sich beide Bands ja einst in Savage Circus überschnitten haben.

Auf den ersten Blick mag es enttäuschend wirken, dass „Necromancy“ nach derart langer Wartezeit nur sieben Songs enthält, doch wer die Schweden kennt, weiß, dass auch hier niemand zu kurz kommt: Trotz recht knapp bemessener Songanzahl schaffen es PERSUADER auf die üblichen 45 Minuten Spielzeit, denn die Nummern bewegen sich stets zwischen fünfeinhalb bis acht Minuten Länge. Langweilig wird es trotz längerer Kompositionen genauso wenig, denn Bandkopf Jens Carlsson und seine Mannschaft verstehen es, ihre Hörerschaft bei Laune zu halten und vereinen auf ihrer neuen Platte alle Elemente, die ihren Sound groß machen.

Wie immer bei PERSUADER sind auch auf „Necromancy“ Blind Guardian als größte Inspirationsquelle der Schweden auszumachen. Das liegt in erster Linie an der Stimmlage von Frontmann Jens Carlsson, der von Natur aus klingt wie der junge Hansi Kürsch, allerdings beutet der Mann dieses Talent auch schamlos aus und bedient sich ganz ähnlicher Gesangslinien. Auch ansonsten orientieren sich die Schweden einfach gern am Schaffen ihrer deutschen Kollegen: In Nummern wie dem eröffnenden „The Curse Unbound“, „Gateways“ oder dem abschließenden Epos „The Infernal Fires“ verarbeiten PERSUADER Harmonien und Gitarrenlinien, die zusammen mit Herrn Carlssons Gesang und entsprechend theatralischen Chören sofort an die Krefelder Power-Metal-Ikonen denken lassen.

Man sollte PERSUADER allerdings nicht auf diese Ähnlichkeit(en) reduzieren. Mag das Bedürfnis, Hansi Kürsch und Band zu kopieren, auf ihren frühen Alben noch sehr stark ausgeprägt gewesen sein, so bewies die Truppe spätestens mit „The Fiction Maze“, dass sie dank wuchtigerer Riffs und moderner Härte durchaus auch eine eigene Identität zu verteidigen hat. Diesen Weg beschreiten PERSUADER auf „Necromancy“ konsequent weiter und so könnte etwa die Instrumentierung von „Scars“ auch aus dem Melodic Death Metal stammen und modern anmutende Songs wie „Reign Of Darkness“ oder „Hell’s Command“ wären auch auf neueren Trivium-Alben nicht fehl am Platz. Zusammen mit dem Gesang von Jens Carlsson und der Power-Metal-Thetralik, auf die die Band dennoch nie verzichtet, ergibt das auf „Necromancy“ wieder eine spannende Mischung, die sich in dieser Form nur bei PERSUADER findet.

Im Vorangegangenen wurden etliche Vergleiche zu anderen Bands gezogen – bedeutet das, dass PERSUADER sich schlicht bei Anderen bedienen und nichts Eigenes zustande bringen? Nein! „Necromancy“ zeigt einmal mehr, dass man es hier mit einer Gruppe von Musikern zu tun hat, die keine Angst davor hat, mit der Zeit zu gehen, sich dank des Erhalts ihrer stilbildenden Elemente selbst treu bleibt und die sich genauso wenig scheut, ihre Einflüsse zu offenbaren. Dabei ergibt es durchaus Sinn, dass Iron Savior und PERSUADER sich einst in Savage Circus zusammenfanden, zumal es beiden Bands auf ähnlich erfolgreiche und doch ganz unterschiedliche Weise gelingt, wuchtige Härte mit erhabenen Melodien und hymnischen Refrains zu kombinieren, ohne je kitschig zu klingen. „Necromancy“ ist Power Metal fürs 21. Jahrhundert.

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Bewertung: 8 / 10

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