CD-Review: Runaway Dead - Avalanche

Besetzung

Moritz Steiger - Gesang
Alex Hoefle - Gitarre
Heiko Khan - Gitarre
Benedikt Lohrmann - Bass
Tobias Binder - Schlagzeug

Gastmusiker:
Marc Bauer - Gesang (Track 3)
Timo Fielker - Gesang (Track 12)
Madeleine Egger - Gesang (Track 4, 9, 10)

Tracklist

01. My Hands
02. Traces
03. All In My Head
04. Avalanche
05. Shining
06. Everyday
07. Rocky Rocks
08. Mirror Walls
09. I'll Be A Hero Someday
10. Call Me Hector
11. Where We Are
12. Throne


2010 in Augsburg gegründet mussten RUNAWAY DEAD bereits einen Sänger und jüngst ihren Bassisten Walter ziehen lassen. Drei Jahre nach der überzeugenden EP „On Rooftops“ liefert die Band nun in Eigenregie ihren Debüt-Longplayer „Avalanche“ ab. Kann das Quintett auf Albumlänge aber ebenso mit der Mischung aus Metalcore, Screamo und Hardcore punkten und die energiegeladene Atmosphäre der Vorgänger-EP weitertragen?

Mit wuchtigen Drums, seichten Akustikgitarren und an Soul erinnernden Gesang geleitet einen das als Intro fungierende „My Hands“ in die rund 48 Minuten neuen Materials. Ein gelungener Einstieg, den man so nicht zwangsläufig erwarten konnte. Am grundlegenden Stil haben die fünf Musiker ansonsten wenig verändert, wie das folgende „Traces“ eindrucksvoll beweist: Wuchtig-groovende Riffs treffen auf Screams und Growls in wohligem Einklang. Eine weitere Neuerung im Kosmos von RUNAWAY DEAD sind Songs, die die Vier-Minuten-Marke deutlich überschreiten und somit Platz für erweiternde Elemente bieten. Der Titelsong „Avalanche“ bindet erstmals weiblichen Gesang ein und erinnert dadurch dezent an Deadlocks frühere Stücke.

Weiter überzeugend sind das düstere „Everyday“, die kraftvolle Single „Call Me Hector“ und abschließende, gegen Ende mit Post-Rock-Momenten versehene „Throne“. Für eine Eigenproduktion haben RUNAWAY DEAD mit „Avalanche“ ein Debüt geschaffen, dass zwar kleinere klangtechnische Schwächen und qualitative Schwankungen zu verzeichnen hat, die aber in diesem Rahmen in Ordnung gehen. Beim Klargesang wäre eine klarere und kraftvollere Herangehensweise wünschenswert gewesen, gehen doch so wichtige Momente des songwriterischen Schaffens gefühlt etwas unter.

Das Metalcore-Rad erfinden die Augsburger wahrlich nicht neu, machen aber fast durchgehend Laune und scheinen auch nach fast neun Jahren Bandgeschichte noch hungrig zu sein. Die dreijährige Wartezeit und ein damit einhergehendes langes Feilen an den 12 neuen Titeln haben sich also weitgehend gelohnt. Wer Metalcore mit auflockernden Elementen nicht abgeneigt ist, der kann mit „Avalanche“ unter dem Aspekt leichter Schönheitsfehler seine Freude haben.

Bewertung: 6.5 / 10

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