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Shahyd Legacy – Dhivehi Covers Vol. 1

Aufmerksame Metal1.info-Leser kennen SHAHYD LEGACY von den Malediven natürlich längst von unserem „Metallisierte Welt”-Special. Es wird daher höchste Zeit, dass wir uns nicht nur mit der malediveischen Szene, sondern auch verstärkt mit ihrer Musik auseinanderzusetzen. Passenderweiser erreichte uns da SHAYD LEGACYs neuester Streich: „Dhivehi Covers Vol. 1“.

Im Gegensatz zu SHAHYDs Hauptband Sacred Legacy und seinen diversen anderen Nebenprojekten spielt er sich auf „Dhivehi Covers“ allerdings, wie der Name schon sagt, Coverversionen. Diese sind aus einem besonderen Grund interessant: Es handelt sich um Melodien von Liedern, die auf den Malediven besonders beliebt sind. Vornehmlich sind dies lokale Stars aus den 70ern, 80ern und 90ern. Aber keine Sorge: Wer jetzt Pop fürchtet, der irrt sich. SHAHYD LEGACY hat die Melodien ausnahmslos in ein gefälliges Melodic-Rock-Gewand gekleidet, sodass sie als leicht zu hörende, erwachsene Songs daherkommen und nur selten nach Radio klingen.

Stattdessen erwarten den aufgeschlossenen Hörer verträumte Songs mit streckenweise elegischen Melodien. Ein gutes Beispiel ist das ruhige „Mila Mila Handhuvaru“. Dass er auch lebendiger kann, beweist er dagegen beim flinkeren „Hinithun Velaashey Kalaa“. Wer sich aber auf maledivische Texten gefreut hatte, wird enttäuscht sein: Alle Songs auf „Dhivehi Covers Vol. 1“ sind rein instrumental. Lediglich auf „Jaazubee Asarugadha“ gibt es zwischendurch etwas Gesang zu hören. Das entscheidende an der CD ist aber definitiv SHAYD LEGACYs Gitarrenarbeit. Man hört ihm sofort seinen neoklassischen Ansatz an, der hier die Melodieführung dominiert.

Natürlich mag man kritisieren, dass einem mit gut 30 Minuten nicht gerade viel Musik geboten wird und dass die Produktion erkennbar die eines Heimstudios ist. Und vermutlich funktionieren die Songs ein Stück besser, wenn man die Originale kennt. Wer aber auf sanfteren Melodic Rock steht und offen für ein paar neue Harmonien ist, sollte „Dhivehi Covers Vol. 1“ eine Chance geben.


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Lordi – Sexorcism

Der legendäre Sieg von LORDI beim Eurovision Song Contest liegt mittlerweile satte 12 Jahre zurück. Die anschließenden Alben „Deadache“ und „Babez For Breakfast“ konnten noch weitgehend überzeugen, ehe mit „To Beast Or Not To Beast“ und „Scare Force One“ eher durchwachsene Longplayer vorgelegt wurden. Bei den Songlängen des neunten Studioalbums „Sexorcism“ fällt auf, dass LORDI im Jahr 2018 ausufernder agieren. Ein Trend, der sich bereits beim Vorgänger „Monstereophonic: Theaterror vs. Demonarchy“ abzeichnete und eventuell den ersehnten frischen Wind in die Musik der Finnen bringt.

Der Titeltrack wird vom Ambient-Klängen und Piano eingeleitet, die kurzfristig für die Gitarren, Schlagzeug und Keyboard den Platz räumen müssen. Spätestens mit dem Gesang von Mr. Lordi wird der typische Band-Sound, der sich bereits vorher angedeutet hatte, in vollem Umfang umgesetzt. Dazu gehören ebenso die Background-Chöre, wie auch Horror-kitschige Momente. Wirklich einfallsreich ist der fast siebenminütige Einstieg aber nicht geraten, was auch durch den unspektakulären Ein-Wort-Refrain unterstrichen wird.

Im weiteren Verlauf des Longplayers gibt es aber immerhin einzelne Songs, die mitreißend gestaltet sind und mit ihren Schauergeschichten, sowie den energiegeladenen Refrains die frühen Zeiten von LORDI aufleben lassen: Beispielsweise „Romeo Ate Juliet“ mit seinen groovenden Soli oder das eindeutig zweideutige „The Beast Is Yet To Cum“. Oftmals macht es aber den Eindruck LORDI würden gerne mehr abliefern, als sie im Jahr 2018 noch im Stande sind. „Polterchrist“ ist äußerst zäh geraten, „Slashion Model Girls“ dümpelt vor sich hin und „Hell Has Room“ hat einen hohen Nervfaktor in petto.

LORDI haben mit „Sexorcism“ ein solides, aber gerade im Vergleich zu ihren frühen Alben nur an wenigen Stellen mitreißendes, Album aufgenommen. Hits wie „Devil Is A Loser“, „Blood Red Sandman“ oder „This Is Heavy Metal“ scheinen Geschichte, zu gezwungen und ohne die gewisse Leichtigkeit wirken viele der neuen Titel. Auch die längeren Laufzeiten entpuppen sich als Mogelpackung, da sie meistens mit unwichtigem Füllmaterial bestückt wurden. Langjährige Fans könnte dieses Album einigermaßen versöhnlich stimmen, da der gewohnte Sound beibehalten wird. Darüber hinaus wird es aber auch mit diesem Release für die Finnen schwierig bleiben noch einmal ernsthaftes Gehör zu finden.

Billy Gibbons mit Soloalbum

ZZ-Top-Urgestein BILLY GIBBONS veröffentlicht mit „The Big Bad Blues“ am 21.09.2018 ein neues Soloalbum. Mit dem Muddy-Waters-Cover „Rollin‘ and Tumblin'“ gibt es schon jetzt einen Song daraus zu hören.

Rockavaria 2018 (Sonntag)

Der „Rock-Tag“ des ROCKAVARIA 2018 stand bereits im Vorfeld unter keinem guten Stern: Aus gesundheitlichen Gründen mussten DIE TOTEN HOSEN ihre Headlinershow zwei Tage vor dem Event absagen. Doch mag es auch viele Gründe für Kritik an der Veranstaltung gegeben haben – das Kompensationsangebot für den Ausfall ist vorbildlich: Tagestickets können gegen Erstattung des vollen Preises zurückgegeben werden, wer mit Tagesticket trotzdem kommt, bekommt 30 € und zwei Getränkegutscheine. Zwei-Tages-Ticket-Besitzer können wahlweise daheim bleiben und sich 72,50 € retournieren lassen oder für 30 € Rabatt den um den Headliner beschnittenen Festival-Tag mitnehmen.

Von dem Rückgabeangebot scheinen nicht wenige Fans gebraucht gemacht zu haben – zum Glück, möchte man fast sagen. Sonst wäre das Chaos am Einlass wohl ähnlich fatal ausgefallen wie am Vortag.


>> Lies hier den Bericht von Tag 1 …


Denn während auf dem Gelände bei strahlendem Sonnenschein DRUNKEN SWALLOWS spielen, wird auf Seiten der Veranstalter ernsthaft diskutiert, ob das ROCKAVARIA wegen einer ominösen Unwetterwarnung abgebrochen werden muss. So weit kommt es dann natürlich nicht – die vollkommen überzogene Vorsicht sorgt allerdings einmal mehr für massiven Verzögerungen am Einlass: Eine gute Stunde lang werden nämlich keine Fans mehr auf das Gelände gelassen. (MG)

Eine halbe Stunde verspätet starten dann auch TURBOBIER ihren Auftritt. Die Wiener Punk-Rocker treffen mit mehr oder weniger elaborierten Texten wie „A Fuaßboiplotz ohne Bier, is wie a Heisl ohne Tia, Is wie a Schwimmbad ohne Wasser, Is wie a Nonne ohne Kloster“ (aus: „Fuaßboiplatz“) sicherlich nicht jedermanns Geschmack, bieten aber zumindest Feierpotential speziell für all diejenigen, die dem reichlichen Alkoholgenuss am frühen Sonntagnachmittag nicht abgeneigt sind. Songs wie „Verliebt in einen Kiwara“ oder „Der Albtraum jeder Schwiegermutter“ werden sicher nicht wegen ihrer Komplexität oder Tiefgründigkeit in die Analen eingehen, doch für ein bisschen Spaß zum Auftauen ist der charmant präsentierte Austro-Import für einige Festivalgäste durchaus geeignet. (SM)

THERAPY? auf der Greenstage starten ebenfalls mit einer guten halben Stunde Verspätung in ihr knapp einstündiges Set. Was die dennoch schon recht zahlreichen Fans hinter der Glyptothek geboten bekommen, ist allerdings eine Medaille mit zwei Seiten: Auf der einen sind da vier Herren in gesetzterem Alter, die mächtig Spaß daran haben, auf der Bühne zu stehen und dem Publikum einzuheizen. Auf der anderen Seite ist das musikalische Niveau (zum Sound der Greenstage braucht man wohl keine weiteren Worte verlieren), das THERAPY? zu bieten haben, offen gestanden mäßig. Vor allem Fronter Andy Cairns enttäuscht einmal mehr stimmlich auf ganzer Linie: Für so schiefen Gesang ist selbst diese Bühne noch zu groß. Ihrem Status werden die Nordiren heute jedenfalls trotz hohem Sympathiewert nicht gerecht. (MG)

Wenn die „Heavy Metal Marching Band“ BLAAS OF GLORY, die an beiden Tagen auf dem Gelände unterwegs ist, so etwas wie einen Status hat, dann bestenfalls den des Nervtöters: Was bei den Wacken Firefighters vor 18 Jahren noch witzig war, ist auf dem ROCKAVARIA spätestens beim fünften Durchlauf von Europes „Final Countdown“ in der Blaskapellen-Version nur noch peinlich.

Direkt vom Greenfield kommen DOG EAT DOG zum Rockavaria. Seit 1991 sind die US-amerikanischen Crossover-Musiker aus New Jersey mit ihrer Mischung aus Punk, Metal und Hip Hop unterwegs, mit aktuellen Veröffentlichungen halten sie sich aber seit vielen Jahren zurück. In Sachen stilübergreifende Arrangements zählen DOG EAT DOG sicherlich zu den Pionieren und auch in München geben sich die sechs Musiker große Mühe, mit Songs wie „ISMS“, „Rocky“ oder „No Front“ mehr als nur ihre Fans in den ersten Reihen zu begeistern. So richtig gelingen will das nicht, doch die Jungs sind lange genug im Geschäft, um sich davon nichts anmerken zu lassen. Insofern ziehen sie ihre Show bis zum Ende routiniert durch und lassen zumindest all jene, für die DOG EAT DOG ein Grund zum Ticketkauf gewesen ist, diese Entscheidung nicht bereuen. (SM)

Nichts weniger als eine Rock-Legende steht derweil auf der Greenstage: Seit 1976 sind ROSE TATTOO aktiv – und entsprechend ihrem Koryphäenstatus aus der Hard-Rock-Szene nicht wegzudenken. Im Mittelpunkt der Show steht – wie könnte es auch anders sein – Fronter und einziges verbliebenes Gründungsmitglied Gary „Angry“ Anderson, der mit seiner markanten, bluesigen Stimme, die so gar nicht zu dem zierlichen Männlein passen will, zu begeistern weiß. Zwar ist musikalisch nach zwei bis drei Songs alles gesagt – an hochwertiger Rockmusik hört man sich trotzdem nicht so schnell satt, so dass der Auftritt auch über eine Stunde hinweg unterhaltsam bleibt. Vor allem als Hintergrundmusik zu einer gediegenen Unterhaltung im Schatten eignet sich die Show bestens – was allerdings weniger an ROSE TATTOO denn an der für ein Festival immernoch lächerlich geringen Lautstärke liegt. (MG)

So etwas wie die Lokalmatadore des ROCKAVARIA 2018 sind die EMIL BULLS: Vor 23 Jahren in München gegründet, erfreuen sich die Alternative-Metaller nach wie vor großer Beliebtheit – nicht nur beim heimischen Publikum. Doch wie schon bei den anderen Shows des Tages zu beobachten, schlägt sich die merklich geringere Zuschauerzahl am heutigen, zweiten ROCKAVARIA-Tag auch auf das Interesse an der Show der BULLS nieder: Während sich die Fans direkt vor der Bühne über Hits wie „The Jaws Of Oblivion“ oder „The Age Of Revolution“ vom nach wie vor aktuellen Album „Sacrifice To Venus“ freuen und über die Ansagen von Fronter Christoph von Freydorf lachen können, herrscht hinter dem Wellenbrecher beim spärlich, vor allem in den Schattenzonen sitzenden Publikum eher Desinteresse am Auftritt des Quintetts vor. (MG)

Das kann bei ROYAL REPUBLIC hingegen wahrlich niemand behaupten. Im Gegensatz zu allen Bands auf der Hauptbühne nebenan erspielen sich die Schweden ihr Publikum: Durch erstklassige Songs gepaart mit viel Charisma gewinnen die ROYALS schließlich den gesamten Platz für sich. Was mit „When I See You Dance With Another“ oder auch „Underwear“ aus den Anfangsjahren verhältnismäßig unspektakulär beginnt, steigert sich spätestens nach dem ersten Drittel zu einer fulminanten Rockshow. Sänger und Sprachrohr Adam brilliert sowohl mit seiner wandelbaren Stimme als auch mit seinem Charme. Nur einmal erntet er kurze Buh-Rufe, als er von einem Freund berichtet, der ihm ein Rezept gegeben hat, um 3000 Münchner gegen sich aufzubringen, und anschließend kurz die FC-Bayern-Hymne „Stern des Südens“ anstimmt. Wie dick die Eier der ROYALS wirklich sind, beweisen sie wenig später mit einem erstklassigen Cover von Iron Maidens „Fear Of The Dark“ und einem Remake des The-Police-Klassikers „Roxanne“, gesungen von Schlagzeuger Per, mit Adam an der Gitarre und Gitarrist Hannes am Schlagzeug. Nach Metallicas „Battery“ wildern ROYAL REPUBLIC wieder in ihren eigenen Gefilden und krönen ihre Supershow mit „Full Steam Spacemachine“ sowie zwei lautstark eingeforderten Zugaben, nach denen Adam am Mikro noch einige warme Worte für das Publikum und Campino findet. Der Vorverkauf für die nächste Show der Schweden in München dürfte von diesem Auftritt spürbar profitieren. (SM)

Wie die Jungfrau zum Kinde kommen die DONOTS durch die Absage der Toten Hosen an den Slot des Co-Headliners des zweiten ROCKAVARIA-Tages. Am „Füllstand“ des Geländes hat sich nicht mehr viel geändert: Der Königsplatz (Fassungsvermögen: 22.000 Fans) ist bestenfalls zu einem Drittel gefüllt. Wie schon bei den Emil Bulls finden sich aktiv am Konzert teilnehmende Fans ausschließlich vor dem zweiten Wellenbrecher – dahinter wird höchstens halbherzig mit- oft aber auch im Schatten eingenickt. Das hindert die Alternative-Rocker aus Ibbenbüren allerdings nicht daran, vorne mächtig auf die Tube zu drücken: Da wird „Opelgang“ von den Hosen gecovert, der Twisted-Sisters-Klassiker „We’re not gonna take it“ spontan zur Anti-Nazi-Hymne umdeklariert und zu „Alles muss kaputt sein“ ein riesiger Circlepit um den ins Publikum hinabgestiegenen Sänger Ingo angezettelt, der im Tumult eines seiner In-Ears verliert. Nach fast anderthalb Stunden gibt es mit dem im Original mit Frank Turner aufgenommenen „So Long“ noch einen würdigen Abschluss. Zumindest Alternative-Rocker mit einem Herz für Punk kommen hier auf ihre Kosten – vielleicht ein kleiner Trost für den schmerzlichen Ausfall des Headliners. (MG)

Wie schmerzlich dieser vermisst wird, zeigt sich ab 21:30 Uhr, als LIMP BIZKIT in der ihnen zwangsläufig zugefallenen Funktion als Headliner des ROCKAVARIA 2018 die Bühne betreten. Was mit „Hot Dog“ und dem Klassiker „Rollin'“ nebst kollektiver Ekstase im ersten Wellenbrecher vielversprechend beginnt, verwandelt sich schnell in eine lieblos hingerotzte Cover-Party im Mash-Up-Mixtape-Style, für den die Jungs um Fred Durst bekannt sind und von ihren Hardcore-Fans auch immer noch gefeiert werden. Viele Nostalgiker müssen aber schnell erkennen, dass die großen Jahre der Band längst vorbei sind: Die Urväter des Nu Metal setzen bei der Songauswahl mehr auf Skits und Samples von DJ Lethal als auf vollständige Versionen ihrer eigenen Songs. Den Vogel schießen LIMP BIZKIT aber mit ihren Cover-Versionen von „Killing In The Name Of“ und „Smells Like Teen Spirit“ ab. Während ersteres – genau wie das eigene „Eat You Alive“ – beinahe unendlich gestreckt wird, ist die Hommage an Nirvana ein ganz böser Griff ins Klo. So dümpelt der Auftritt, bei dem Fred Durst mal die erste Reihe, mal seine riesige Entourage an Groupies am Bühnenrand besucht, irgendwann nur noch vor sich hin. Bei „Nookie“ überrascht Fred Durst noch einmal positiv, indem er Julia aus dem Publikum als Duettpartnerin auf die Bühne holt, und bei den verbliebenen Klassikern „Break Stuff“ und „Take A Look Around“ schalten LIMP BIZKIT tatsächlich noch einmal in den Eskalationsmodus der ersten Minuten hoch: Borland robbt sich in seinem schwarzen Anzug gitarrespielenderweise auf dem Rücken über die Bühne, ehe er das legendäre Riff des Mission-Impossible-Soundtracks anstimmt. Ohne weitere Zugabe endet der zweite Tag des ROCKAVARIA so mit einem unter dem Strich unwürdigen Headliner, der seine 80 Minuten Spielzeit nicht einmal zur Hälfte netto mit eigenem Material zu füllen vermochte. (SM)

Setlist LIMP BIZKIT

  1. Hot Dog
  2. Thieves (Ministry-Cover)
  3. Rollin‘ (Air Raid Vehicle)
  4. Faith (Georg-Michael-Cover)
  5. My Generation
  6. Livin‘ It Up
  7. Eat You Alive
  8. Smells Like Teen Spirit (Nirvana-Cover)
  9. My Way
  10. Re-Arranged
  11. Killing In The Name (Rage-Against-The-Machine-Cover)
  12. Nookie
  13. Break Stuff
  14. Take A Look Around


Auch sonst bleibt der Konzerttag blass: Sieht man von Royal Republic ab, die mit ihrer packenden Show klar den Tagessieg einfahren konnten, bekommen die Besucher auf dem zur Primetime bestenfalls zu einem Drittel gefüllten Königsplatz nur wenig Eindrucksvolles geboten. Zwar macht der unerwartete Ausfall des gebuchten Headliners eine faire Bewertung des zweiten ROCKAVARIA-Tages fast unmöglich – aber auch für die nach Abzug der Rückerstattung verbliebenen 60 € ist die Ausbeute an bleibenden Eindrücken mager. Addiert man die neuerlich mäßige Organisation, die vom Einlass bis zur Toilettensituation Probleme bereitet, kann am Ende auch Tag zwei nicht überzeugen. 

Das ROCKAVARIA 2018 geht damit als die definitiv schwächste seiner bislang drei Ausgaben in die Geschichte einschlicht und ergreifend, weil in diesem Jahr die Fans erstmals die Misswirtschaft der Veranstalter direkt zu spüren bekommen. Billing, Location, Organisation: 2018 wurde wo immer möglich brutal gespart. Die finanzielle Bilanz der Veranstaltung mag das für dieses Mal noch gerettet habenden Ruf des ROCKAVARIA sicher nicht.

Doch gerade bei den absolut loyalen Fans im Rock- und Metal könnte sich so wenig Respekt vor dem zahlenden Gast schneller rächen als jede rote Zahl in der Abrechnung. Man darf gespannt sein, wie es mit dem ROCKAVARIA weitergeht.


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Kissin Dynamite veröffentlichen Titelsong

Mit „Ecstasy“ haben die Sleazer von KISSIN DYNAMITE den Titelsong ihres kommenden Albums veröffentlicht. Die Scheibe erscheint am 06.07.2018 via Metal Blade.

The Dead Daisies w/ The New Roses

Burn it down. So heißt das neue Album der Altrocker-Combo THE DEAD DAISIES, die auch genau mit diesem Motto ihre Welttournee durchziehen. Als Support haben sie die deutsche Hard Rockband  THE NEW ROSES verpflichtet. Heute Abend wird die kürzlich mit dem ,,Live Entertainment Award“ für den besten Club des Jahres ausgezeichnete Markthalle in Hamburg gerockt. Wir sind gespannt!

Um 19:00 Uhr öffnen sich die Türen zur Markthalle. Die Halle ist recht schnell dicht gefüllt und es soll einem schönen, rockigen Abend nichts mehr im Wege stehen. Die Mitgliederliste von den Daisies versprechen jedenfalls das volle Pfund pure Rockmusik. Aber zunächst sollen THE NEW ROSES aus Wiesbaden die Party eröffnen. Durchaus keine unbekannte Band, so haben sie schon mit einigen sehr bekannten Bands getourt und auf diversen großen Festivals gespielt. Um kurz nach 20:00 Uhr stehen sie auf der Bühne und machen gleich mit dem ersten Song eine klare Ansage. Nämlich, dass sie eine Menge Bock auf die Show haben.  Purer Hard Rock, gepaart mit großer Spielfreude lässt das Publikum schnell in Fahrt kommen. Sänger Timmy Rough versteht es sehr gut, die Stimmung anzuheizen und ein wirklich guter Sound ist hierbei durchaus hilfreich, die Temperatur in der Halle ansteigen zu lassen. Norman Bites, zweiter Gitarrist, nimmt seine Flying V ordentlich ran und liefert eine wirklich sehenswerte Show ab. Auch der Rest der Band überzeugt während des gesamten Sets, welches nach 45 Minuten sein Ende findet. Mit eingängigen Songs laden THE NEW ROSES jeden Besucher zum mitrocken ein. Perfekt, um auf den Hauptact eingestimmt zu sein.

Nach einer kurzen Umbaupause warten die Zuschauer ungeduldig auf THE DEAD DAISIES, deren Ursprung in Australien liegt. Die Besetzung liest sich wie eine Speisekarte in einem Sterne Restaurant. Doug Aldrich, John Corabi, Marco Mendoza, David Lowy und Deen Castronovo. Alles absolute Vollprofis, die genau wissen, was auf der Bühne zu tun ist. Von der ersten Minute an zeigen sie unmissverständlich, dass dieser Abend eine große Party werden soll. Man merkt und hört, dass sich diese Musiker blind vertrauen und verstehen. Großartiger Rocksound gepaart mit großartigen Musikern zieht auch den letzten Besucher von seinem Stuhl an der Bar.  Doug Aldrich, ehemaliger Gitarrist von Whitesnake, versteht es perfekt, während seines Spielens mit dem Publikum zu kommunizieren. Er hat sichtlich Spaß und feuert während der Show geschätzte 50 Plektren in die Menge. Tolle Soli und eine absolut sympathische Ausstrahlung machen ihn zu einem der Lieblinge des Abends. Zusammen mit David Lowy bildet er ein wirklich gutes Gitarren-Gespann.

Marco Mendoza, Sunnyboy der Band, lässt keine Gelegenheit aus, mit den weiblichen Fans zu flirten und sich das eine oder andere Küsschen abzuholen. Ständig unterwegs auf der Bühne, liefert auch er eine tolle Show ab und zeigt, dass Basser nicht nur vor ihrem Verstärker stehen müssen. Sehr unterhaltsam und professionell! Die Band hat eine bunte Setlist mit sowohl alten als auch Songs vom neuen Album. Große Klasse ist die Vorstellung der einzelnen Bandmitglieder, die ungefähr fünf Minuten dauert. Jeder Musiker lässt sich mit einer Melodie eines Songs seiner Lieblingsband feiern.

Hier wird lautstark mitgesungen und geklatscht. Auch Drummer Deen Castronovo (ex-Journey) bekommt einen Part für ein cooles Drumsolo und stellt seine ganze Erfahrung eindrucksvoll unter Beweis. Ebenfalls in Topform zeigt sich Sänger John Corabi, der u.a. bei Mötley Crüe gesungen hat. Stets präsent, gesanglich druckvoll und auch sehr beweglich auf der Bühne komplettiert er eine Hard Rockband, die diesen Abend zu einem Fest werden lässt. Der Saal kocht, es wird gesungen, gehüpft und gefeiert, bis um kurz vor 23:00 Uhr der letzte Song ausklingt.

Dieser Abend ist ein Leckerbissen für Hard Rock- Fans. Sowohl THE NEW ROSES, als auch THE DEAD DAISIES liefern ein Menu der Extraklasse. Auf der einen Seite die jugendliche Leichtigkeit und auf der anderen Seite die geballte Power jahrzehntelanger Erfahrung im Rockbusiness. Perfekt!

Lordi zeigen Lyric-Video zu neuem Song ‚Your Tongue’s Got The Cat‘

Die finnischen Metal-Monster LORDI haben ein neues Video zum Song „Your Tongue’s Got The Cat“ veröffentlicht. Der Track entstammt dem neunten Studio-Album der Band, „Sexorcism“, das am 25.05. über AFM Records erscheinen wird.

„Sexorcism“ wurde in den Finnvox Studios von Mikko Karmila aufgenommen und gemixt.

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Terrible Old Man – Fungi From Yuggoth

H.P. Lovecraft gehört zu den Schriftstellerlieblingen der Rock- und Metalszene. Seine düster-melancholisch eingefärbten, von Wahnsinnigen, Monstern und Weltuntergangsszenarien wimmelnden Texte passen atmosphärisch bestens zu den Klängen der härteren Gitarrenmusik. Dementsprechend umfangreich ist der Bestand an Bands, die sich in Songs und ganzen Alben dem Oeuvre des amerikanischen Schriftstellers gewidmet haben. Zu diesen gehören auch TERRIBLE OLD MAN, die nicht nur von sich behaupten können, einen zutiefst irritierenden Bandnamen, sondern auch bereits ihr zweites Album komplett Lovecraft gewidmet zu haben.

Ganz so verwirrend ist der Name für Kenner des US-amerikanischen Horror-Phantasten dann allerdings doch nicht – der schreckliche alte Mann ist der Protagonist einer kürzeren Erzählung, in der sich literarisch verformt Lovecrafts gerne übersehener Fremdenhass artikuliert. Irritierend ist also weniger der Name als die Namenswahl. Und auch der Titel des Albums, „Fungi From Yuggoth“ ist für Uneingeweihte eher nichtssagend – es handelt sich dabei um den Namen einer Sonnettsammlung von Lovecraft. Das Quintett legt damit den Fokus auf einen eher unterrepräsentierten Aspekt dessen Schaffens. Jeder Song widmet sich einem Sonnett und es kann dabei kaum verwundern, dass die Gesamtatmosphäre der CD eher düster, wenn auch nicht halbwegs so weltuntergänglerisch ausgefallen ist, wie vielleicht erwartet.

Ist die Wahl der textlichen Vorlage zwar einigermaßen exotisch, die Songs selbst sind es eher nicht. TERRIBLE OLD MAN spielen modernen Rock, der zwar hier und da Anleihen an die gegenwärtige Retro-Welle macht, durch seine härteren, in den Heavy Metal spielenden Momente aber deutlich frischer klingt. Dabei bewegt sich das Album eher in groovigen Gefilden, wie sie der äußerst gelungene Opener „The Book“ vorgibt. Der Song baut durch sein fettes Riffing und die eingängigen Melodiebögen ordentlich Spannung auf und kann auch atmosphärisch überzeugen. Das folgende „The Pursuit“ kann dieses Niveau durchgehend halten und bildet gleichzeitig durch sein hohes Tempo (vor allem im Refrain) einen klugen Kontrapunkt zum Opener. Auch die beiden Nummern „The Key“ sowie „Recognition“ demonstrieren kompositorisches Können und wissen vor allem durch die Gitarrenarbeit und den warmen, kräftigen Gesang zu gefallen – und vor allem „Recognition“ hat einen absolut treffsicheren Refrain.

Zwar plätschert der Song „Homecoming“ recht widerstandslos am Hörer vorbei und auch „Zaman´s Hill“ ist eher unspektakulär geworden (obwohl die Strophenführung ziemlich schmissig ist), aber mit „The Lamp“ haben TERRIBLE OLD MAN noch einen richtigen Hammer am Start. Alles in allem hätte die CD aber durchaus mehr Kanten vertragen, gerade in der zweiten Hälfte klingt „Fungi From Yuggoth“ häufig zu zahm. Trotzdem: Das Album macht Laune und man darf gespannt sein, welchen Werkausschnitt das dritte Album wohl behandeln wird.

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