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Saxon – Thunderbolt

SAXON, das ist eine Institution. Nicht nur, weil die Band weltberühmt ist für ihre Leistungen in den 1980ern. Seit der Jahrtausendwende verwaltet sie ihr Alterswerk mit einer beinahe beispiellosen Würde: sich selbst treu, ohne Trends hinterherzulaufen und doch ohne größere Durchhänger. Gelingt das auch mit dem jüngsten Output, „Thunderbolt“?

Auffällig ist, dass SAXON darauf verzichtet haben, das Album mit allzu schnellen Drums zu unterlegen. Es geht insgesamt wieder etwas ruhiger zur Sache als noch auf „Battering Ram“ oder „Sacrifice“. Vielleicht liegt es gerade daran, dass es den Mannen um Biff Byford gelungen ist, abwechslungsreiche Songs zu schreiben. So geht es auf „Nosferatu“ mit ordentlich Keyboards theatralisch zur Sache, wohingegen „The Secret Of Flight“ leicht progressive Einschläge aufzuweisen hat. Auf „Predator“ gibt es Gastvocals von Johann Hegg (Amon Amarth). Mit „They Played Rock And Roll“ ist schließlich eine typische Motörhead-Nummer auf dem Album zu finden, die sich ganz, ganz tief vor Lemmy und seiner Lebensleistung verneigt.

Dass dieses Konzept immer noch so gut funktioniert, liegt vor allem an der Qualität der beteiligten Musiker. Biffs Gesang ist immer noch bemerkenswert klar und ausdrucksstark. Aber auch der Rest der Band arbeitet ohne jede Schwäche. Bei aller Abwechslung auf dem Album kann „Thunderbolt“ aber natürlich nicht verhehlen, dass es das 22. Studioalbum von SAXON ist. Schon alleine deshalb kann nicht alles taufrisch klingen und soll es wohl auch nicht. Man wird deshalb nicht umhinkommen, festzustellen, dass „Thunderbolt“ trotz der erkennbaren Stärken in zehn Jahren sicher nicht zu den Must-Haves der Briten gehören wird.

Wer sich damit abfinden kann, erlebt auf „Thunderbolt“ eine spielfreudige Band, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten Varianzen testet, ohne aber jemals wirklich ihre Komfortzone zu verlassen. Das sind eben unverkennbar SAXON – nicht mehr, aber keinesfalls weniger.

Elvenstorm neu bei Massacre und kündigen neues Album an

Die aus Grenoble in Frankreich stammende Heavy-Metal-Band ELVENSTORM hat bei Massacre Records angeheuert und wird Ende Juni 2018 ihr drittes Album „The Last Conjuring“ veröffentlichen. Auch das Cover-Artwork steht bereits fest.

Trveheim-Festival: Line-Up komplett

Das TRVEHEIM-Festival hat sein Line-Up vervollständigt. Mit den beiden Headlinern Satan und Pokolgep, konnten zwei echte Ikonen des Heavy Metal verpflichtet werden. Aber auch die Bands aus der zweiten Reihe wie Praying Mantis, Portrait oder White Wizzard können sich sehen lassen.

Das Festival findet vom 24.-25. August in Halbergmoos bei München statt. Karten gibt es zu 65 Euro, inklusive Camping und Duschen.

Iron Maiden – The Book Of Souls: Live Chapter

Ein neues Album, eine neue Tour und selbstverständlich ein neues Livealbum. Nach diesem Prinzip bestritten Motörhead zuletzt ihre grandiose Karriere und auch die NWOBHM-Legende IRON MAIDEN hat offensichtlich an diesem Prozedere Gefallen gefunden. So erscheint zwei Jahre nach dem letzten Studioalbum „The Book Of Souls“ eine Liveplatte, die auf den beiden Teilen der Welttournee zu dieser Scheibe aufgenommen wurde. Programmatisch passend betitelte man das Ganze „The Book Of Souls: Live Chapter“.

15 Songs verteilen sich auf zwei CDs mit einer Spielzeit von 100 Minuten. Solide Sache. Interessant ist dabei, dass IRON MAIDEN hier nicht einen Auftritt von der Tour veröffentlichen, sondern quasi 15 Shows in dieser Veröffentlichung bündeln. Denn jeder Song stammt von einem anderen Konzert aus einem anderen Land, nicht selten gar von einem anderen Kontinent. „The Book Of Souls: Live Chapter“ ist also ein lupenreiner global player.

Dazu passt, dass dieser Veröffentlichung dadurch genau das abgeht, was ein Livealbum normalerweise ausmacht – die Stimmung. Denn die Fans sind meist nur sehr wenig zu hören, vielleicht mal ein wenig Jubel zu Beginn („Wrathchild“) oder am Ende eines Songs und natürlich während der obligatorischen Mitgröl-Gitarrenleads („The Red And The Black“). Aber es fehlt das Kohärente eines Auftritts, das Wachsen und Entladen der Anspannung bei den Fans oder auch die Ansagen zwischen den Tracks.

Die Setlist enthält erwartungsgemäß einige Nummern des aktuellen Albums. So finden sich neben den beiden eröffnenden Songs („If Eternity Should Fail“ und „Speed Of Light“) noch „The Red And The Black“, der Titeltrack und „The Great Unknown”. Dazu gesellen sich unsterbliche Klassiker wie „Powerslave“, „Children Of The Damned“, „Number Of The Beast“, „The Trooper“ oder „Fear Of The Dark“. Hier gibt es nichts zu meckern, auch wenn „Hallowed Be Thy Name” (welches auf Grund rechtlicher Streitereien nicht gespielt werden konnte) schon schmerzlich vermisst wird … besonders, da der „Ersatz“ „The Red And The Black“ die Klasse der Nummer natürlich nicht erreicht. Und warum es „Empire Of The Clouds“ – eine unheimlich starke Nummer – nicht als Vertreter des aktuellen Studiowerks auf die Livescheibe geschafft hat, fragt man sich auch. Vielleicht war der Track mit seinen rund 18 Minuten aber einfach zu lang.

Technisch gibt es nichts zu bemängeln: Der Sound ist klar und druckvoll, die Instrumente sind alle tadellos eingespielt und Bruce Dickinson klingt auch auf „The Book Of Souls: Live Chapter“ ganz großartig. Das charakteristische “Scream for me….“ ist, wie immer, zum Niederknien.

Letztlich ist „The Book Of Souls: Live Chapter“ ein Spiegel seiner Zeit und Umwelt. Alles ist sauber abgeliefert und technisch gut umgesetzt, aber irgendwie fehlt dem Ganzen die Seele und das mitreißende Element, das IRON MAIDEN bei Liveveröffentlichungen wie „Maiden England“ oder dem unerreichten „Rock In Rio“ ausmacht. Wer also bereits eine dieser – oder auch eine der anderen – Liveplatten von IRON MAIDEN im Schrank hat, braucht sich „The Book Of Souls: Live Chapter“ nur anzuschaffen, wenn er die Songs des entsprechenden Albums noch einmal „live“ hören will. Für Neueinsteiger bietet die Veröffentlichung wiederum einen guten Überblick über das Schaffen einer der größten Metalbands.

Rebellion – A Tragedy In Steel Part II: Shakespeare’s King Lear

Bei derartig sperrigen Titeln wie „A Tragedy In Steel Part II: Shakespeare’s King Lear“ bin ich ja immer skeptisch. Selten erwächst etwas Gutes aus verklausulierten Albumnamen. Allerdings, das muss man REBELLION zugutehalten, folgt der Titel nicht nur der bandinternen Tradition, sondern zitiert zugleich das Debütalbum der Band aus dem Jahr 2002. Damals namen sie sich Shakespeares Macbeth zur Brust und ließen aufhorchen. Seitdem sind 15 Jahre, sieben Alben und viele Bandmitglieder ins Land gestrichen – können REBELLION diesen Erfolg wiederholen?

Kurz und knapp: Oh ja. Und das ist gleich in vielfacher Hinsicht überraschend, denn REBELLION haben auf „Shakespeare’s King Lear“ noch mehr künstlerische Entscheidungen getroffen, die gerne mal schiefgehen. Zuallererst wäre da das Offensichtliche zu nennen. Es handelt sich um ein Konzeptalbum nach einer literarischen Vorlage und es enthält Sprechpassagen. Und wo es REBELLION tatsächlich gelingt, die streckenweise direkt von Shakespeare übernommenen Textzeilen geschickt unterzubringen, reißen die Sprechpassagen den Hörer doch immer wieder aus der musikalischen Immersion.

Natürlich ist das immer eine Frage des Geschmacks, aber wenn ich eine CD einlege, will ich Metal hören und kein Hörbuch. Allerdings halten sich die eingesprochenen Abschnitte meist sehr in Grenzen (außer auf „The Mad Shall Lead The Blind“ und „Thankless Child“). Gelegentlich passen sie sogar gut in die Songs.

Diese Schwachstelle machen REBELLION aber mit so ziemlich allem anderen wieder wett. Das liegt vor allem an der starken musikalischen Qualität. Auf dem Album werden so viele gut geschriebene, auf den Punkt performte Heavy-Metal-Kracher auf den Hörer losgelassen, wie man es schon lange nicht mehr gehört hat. Der Ohrwurm-Song „Stand Up For Bastards“ – großartig! Der Druck hinter „Dowerless Daughter“ – Oberliga! Das treibende Schlagzeug in „Storm And Tempest“ – wuchtig!

Stilistisch präsentieren sich REBELLION dabei fast eine Spur langsamer als auf ihren letzten Alben, verneinen aber auch nie ihre Nähe zu Grave Digger. Gut, das muss man auch nicht, wenn man von ehemaligen Mitgliedern der Gladbecker Traditions-Metalern gegründet wurde. Wichtig ist: Sie klingen nie wie eine Kopie und müssen sich vor niemandem verstecken. Das gilt besonders für Vokalist Michael Seifert. Er singt sich so facettenreich und kraftvoll durch die Songs, dass es eine wahre Freude ist, nur auf ihn zu achten. Alleine seine Leistung auf dem Opener „A Fool’s Tale“ illustriert dies nachdrücklich.

Auch auf die Gefahr hin, aus dem Schwärmen nicht mehr herauszukommen, muss noch eine Sache hervorgehoben werden: die Produktion. „Shakespeare’s King Lear“ klingt organisch, warm und druckvoll, auf allen Ebenen. Das Schlagzeug hat eine herrliche Präsenz, die Gitarren schneiden und der Gesang kommt genau in der richtigen Lautstärke aus den Boxen. Ein astreines Handwerk.

Machen wir es also kurz: REBELLION haben mit „A Tragedy In Steel Part II: Shakespeare’s King Lear“ schon im Januar die Messlatte für dieses Jahr hoch gehängt. Alle weiteren Scheiben aus dem Bereich des klassischen Heavy Metals werden sich an diesem Songwriting, diesem Klang und dieser Performance messen lassen müssen.

TV-Tipp: Bruce Dickinson im ZDF

In der heutigen Ausgabe des ZDF-Magazins „Aspekte“, wird es einen Beitrag über BRUCE DICKINSON geben. Das Ganze läuft unter dem Titel: „Vom Rocker zum Motivationsredner“.

Genauere Infos könnt ihr der Aspekte-Homepage entnehmen.

Loudness melden sich zurück

Die japanischen Heavy-Metal-Legenden LOUDNESS melden sich mit einem neuen Song zurück. „I`m Still Alive“ stammt von ihrem neuen Album „Rise To Glory“, dass am 26.01.2018 bei EarMusic erscheinen wird.

Rebellion veröffentlichen neues Musikvideo

Das neue REBELLION-Album „A Tragedy In Steel Part II: Shakespeare’s King Lear“ wird am 26.01. über Massacre Records erscheinen.

Nun hat die Band das offizielle Video zur neuen Single „A Fool’s Tale“, bei dem Patrick Heidekorn Regie führte, veröffentlicht, das ihr euch unten ansehen könnt.

Das Album wurde von Oliver Geibig und Tomi Göttlich produziert und von Oliver Geibig im Tonetown Music Studio gemischt und gemastert.