CD-Review: Eluveitie - Everything Remains (As It Never Was)

Besetzung

Christian Glanzmann – Gesang, diverse Instrumente
Ivo Henzi - Gitarre
Kay Brem – Bass
Merlin Sutter – Schlagzeug
Anna Murphy – Gesang, Drehleier
Meri Tadic – Gesang, Fiedel
Siméon Koch – Gesang, Gitarre
Päde Kistler – Sackpfeife, Akustikgitarre

Tracklist

01. Otherworld
02. Everything Remains (As It Never Was)
03. Thousandfold
04. Nil
05. The Essence Of The Ashes
06. Isara
07. Kingdom Come Undone
08. Quoth The Raven
09. [Do] Minion
10. Setlon
11. Sempiternal Embers
12. Lugdunon
13. The Liminal Passage
14. Otherworld (Bonus-Track)
15. The Liminal Passage (Bonus-Track)


Eigentlich bin ich über die Jahre hinweg nie ein großer Fan von Pagan Metal gewesen. Zu klischeehaft erschienen mir die Lyrics und die Aufmachung vieler bekannter Bands des Genres, ganz abgesehen von der instrumentalen Gestaltung, die mir immer zu sehr nach Robin Hood klang. ELUVEITIE aus der Schweiz schafften es hingegen auf Anhieb, mir alle meine Vorbehalte und Aversionen gegenüber des Genres zu nehmen. Der Bandname ist ein Wort in der Sprache des helvetischen Gallischs, in der ELUVEITIE auch teils ihre Texte verfassen und bedeutet „Ich, der Helvetier“.

Soviel dazu. Musikalisch überzeugen ELUVEITIE mit ihrem bewährten Mix aus Elementen der keltischen Volksmusik, des Melodic Death Metal, und des – ich weiß, für diese Aussage werden mich einige Leute steinigen wollen – Metalcore. Seien es der temporeiche Titeltrack des Albums, die hymnische Singleauskopplung „Thousandfold“ mit obligatorischem Sing-Along-Refrain, Stücke wie „Kingdom Come Undone“ mit seinem Metalcore-Refrain und das äußerst tanzbare und mächtig groovende „Nil“, heftige Melo-Death-Stücke wie „Do(Minion)“ oder die drei Instrumentalstücke, die das Album ausklingen lassen – ELUVEITIE wissen stets auf ihre Art zu überzeugen. Christian „Chrigel“ Glanzmann macht am Mikrophon eine ausgezeichnete Figur und vor Allem die gelegentlichen Gesangsduelle mit Drehleier-Spielerin Anna Murphy sind ein wahrer Segen für jedes Melo-Death-Herz. Herausragend und auch im Kontrast zum Rest des Albums steht weiterhin „Lugdunon“, in dem die Metal-Elemente quasi komplett verschwinden und die „Heya“-Gesänge von Anna Murphy das mit Abstand folklastigste Lied des Albums einleiten, wobei sich hierin auch so etwas wie ein Breakdown befindet. Und wenn die Melancholie mal Überhand nimmt, wie in „Quoath The Raven“, ist die Faszination zumindest bei mir groß. Sehr positiv finde ich auch, dass ELUVEITIE auf pompöse Keyboard-Intermezzi verzichten.

ELUVEITIE haben mit „Everything Remains (As It Never Was)“ ein in allen Belangen herausragendes, abwechslungsreiches Album geschaffen, das einfach keine Schwächen hat, toll produziert ist und in jeder Hinsicht mitreißt: Es eignet sich zum Mitspringen und –singen, Headbangen, Tanzen, Pogen, nennt es wie ihr wollt – Spaß machen ELUVEITIE überall. Für überzeugte Folk-Metal-Hasser ist das Album zwar dennoch nichts und hin und wieder könnten ELUVEITIE die „Drehleierei“ mal ein bisschen zurückschrauben. Ansonsten ist „Everything Remains (As It Never Was)“ jedem allerdings als langwährender Spaß ans Herz zu legen. Grandios!

Bewertung: 9 / 10

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