CD-Review: Forgotten Tomb - Springtime Depression (Re-Release)

Besetzung

Herr Morbid – Gesang, Gitarre, BassWedebrand – Schlagzeug

Tracklist

01. Todestrieb
02. Scars
03. Daylight Obsession
04. Springtime Depression
05. Colourless Despondency
06. Subway Apathy


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FORGOTTEN TOMB haben es nie zum wirklichen Durchbruch geschafft – und doch ist das Projekt des Italieners Herr Morbid mittlerweile da angekommen, wo man wohl irgendwie von Underground-Kult sprechen kann. Dementsprechend auch an dem Punkt, an dem es rentabel wird, Frühwerke wiederzuveröffentlichen, dachte sich wohl Agonia Records und schickte auf einen Schlag die drei ersten Veröffentlichungen erneut ins Rennen.

Der Dritte Agonia-Records-Re-Release im Bunde ist, logischerweise, “Springtime Depression”, das zweite Full-Length des zu dieser Zeit Ein-Mann-Projektes aus Italien.
Eine erste Überraschung hält hier der Sound bereit: Waren die ersten beiden Alben noch relativ höhenlastiger Black Metal, dröhnt “Springtime Depression” fast ein wenig: Druckvoll wummert die Bass-Drum aus den Boxen, und auch der Rest des Sounds ist dieses Mal deutlich mitten-/basslastiger ausgefallen.
Passend dazu ist auch die Musik nochmal ein Eck doomiger geworden: Vier der fünf Songs überschreiten die Sieben-, zwei davon gar die Zehn-Minuten-Grenze. Und wieder merkt man den Songs die Weiterentwicklung an: Das Material wirkt homogener und ausgereifter als noch auf dem Debüt-Album, die Melodien gehen im Sound zwar etwas unter, verschmelzen jedoch besser mit den Stücken… vor allem aber der Gesang klingt hier deutlich gekonnter und besser aufgenommen als zuvor. Mit dem Akustik-Interlude “Springtime Depression” kommt zudem etwas Abwechslung in das ansonsten leider erneut etwas monoton dahinplätschernde Songmaterial.
Dass Herr Morbid mit Wedebrand (u.a. Ex-Shining, Ex-Skitliv) einen durchaus talentierten Schlagzeuger verpflichten konnte, kommt der CD vor allem in den härteren Passagen mit Doublebass (“Scars”) sehr zu Gute.
Positiv herauszuheben ist zu guter Letzt auch der Bonustrack, welcher nicht nur für sich genommen ein wirklich veröffentlichenswertes Stück Musik ist, sondern sich zudem perfekt in die Albumatmosphäre eingliedert.

“Springtime Depression” ist das erste FORGOTTEN TOMB-Album, das ich ohne Vorbehalte empfehlen kann… und zwar sowohl Fans von Black Metal als auch von härterem Doom:
In Vereinigung beider Komponenten ist hier auch zum ersten Mal die spätere Suicidal-Ausrichtung der Band zu erahnen und führt dazu, dass das Album deutlich ausdrucksstärker daherkommt als beide vorherigen Releases. Eine runde Sache, die allemal einen Re-Release und, so man nicht bereits das Original besitzt, den Kauf wert ist.

Bewertung: 8 / 10

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