Blinde Gardinen

  • Krefeld, Kulturfabrik
  • 15. Mai 2003

In der Kulturfabrik tummeln sich in letzter Zeit einige namhafte Künstler, um unter mehr oder weniger kreativen Pseudonymen mal wieder Clubluft schnuppern zu können. Neben den Ärzten und sogar Sascha, gab sich diesmal Krefeld’s (musikalisches) Aushängeschild Blind Guardian die Ehre, die rappelvolle Kulturfabrik (war wohl trotz der klasse Namenstarnung kein so geheimer Gig) in einen Hexenkessel zu verwandeln. Den letzten Zweiflern, die noch an eine Coverband glaubten, wurde gegen 20:30 Uhr der Mund am wässerigsten, als nach dem obligatorischen „Nightfall in Middle Earth“-Intro, tatsächlich Blind Guardian mit „Into the Storm“ die Halle im Sturm (Nomen est Omen) nahmen.
Als Ersatz für Thomen ( nach wie vor Probleme mit den Nerven in einer Hand) hatten die Jungs Rhapsody/Avantasia Drummer Alex Holzwarth verpflichtet, der seinen Job im großen und ganzen zwar sehr ordentlich machte, aber doch das ein oder andere Mal bei Fill-Inns und Einsätzen leicht patzte. Allerdings war die Stimmung vom ersten Takt an so ausgelassen, dass die Hälfte der Leute weder das, noch Hansis kleinere „Versinger“ mitgekriegt haben dürfte… und dem Rest wars auch egal.

Die Setlist wurde eindeutig von „Imaginations from the other Side“ dominiert ( alles außer „A Past and Futur Secret“), so dass man andere, ältere Scheiben – bis auf zwingende Stücke wie „Valhalla“, „Welcome to Dying“ oder „The Bard’s Song“ – leider ein bißchen außen vor ließ.
Das vor allem letzterer einen absoluten Konzerthöhepunkt darstellte, dürfte nicht weiter überraschen, wobei mein persönlicher Favorit des Abends trotzdem eine nicht weniger schöne Version von „Lord of the Rings“ war.
Der schmale Grad zwischen Genie und Wahnsinn wurde dann bei „And then there was Silence“ hart strapaziert, wobei ich unheimlich überrascht war, wie livetauglich dieses Stück in einer etwas gekürzten Version ist.Nach den üblichen Zugabe-Spielchen wurde der Gig dann – wie immer – mit dem Übersong „Mirror, Mirror“ abgeschlossen und die Gardinen beendeten ihren Triumphzug unter frenetischem Jubel!!
Verdammt cooles Konzert einer Band, die trotz ihres Weltruhms nach wie vor zum Anfassen ist! Blind Guardian haben an diesem Abend wieder einmal eindeutig bewiesen, warum sie etwas so besonderes sind!!


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