HIM Showcase

  • Hamburg
  • 07. März 2003

BURIED ALIVE BY LOVE
THE FUNERAL OF HEARTS
BEYOND REDEMPTION
SWEET PANDEMONIUM
SOUL ON FIRE
THE SACRAMENT
THIS FORTRESS OF TEARS
CIRCLE OF FEAR
ENDLESS DARK
THE PATH

Endlich ist es soweit. Nach langer Zeit des Wartens und nach Zeiten derEnttäuschung („Deep Shadows & Brilliant Highlights“) stellten die fünf Finnen dieSongs ihres am 14.April erscheinenden vierten Albums „Love Metal“ erstmalseinem elitären Kreis von Fans in der legendären „Grossen Freiheit 36“ auf demHamburger Kietz vor. Elitär deshalb, da die Karten nicht im Handel zuerwerben waren, sondern ohne große Vorankündigung auf der Homepagewww.heartagram.com verlost wurden. Ich zählte mich nun zu den glücklichen, die eine Kartebekommen haben. Aus ganz Deutschland und auch aus anderen Nationen (für ichvöllig unverständlich, ich würd nie mehr als hundert Kilometer zu nem Konzertfahren, ausser zu Festivals wie das „Wacken Open Air“) fanden sich nunHIM-Anhänger in Hamburg ein, um einen Eindruck vom neuen Material zu bekommen.
Und dadie meisten aus dem Publikum wohl Fans alter Schule, sprich der beiden erstenAlben „Greatest Lovesongs Vol. 666“ und wohl auch dem Chartstürmer„Razorblade Romance“ waren, denn mit „DS&BH“ konnte man wohl eher weniger Fansdazugewinnen, sind diese Eindrücke durchweg positiv ausgefallen. Die Songs sind genaudas Gegenteil von dem, was Kritiker und Schwarzseher erwartet haben. HIMpräsentierten keinen einzigen Song, wo nicht irgendwo eine laute, verzerrteGitarre oder ein brachiales Riff auftauchte. Schon der Opener „Buried alive byLove“ ist das härteste und schnellste, was ich von HIM kenne, und ich kenne soziemlich alle veröffentlichten und unveröffentlichten Songs. Beim hörendachte ich mir: „Das Teil hat gute Chance auf den Posten deines neuenLieblingssongs.“ Leider stellte sich dann während des Konzerts raus, dass der Platzgleich mehrfach belegt werden wird. Als Kontrast dazu folgte die am 17.3rauskommende Single „The Funeral of Hearts“, das Video dazu läuft ja bereits auf deneinschlägigen Sendern. Kontrast deshalb, da dieser Song eher Midtempocharakterhat. Nichts desto trotz ein waschechter Ohrwurm Marke Valo, der es auch amnötigen Gitarrensound nicht mangeln lässt.

Nach diesem Song habe ich die Titelankündigungen Valos nicht mehr wirklichverstanden (die ersten beiden Songs hab ich auch nur erkannt, da ich das„Funeral of Hearts“-Video schon gesehen hab und von „Buried alive by Love“ hab ichne ziemlich schlecht aufgenommene Liveversion im Netz gefunden, da standwohl jemand mit nem Kassetenrekorder im Tavastia-Club), denn er nuscheltedermaßen, dass nicht nur ich den Verdacht hatte, dass da jemand vor der Show schonordentlich einen getrunken hatte. Hinzu kam, dass die Tontechniker dasirgendwie nicht hinbekommen haben, dass Valos Mikro laut genug ist. Man verstandvor allem am Anfang so gut wie gar nichts vom Gesang. Wie gesagt, die Titel habe ich nicht mehr verstanden, und auch die schonveröffentlichte Albumsetlist hilft mir nicht mehr wirklich die Titel zuzuordnen.Was ich so sagen kann ist, dass z.B. „Sweet Pandemonium“ derruhigste/atmosphärischste Song ist. Was nicht heißt, dass sich da wieder eine Schnulze aufsAlbum geschlichen hat, viel eher ist der Song stilistisch bei „Bury me deepinside your heart“ anzusiedeln, jedoch mit einem brachialeren Refrain, so alsob „Bury me deep inside“ auf dem allerersten Album wäre.
Das einzig blöde anden neuen Songs ist also, dass die alle bei mir Ohrwürmer fabriziert haben,die sich schon beim Verlassen der Grossen Freiheit vermischten.Deshalb kann ich zu den einzelnen Songs nicht mehr soviel sagen bis auf dieTatsache, dass es absolut keine reine Ballade gibt. Es gibt schnellere undlangsamere Songs, die aber alle zumindest eine druckvollen, lauten Metalrefrainhaben. Zum Sound der Songs kann ich dagegen etwas mehr schreiben. So ist derName diesmal wirklich Programm. Während im Schnitt in den Strophen, dieallesamt sehr tragend und von einer faszinierenden Atmosphäre sind, eherverträumte Romantik im Sound vorherrscht (die Texte hab ich nicht verstanden, aberich denke es dürfte klar sein in welche Richtung die sich bewegen :-)) regiertin den Refrains der Metal. Auch mein geheimer Wunsch nach mehr Solos hatsich erfüllt, denn davon sind für ein HIM-Album aussergewöhnlich vielevorhanden. Sicherlich sind es keine hochanspruchsvollen Eskapaden, die sich GitarristLinde da leistet, aber es war dass, was die Songs noch brauchten. Waren diebeiden letzten Alben noch komplett um Villes Stimme herum aufgebaut, gibt esjetzt auch wieder einige Instrumentalstellen wie auf dem ersten Album. Vorallem der letzte Song „The Path“ endet in einem ausufernden Instrumentalpart,wie man ihn von HIM nicht erwartet hätte. An irgendeiner Stelle des Gigsspielte Gas an den Drums sogar Doublebass, etwas,dass ich nicht zu träumen gewagthatte. Auch hier gilt zwar, dass das sicher nicht das ultimative Drumming war,bei weitem nicht, aber das sind diese Kleinigkeiten, die den Sound abrunden.

Alles in allem klingt „Love Metal“ wie irgendwas zwischen „GreatestLovesongs Vol.666“ und „Razorblade Romance“. Oder besser gesagt, wie ein erwachsengewordenes „Greatest Lovesongs“ Album, bei dem die Metalattitude geblieben ist,jedoch alles zusammen einfach reifer und atmosphärischer klingt und wenigerungestüm. Dieses Konzert zeigte mir, weshalb ich mich HIM-Fan nenne und ichglaube, mit „Love Metal“ werden viele Kritiker verstummt und „Deep Shadows &Brilliant Highlights“ vergessen sein.


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