HIM w/ Zeraphine, Dog Eat Gun

  • Soundgarden Dortmund
  • 05. April 2004

Wie es eine Verkettung diverser glücklicher Umstände so wollte, bot sich meiner Wenigkeit die Gelegenheit dem zweiten von zwei HIM Konzerten im Dortmunder Soundgarden beizuwohnen.
Da wir erst nach 8 Uhr ankamen, kriegten wir die erste Vorband (Dog Eat Gun (?)) und ihren nicht zu spektakulären Gothrock nur noch am Rande mit. Dann blieb uns allerdings die volle Breitseite Zeraphine nicht erspart. Ich möchte die Jungs hier jetzt wirklich nicht verreißen, aber es war einfach überhaupt gar nicht mein Ding: Langweilige, drucklose Songs, denen irgendwie jeder Höhepunkt zu fehlen schien, gepaart mit absolut durchschnittlichem Gesang. Ok, das mag vielleicht noch so manch einer anders sehen, aber auch der größte Zeraphine-Verehrer wird zugeben müssen, dass es schwach ist, sämtliche Keyboards und Synthies vom Band kommen zu lassen, obwohl sie bei fast allen Songs elementarer Bestandteil sind. Dennoch ernteten die Jungs einiges an Applaus.
Nach der Umbaupause ging dann pünktlich mit Beginn des Intros aus verschiedenen Ecken das Geschrei nach Ville Valo los, doch das Beischlafgebettel der Bravofraktion verstummte zum Glück relativ schnell wieder, bzw. ging im Opener „Buried Alive By Love“ unter. Es folgte ein fulminanter Streifzug durch alle Alben der Finnen, bei dem ältere Songs wie „Your Sweet 666“ genauso zur Geltung kamen wie neuere Nummern à la „Beyond Redemption“. Es war eigentlich egal was die Jungs spielten, jeder Song kam hervorragend an, was im überragenden „Join Me“ oder dem abschließenden „Funeral Of Hearts“ definitiv gipfelte!Schade war allerdings, dass sich wie immer alles nur auf Ville Valo fokussierte, denn der Rest der Band bewies sehr eindrucksvoll sein musikalisches Können und scheint viel zu sehr im Schatten des ebenso merkwürdigen wie charismatischen Sängers zu stehen.
Gas am Schlagzeug und der Aktivposten am Bass Migé sorgten für einen fetten Groove, während Keyboarder Burton zwischen kitschigen Klangteppichen und einigen coolen Soli balancierte, die jedoch von Gitarrist Linde noch um einiges überboten wurden!Im Gegensatz dazu muss man leider sagen, dass Herr Valo erst einige Songs brauchte, um stimmlich in Fahrt zu kommen, was bei den paar Schachteln Kippen am Tag allerdings kein Wunder ist. Wunderlich hingegen waren seine vor sich hin genuschelten Ansagen und Anekdoten (?) zwischen den Songs, die zwar schon irgendwie nett wirkten, aber den Rest der Band währenddessen vollends zu Statisten zu deklassieren schienen. Dafür stimmte aber, wie gesagt, musikalisch alles!
All diese Eindrücke vermischten sich schlussendlich zu einem sehr schönen Konzertabend, der jedoch im Nachhinein ein leichtes Stirnrunzeln hinterlässt, da die Atmosphäre doch irgendwie merkwürdig und auf eine gewisse Art und Weise angespannt war. Dennoch kann der Gang zum HIM-Konzert eigentlich jedem Fan der Gruppe empfohlen werden.


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