Subway To Sally w/ Leaves Eyes

  • Bremen, Aladin
  • 27. Dezember 2005

Subway To Sally und die Leaves Eyes gehören mittlerweile zu den bekanntesten Bands ihres Genres. Und das konnte man am 27.12. im Bremer Aladin auch deutlich merken. Knapp 2000 Menschen drängelten sich in dem Club und versuchten durch die Säulen einen Blick auf die Bühne zu erhaschen. Viele wohl leider vergeblich, denn es scheit so, als hätte der Veranstalter bei Weitem zu viele Karten verkauft.

So war der Verastaltungsort auch schon gut gefüllt, als die Leaves Eyes die Bühne betraten. Zum Einstieg hätten sie sich wohl kein besseres Lied aussuchen können. Der „Norwegian Lovesong“ als kraftvolles Stück war ideal, um die Stimmung aufzuheizen. Die elegischen Hymnen der deutsch-österreichische Kollaboration mit norwegischer Sängerin kommen live ohnehin ein gutes Stück energiegeladener und kraftvoller daher, als auf Platte. Zudem sorgte Liv Kristine mit sympathischen Ansagen in perfektem Deutsch dafür, dass die Band einige Hörner und ordentlich Applaus ernten konnte.

Auch die Bühnenshow der Kapelle war nicht von schlechten Eltern: Gerade die beiden Gitarristen Thorsten Bauer und der kurzhaarige Mathias Röderer liesen die Köpfe gewaltig kreisen, während sich Basser Christian Lukhaup eher aufs Posen konzentrierte. Aber wen wundert das auch? Haben die Musiker mit ihrer eigentlichen Hauptband Atrocity doch einiges an Live-Erfahrung aufzuweisen.

Am engagiertesten war jedoch Livs Mann Alexander Krull, der bei vielen Liedern mit auf der Bühne stand, um seine Growls beizusteuern. Zwischen seinen Gesangseinlagen hatte er allerdings massig Zeit, um das Publikum anzuheizen und kräftig zu posen. Ausserdem verfügt der gute Mann über eine wahnsinnige Haarpracht, die er immer wieder in Bewegung setzte und so bei einigen der Anwesenden für offene Münder sorgte. Gerade durch Alexander ist der Energielevel des Auftritts der Leaves Eyes also noch einmal in die Höhe geschnellt.

Schade nur, dass viele der Anwesenden so gar keine Augen und Ohren für diesen hatten. Bereits jetzt skandierten sie lauthals den Subway To Sally Hit „Julia und die Räuber“. Aber damit muss eine Band, die den Support für die Potsdamer gibt, leider nun mal rechnen. Auch wenn es schade ist.

Logischerweise war die Stimmung als dann die Headliner die Bühne betraten sofort am kochen. Jubel, Pommesgabeln, Klatschattacken und lautes Mitgröhlen der Texte begleiteten den gesamten Auftritt der Ostdeutschen, die eingehüllt in künstlichen Schnee die Bühne betraten.

Das Set der Band bestand dieses Mal durchaus erfrischenderweise nicht nur aus den üblichen Verdächtigen, sondern vor Allem aus den schnelleren und kräftigeren Stücken, wie zum Beispiel „Schneekönigin“ vom neuen Album „Nord Nord Ost“. Auf der anderen Seite konzetrierte sich das Septett aber auch nicht nur auf dieses Werk. Im Gegenteil: Die Anzahl der Tracks des eher mittelmäßigen Albums war erfreulich gering, so dass alte Gassenhauer wie „Die Schlacht“ oder der „Liebeszauber“ zum Zuge kommen und ihre Kraft entfalten konnten.

Über die Show der Kapelle müssen wir uns freilich nicht weiter unterhalten. Subway To Sally werden von den Fans und der Presse mit Fug und Recht zu den besten Live-Bands der Bundesrepublik gezählt. An diesem Abend fiel neben Sänger Eric Fish und Gitarrist Bodenski vor Allem der Basser Sugar Ray auf, der heute mit seinen Posen und den Luftgitarreneinlagen den einzigen „richtigen“ Metaller auf der Bühne abgab. Der Rest der Show war allerdings eher altbekannt: Schneekanonen und einige Pyroeffekte. Neu hingegen waren die Flammenwerfer die Bodenski und Simon am Ende des Sets bemühten. Allerdings haben wir die auch schon bei Rammstein gesehen. In sofern also eigentlich nichts aufregendes.

So verlief im Übrigen auch der gesamte Gig. Die Band kredenzte den Fans ihre altbekannten Hits auf altbekannte Weise. Diese nahmen das auch gerne an. Nur: Wer schon das ein oder andere Konzert von Subway gesehen hat, für den wurde es irgendwie langweilig. Zwar handelte es sich beileibe um keinen schlechten Auftritt, aber irgendwie hat mir die Magie gefehlt, die ich gespürt habe, als ich die sieben Berliner zum ersten und zweiten Mal live auf der Bühne sah.

Zum Schluss sollten wir vielleicht noch einige Worte zum neuen Drummer Simon Michael verlieren: Der gute Mann hat zur Show einiges beigetragen. Insofern das denn hinter einem Drumkit geht, hat er ordentlich gepost und mit seinem Erscheinungsbild zum guten Gesamteindruck beigetragen. Allerdings war von seinem Instrument auch der ein oder andere Verspieler zu hören. Hoffen wir einfach, dass er sich in Zukunft noch besser in das Material einfindet, damit so etwas nicht mehr passiert.

Letztendlich haben alle Anwesenden an diesem Abend einen soliden Gig gesehen. Die Fans haben von ihren Helden genau das bekommen, was sie erwartet haben. Aber leider auch nicht mehr. Und der in meinen Augen etwas bessere Auftritt der Leaves Eyes ist bei ihrer Begeisterung für den Headliner leider etwas unter gegangen. Aber so ist das wohl, wenn man als Vorband von Subway To Sally auftreten muss.


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