CD-Review: Arch Enemy - Rise Of The Tyrant

Besetzung

Angela Gossow – Gesang
Michael Amott – Gitarre
Christopher Amott – Gitarre
Sharlee D’Angelo – Bass
Daniel Erlandsson – Schlagzeug

Tracklist

01. Blood On Your Hands
02. The Last Enemy
03. I Will Live Again
04. In This Shallow Grave
05. Revolution Begins
06. Rise Of The Tyrant
07. The Day You Died
08. Intermezzo Liberte
09. Night Falls Fast
10. The Great Darkness
11. Vultures


Freunde, manchmal ist es von Vorteil, morgens um 5 alleine im Auto auf der Landstraße zur Arbeit zu müssen. Warum? Darauf komme ich im weiteren Verlauf zurück. 2 Jahre ist es her, dass ARCH ENEMY ihren Fans mit dem Album „Doomsday Machine“, die komplette Vollbedienung in Sachen Death Metal geliefert haben. Somit darf man gespannt sein, ob man das Niveau des Vorgängers mit dem hier vorliegenden Album „Rise Of The Tyrant“ halten kann, bzw. noch eine Schüppe drauf legt. Los gehts mit dem Opener “ Blood On Your Hands“. Eine Sirene ertönt, die stark an das allseits bekannte Nuklearwaffen Warnsignal erinnert und schon lässt Frontfrau Angela Gossow einen Growl vom Stapel, dass man als Mann aufgrund solch enormer weiblicher Boshaftigkeit nur schwul werden kann, oder die Matte, ob vorhanden oder nicht, kreisen lässt.

Die Amott Brüder leisten ganze Arbeit und feuern alleine in der ersten Minute des Openers mehr Soli ab, als andere Bands auf einem ganzen Album. Schnelle Riffs geben hier den Ton an, bevor man beim Refrain das Tempo rausnimmt, um es zehn Sekunden später wieder knallen zu lassen. Der richtige Anfang ist gemacht und was mit „Blood On Your Hands“ begonnen hat, wird mit dem zweiten Song „The Last Enemy“ quasi perfektioniert. Ein solch harmonisches Zusammenspiel in den ersten 30 Sekunden von Gittare und Schlagzeug in diesem Tempo hört man selten. Spätestens hier malträtiert man des öfteren die Repeat Taste seines CD-Players und wenn heute morgen um kurz nach 5 jemand einen roten Wagen im Stadtgebiet Schmallenberg, hat in Schlangenlinien über die Landstraße fahren sehen, dann möchte ich mich entschuldigen, aber der Song nötigt einen quasi zum Mitbangen, egal wo man sich gerade befindet. Unnötig zu erwähnen, dass auch hier an der Gitarre gezaubert wird, dass sich die Saiten biegen. Zwei apruppte Tempowechsel macht „The Last Enemy“ mit, um dann langsam auszuklingen und man kann sich sicher sein, dass ARCH ENEMY damit den letzten Feind oder auch Skeptiker ihrer Musik überzeugt haben.

Nach gut neun Minuten wildem Geholze, geht es mit “ I Will Live Again“, beschaulicher zur Sache. Ein Keyboardintro leitet das Stück ein und diese Melodie behält man auch konsequent bei, geparrt mit einem Staccato-Riffing. Man kann es sich anhören, verpasst allerdings im Vergleich zum Auftakt nichts bahnbrechendes. Zur Mitte des Album erwartet uns der Titeltrack „Rise Of The Tyrant“, welcher mit einem Voice-Intro beginnt. Nach diesem wird einem allerdings bewusst, dass der Tyrann nicht mehr auferstehen muss, er ist bereits anwesend und knallt in voller Lautstärke aus den Boxen. Für den Titeltrack hätte man allerdings etwas innovativer zu Werke gehen können. Das Riff im Song klingt recht gewöhlich, aber auch druckvoll, wird aber nicht vom Übergang des Voice-Intros zum Song überboten. Jeder hat irgendwann mal ein Intermezzo? Stimmt, auch ARCH ENEMY haben ein solches zum Ende hin für ihre Hörer parat. Dabei handelt es sich um ein reines Instrumentalstück, bei dem es die Amott Brüder schaffen, ihre Gitarren wie Dudelsäcke klingen zu lassen. Auch wenn das Stück sehr gemächlich daher kommt, macht es Spaß, dem Spiel zu lauschen. Wir nähern uns dem Ende, welches mit „Vultures“ seinen Lauf nimmt. Ein Melodiebogen zum Aufbau, bevor es dann noch einmal richtig zur Sache geht. Angela holt nocheinmal alles aus ihren Stimmbändern und die Amotts müssen ihre Gitarren wohal danach entsorgt haben. Auch der Rest der Band glänzt noch einmal mit seinem können und nach 6 1/2 Minuten ist der Zauber vorbei.

Was übrig bleibt, ist ein Album, dass ohne Frage in einem Rutsch im CD Player auf Dauerrotation laufen kann. Es knallt und kracht an allen Enden, es wird gefrickelt was das Zeug hält, mehr kann sich das Metalherz kaum wünschen. Auch wenn der ein oder andere Song mal ein wenig abfällt: Freunde, auf diesem Niveau bricht man sich wahrlich keinen Zacken aus der Krone. Wer es schon immer geahnt hat, hier ist der Beweis, dass Schweden noch mehr zu bieten hat, als preiswerte Möbel und Köttbullar. Skål!!!

Bewertung: 9.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: