CD-Review: Auðn - Farvegir Fyrndar

Besetzung

Hjalti Sveinsson - Gesang
Aðalsteinn Magnússon - Gitarre
Andri Björn Birgisson - Gitarre
Hjálmar Gylfason - Bass
Sigurður Kjartan Pálsson - Schlagzeug

Tracklist

01. Veröld Hulin
02. Lífvana Jörð
03. Haldreipi Hugans
04. Prísund
05. Ljósaslæður
06. Blóðrauð Sól
07. Eilífar Nætur
08. Skuggar
09. Í Hálmstráið Held


Island scheint in Relation zur Bevölkerungsdichte in den letzten Jahren besonders viele erwähnenswerte Bands hervorgebracht zu haben. Auch AUÐN, die bereits mit ihrem selbstbetiteltem Erstlingswerk in 2015 ein ganz beachtliches Debüt veröffentlicht haben, legen 2017 mit „Farvegir Fyrndar“ nach. Wie der Albumtitel, der mit „Altes Flussbett“ übersetzt werden kann, bereits vermuten lässt, singen AUÐN auf isländisch und folgen den Wurzeln ihrer interessanten Vergangenheit.

Musikalisch gehen die Kompositionen eher in Richtung Black Metal mit leicht folkloristischen Einflüssen. Der Eröffnungstrack „Veröld Hulin“ täuscht mit hohlem Getrommel, welches fast wie in einer Berghöhle aufgenommen klingt, und sanften Melodien an, bevor er dann in ein sattes, mitreißendes Black-Metal-Stück übergeht. Wenn es die gleiche Sprache wäre, würden einem zuerst Parallelen zu den alten Borknagar-Scheiben einfallen. Doch natürlich geben AUÐN ihren Klanggebilden eine eigene Note. Durch die fetten Gitarrenriffs und die schweren, tiefen Bass- und Schlagzeugklänge kämpfen sich immer wieder hochmelodische, fast epische Passagen, die enorm mitreißen. Beißender, selbstbewusster, mit Hall unterlegter Growlgesang rundet den konträren Hörgenuss ab und lädt den Hörer zu einer imaginären Reise zu Islands wilden Fjorden ein.

Das fast sieben Minuten lange Stück „Ljósaslæður“ kann man wohl als das schwermütigste Monstrum des Albums bezeichnen. Mit schleppender Düsternis wird ein wenig Kontrast zum Rest des Werkes geschaffen. Ein Eröffnungsschrei à la Austere läutet die nun folgende Vertonung von Schwermut und finsteren Gedanken ein. Davon abgesehen fühlt sich die ganze Scheibe mit fast 50 Minuten Spielzeit wie ein einziger, langer Song an, der nach und nach die Kultur Islands abhandelt und je nach Maßgabe variiert und neue Facetten einschließt.

Hin und wieder überraschen AUÐN auf „Farvegir Fyrndar“ auch mit sehr zurückgenommen Passagen, die nur spärlich instrumentiert sind, jedoch nur, um kurz darauf wieder ordentlich die Kreisch- und Schredder-Keule zu schwingen, all dies mitunter sehr roh. Liebhaber von frostigem Black Metal, die ab und an der Abwechslung zuliebe auch pagane Bands hören, die lyrisch von ihrer Heimat singen, werden in AUÐN die perfekte Verbindung von beidem finden. Dieser faszinierende Bastard aus zwei Welten weiß trotz nicht ganz abgerundeter Klangqualität, was leichtes, aber trotzdem überflüssiges Rauschen im Hintergrund betrifft, packend und gekonnt zu beeindrucken.

Bewertung: 7.5 / 10

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