CD-Review: Dust Bolt - Trapped In Chaos

Besetzung

Lenny Bruce - Gesang, Gitarre
Flo Dehn - Gitarre
Bene Münzel - Bass, Hintergrundgesang
Nico Remann - Schlagzeug

Tracklist

01. The Fourth Strike
02. Dead Inside
03. The Bad Ad
04. Bloody Rain
05. Rhythm To My Madness
06. Shed My Skin
07. Killing Time
08. Trapped In Chaos
09. Another Day In Hell


Von der Nachwuchshoffnung im Thrash Metal kann man bei DUST BOLT inzwischen wohl nicht mehr sprechen. Nach drei hörenswerten Alben hat sich die Band aus Landsberg am Lech inzwischen einen festen Status im deutschen Thrash Metal erspielt. Mit „Trapped In Chaos“ präsentieren die vier Musiker nun ihr viertes Album. Und als langjähriger Hörer stellt man sich die bei Thrash Metal allgemein nicht ganz unberechtigte Frage: Klingt alles weiterhin wie bisher?

Nicht ganz. Zwar wartet auch „Trapped In Chaos“ mit jenen Slayer-inspirierten, messerscharfen Thrash-Riffs auf, die schon DUST BOLTs vorherige Veröffentlichungen prägten. Jedoch hat die Formation dieses Mal den Einsatz melodiösen Klargesangs noch ein Stückchen weiter ausgebaut: War dieser zwar auch auf den Vorgängern schon stellenweise vorhanden, lässt Fronter Lenny sich auf der neuen Platte etwas öfter zu eingängigen Gesangsmelodien hinreißen.

Das funktioniert bei Songs wie dem fetzigen Opener „The Fourth Strike“ oder der Ohrwurm-Lead-Single „Dead Inside“ noch ziemlich gut. Dort dient der Klargesang lediglich dazu, eine gefällige Hook zu etablieren. Weniger können dagegen das etwas brave „Bloody Rain“ oder die abschließende Ballade „Another Day In Hell“ überzeugen. Sobald der Fokus nicht mehr auf der Rhythmusfraktion, sondern auf Lennys nicht gerade bahnbrechend kreativen Melodien liegt, säuft die Band ein wenig ab und die Tracks verkommen zu Fillern.

Doch wen das nun im ersten Moment abschrecken sollte, dem sei versichert: Der klassische, rasante Thrash Metal ist auf „Trapped In Chaos“ immer noch klar in der Überzahl. Abgesehen von den eben genannten Stücken leisten sich DUST BOLT hier nämlich keinerlei Ausrutscher und brettern gekonnt von Song zu Song. Besonders Tracks wie das mit gerade einmal zwei Minuten genau auf den Punkt gebrachte „Killing Time“ (Metawitz?) sowie die nicht minder mitreißenden Lieder „Shed My Skin“ und „Rhythm To My Madness“ können mit gelungenen Riffs und Schlagzeug-Grooves überzeugen.

DUST BOLT haben es also ein viertes Mal geschafft, die Thrash-Metal-Welt von sich zu überzeugen. Mit „Trapped In Chaos“ legt die Truppe ein Album vor, das sich, trotz der zahlreich vertretenen Konkurrenz im Genre, zweifellos hören lassen kann. Von zwei nicht gänzlich überzeugenden Songs einmal abgesehen liefert jedes Lied auf DUST BOLTs neuem Werk ein Feuerwerk an effektvollen Thrash-Riffs ab. Damit beweist sich „Trapped In Chaos“ als Album, das dem Hörer viel Vergnügen bereitet. Hoffentlich bleiben die Jungs auch in den kommenden Jahren qualitativ weiterhin so konstant.

Bewertung: 8 / 10

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