CD-Review: Marduk - Serpent Sermon

Besetzung

Mortuus – Gesang
Morgan – Gitarre
Devo – Bass
Lars – Schlagzeug

Tracklist

01. Serpent Sermon
02. Messianic Pestilence
03. Souls For Belial
04. Into Second Death
05. Temple Of Decay
06. Damnation's Gold
07. Hail Mary (Piss-Soaked Genuflexion)
08. M.A.M.M.O.N.
09. Gospel Of The Worm
10. World Of Blades
11. Coram Satanae (Ltd. Edition Bonustrack)


Drei Jahre ist es her, dass MARDUK mit „Wormwood“ ihr bislang letztes Album veröffentlichten, und mit dem mitunter für eine skandinavische True-Black-Metal-Band doch recht unkonventionellen Material ihre Fanschar spalteten. Doch was man von dem Album auch halten mochte, schlussendlich war das Werk ein weiterer Beweis dafür, dass MARDUK nicht zu unrecht die wohl bekannteste Band der schwedischen Black-Metal-Szene sind – schaffen sie es doch seit nunmehr zwei Dekaden ein ums andere Mal, sich selbst treu zu bleiben und den eigenen Stil dennoch insofern weiterzuentwickeln, als dass man jedes Mal bedenkenlos zuschlagen kann, wenn ein neues MARDUK-Album ansteht.

Nicht anders verhält es sich dieses Mal – denn was die Herren um Bandleader und Gitarrist Morgan Håkansson komplett in Eigenregie aufgenommen und produziert haben, dürfte wohl zu den stärksten Werken der Band zählen: Quasi in Perfektion ergänzen sich hier die bereits auf der „Iron Dawn“-EP angedeuteten Reminiszenzen an das gute, alte „Panzerdivision“-Geknüppel, mit der Vielschichtigkeit der Kompositionen, wie man sie auf „Rom 5:12“ zu hören bekam – und erinnert so nicht zuletzt an Meisterwerke wie „World Funeral“.
Bereits der den Reigen eröffnende Titeltrack weiß zu überraschen: In einen ziemlich treibenden, vor Kraft und Aggression strotzenden MARDUK-Song hat sich hier ein Refrain geschlichen, auf den die Kollegen von Dark Funeral stolz wären, so dass sich der Song als ähnlich süchtig machender Ohrwurm entpuppt wie deren „Atrum Regina“ oder „My Funeral“. Was folgt, ist dann schon typischer für MARDUK, jedoch im besten Sinne: In alter Stärke prügelt das Werk der Schweden aus den Boxen… und setzt mit Songs wie „Into Second Death“ neue Maßstäbe in Sachen Gnadenlosigkeit. Was bei alledem neben dem schlichtweg perfekten Sound am meisten zu begeistern weiß, ist Sänger Mortuus, der sich stimmlich variabler denn je präsentiert und damit ein weiteres Mal eindrucksvoll den Beweis antritt, dass ihm derzeit wohl kaum ein Fronter im Black-Metal-Sektor das Wasser reichen kann.
Mit einer guten Dreiviertel Stunde ist „Serpent Sermon“ vielleicht einen Tick zu lang ausgefallen, um den Hörer bis zur letzten Note bei der Stange zu halten – über derartige „Mängel“ jedoch überhaupt nur nachzudenken ist in Anbetracht der Klasse dieses Albums schlichtweg kleinlich.

Mit „Serpent Sermon“ stellen MARDUK ein weiteres Mal ihre Klasse unter Beweis und dürften spielend auch jene Fans wieder mitreißen, welchen „Wormwood“ einen Zacken zu verschroben war. Denn verglichen dazu ist „Serpent Sermon“ ein überraschend straightes Black-Metal-Album geworden. Vergleicht man das Werk jedoch mit dem, was andere Bands als Black Metal verkaufen, wird erst deutlich, wie groß doch der qualitative Vorsprung ist, den sich MARDUK über die Jahre herausgearbeitet haben. Ein Pflichtkauf für alle Fans.

Bewertung: 8.5 / 10

Geschrieben am

Antworten

Your email address will not be published. Required fields are marked *

You may use these HTML tags and attributes: