CD-Review: Necrophobic - Death To All

Besetzung

Tobias Sidegård - Gesang
Sebastian Ramstedt - Gitarre
Johan Bergebäck - Gitarre
Alex Friberg - Bass
Joakim Sterner - Schlagzeug

Tracklist

01. Celebration Of The Goat
02. Revelation 666
03. La Santisima Muerte
04. For Those Who Stayed Satanic
05. Temple Of Damnation
06. The Tower
07. Wings Of Death
08. Death To All


Wer seit 1989 aktiv ist, kann sich getrost zu den alten Hasen zählen. So auch die Schweden von NECROPHOBIC, die seit jeher für eine rasante Mischung aus Black- und Death Metal stehen und aus der Szene schon lange nicht mehr wegzudenken sind. Im Frühjahr 2009 kamen sie mit einem eindeutigen Statement um die Ecke: „Death To All“ lautete die Devise.

Nachdem der direkte Vorgänger „Hrimthursum“ drei Jahre zuvor schon für Begeisterung seitens der Fans sorgte, blieb eine spannende Frage bestehen: Wird das schwedische Todeskommando je wieder ein Album der Marke „The Nocturnal Silence“ oder „Darkside“ einspielen? Beides Werke, die schon sehr früh den Sound NECROPHOBICs definierten und nicht umsonst bei vielen Anhängern als Klassiker angesehen werden. Mit dem sechsten Todeswunsch machten die Jungs klar, was sie solch Erwartungshaltungen kümmert: einen feuchten Dreck.

Dieser Fuck-Off-Attitude verliehen sie auch nachhaltig Ausdruck. Schon der Opener „Celebration Of The Goat“ bestimmt die Marschroute für das sechste Studioalbum: teuflischer Black/Death Metal, aufgelockert durch etliche, sauber arrangierte Thrash-Metal-Elemente. Und, so viel sei an dieser Stelle schon einmal verraten: besser als auf „Death To All“ klang ihre infernale Mischung noch nie! „Revelation 666“ versprüht eine immense Spielfreude und markiert den ersten kleinen Hit. Kontinuierlich bewegt man sich zwischen Melodie und Härte, was im Resultat extrem abwechslungsreich und spannend klingt. Auf „La Santinisma Muerte“ fungierte kein geringerer als Erik Danielsson als Gastsänger (welcher sich auch für die Gestaltung des Covers verantwortlich zeigt) und „For Those Who Stayed Satanic“ kann wohl als Ode an die (zahlreichen) Fans verstanden werden. Ein weiterer mitreißender, äußerst hitverdächtiger Höhepunkt der sechsten Full-Length. Danach, so mein subjektives Empfinden, flacht die Qualität des Dargebotenen minimal ab, nur um mit „Wings Of Death“ gegen Ende noch mal Vollgas zu geben. Nach einem atmosphärischen Einstieg geht es im Mid-Tempo-Bereich auf eine epische Reise, die einem regelrecht Gänsehaut beschert und den Spannungsbogen dabei stets aufrechterhält. Der finale Titel-Track markiert dann den letzten großen Höhepunkt auf diesem hochklassigen Album.

Songwriting, Arrangements, Breaks: Hier stimmt einfach alles. In einer knappen Dreiviertelstunde servieren uns NECROPHOBIC eine Lehrstunde in Sachen Extreme Metal. Der Sound der Platte gestaltet sich dabei ähnlich dreckig und rotzig wie der des Vorgängers, da wurde (glücklicherweise) eher auf Nummer sicher gegangen. Treibende Drums und messerscharfes Riffing bestimmen das Geschehen und sorgen für ein dynamisches Klangbild. Ein rundum gelungenes Paket also.

NECROPHOBIC sind ihrem Stil treu geblieben und liefern nach wie vor hochwertige Musik ab. „Death To All“ befindet sich meiner Meinung nach mit den genannten Klassikern auf Augenhöhe und zeigt der Musikwelt, wie sich eine gelungene Mischung aus Black-, Death- und Thrash Metal anzuhören hat. Wer sich jetzt noch fragt, für wen dieses Album am ehesten geeignet ist, so gibt es dazu nur eine mögliche Antwort: For Those Who Stayed Satanic!

Bewertung: 9 / 10

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