CD-Review: Sonata Arctica - Reckoning Night

Besetzung

Tony Kakko – Gesang
Jani Liimatainen - Gitarre
Marko Paasikoski - Bass
Henrik Klingenberg - Keyboard
Tommy Portimo - Schlagzeug

Tracklist

01. Misplaced
02. Blinded No More
03. Ain't Your Fairytale
04. Reckoning Day, Reckoning Night...
05. Don't Say A Word
06. The Boy Who Wanted To Be A Real Puppet
07. My Selene
08. Wildfire
09. White Pearl, Black Oceans...
10. Shamandalie


Nach dem sehr guten „Winterheart’s Guild“ waren meine Erwartungen mindestens genauso groß, wie die Ängste vor einer Enttäuschung. Und ich muss auch gestehen, dass ich bei den ersten Durchläufen eher enttäuscht, verwundert aber auch skeptisch war. Insgesamt hatte ich den Eindruck, Sonata Arcitca würden hier eher gröber und härter zu Werke gehen, nach einigen Durchläufen wurde mir aber klar, dass der Stil einfach im Gegensatz zu den älteren Werken eigenständiger geworden war und mit diesen locker mithalten kann. Der Kontrast reicht von harten, schnellen Klängen, bishin zu fast progressiven Ansätzen, jedoch prägen die Stücke sich nicht mehr so schnell ein.

Schon der Opener „Misplaced“ beginnt etwas härter, entwickelt sich dann aber zu einem Typischen Sonata Arcitca Song. Wie auf den vorherigen Alben stellt der erste Track bereits eines meiner persönlichen Highlights dar, auch hier ist der Ohrwurmfaktor noch recht hoch. „Blinded No More“ zeigt sich langsamer und schon vielschichtiger, weswegen der Titel für mich anfangs eher schwer zugänglich war, ganz im Gegensatz zum folgenden „Ain’t Your Fairytale“, wieder eine typische Highspeed-Sonata Arcitca-Hymne, die mich schon beim ersten Hören auf voller Länge überzeugen konnte und mich immer noch so mitreißt, wie beim ersten mal, wenn nicht sogar noch mehr.
„Reckoning Day, Reckoning Night…“ ist eine sehr gelungene Überleitung zu „Don’t Say A Word“, das sich wieder ein wenig vielseitiger zeigt, aber trotzdem im Ohr hängen bleibt (was vermutlich auch der Grund für die Singleauskopplung war). An dem meiner Meinung nach komplexesten und seltsam betitelten Song „The Boy Who Wanted To Be A Real Puppet“ könnten sich die Geister scheiden. Auch diesen empfand ich Anfangs eher als störend, mittlerweile würde ich ihn sogar unter die Anspieltipps wählen. Wieder etwas bandtypischer ist „My Selene“, eine etwas klischeehafte – aber keinesfalls schlechte – Power Metal-Nummer, die mich stark an „Victoria’s Secret“ vom Vorgänger erinnert.
Am meisten ins Grübeln brachte mich „Wildfire“, das auf mich stellenweise sehr klischeehaft True Metal mäßig wirkte, sich aber nach mehrmaligem Hören als gute – meiner Meinung zwar nicht außergewöhnliche, aber trotzdem solide – Nummer entpuppte. Wer befürchtete (oder vielleicht sogar hoffte), auf „Reckoning Night“ würde sich kein balladenmäßiger Song wiederfinden, wird mit dem etwas weinerlichen „White Pearl, Black Oceans…“ belohnt (bzw. bestraft), welches in der zweiten Hälfte aber wieder stark an Tempo zunimmt. Diesen Titel mag man oder nicht, das ist meiner Meinung nach lediglich Geschmackssache, mir persönlich hat er jedenfalls zugesagt, ebenso das Abschließende „Shamandalie“, das zwar auch balladenartig gehalten, jedoch nicht ganz so kitschig ist.

Wie schon gesagt, ich benötigte viel Zeit und einige Hördurchgänge, um Zugang zu „Reckoning Night“ zu finden. Sonata Arctica sind nun einiges reifer geworden und man darf mitnichten behaupten, jedem, der die Vorgänger gut fand, dem wird auch das neueste Werk gefallen. Lasst euch auf den ersten Blick nicht abschrecken und gebt dem Album noch eine Chance, denn wenn ihr erst mal den Draht gefunden habt, lasst ihr so schnell nicht mehr los!

Bewertung: 9 / 10

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