Review Zarraza – Kreated In Blood (EP)

  • Label: Eigenproduktion
  • Veröffentlicht: 2022
  • Spielart: Thrash Metal

Mit ihrem Herkunftsland Kasachstan haben ZARRAZA als Thrash-Metal-Band karrieretechnisch nicht gerade den Joker gezogen. Mit großem Ehrgeiz und Talent haben es die vier Musiker jedoch geschafft, die Grenzen ihrer nicht gerade für seine Metal-Szene bekannte Heimat zu überwinden: Ihr 2018 veröffentlichtes Debüt „Necroshiva“ fand auch international Beachtung.

Auf die EP „Rotten Remains“ (2019), auf der sich ZARRAZA alter eigener Songs angenommen hatten, folgt nun mit „Kreated In Blood“ eine Cover-EP. Allerdings rein digital, was insbesondere in Anbetracht des großartigen Covers eigentlich eine Schande ist. Denn wie das Artwork geschickt Bekanntes (das Cover zu „Coma Of Souls“ von Kreator nämlich) aufgreift und in den bereits jetzt bandtypischen Stil von ZARRAZA überführt, verfahren die Musiker auch mit den drei Songs.

Dabei zeigen ZARRAZA in keiner Hinsicht falsche Scheu: Für ihr Projekt haben sie sich mit „People Of The Lie“ (Kreator), „L ’Enfant Sauvage“ (Gojira) und „Raining Blood“ (Slayer) drei aus unterschiedlichsten Gründen alles andere als einfache Songs herausgepickt. Während etwa insbesondere der Gojira-Track den Musikern technisch einiges abverlangt, wurden die beiden Thrash-Metal-Klassiker wahrlich oft genug gecovert, um ihn einfach so nochmal nachzuspielen.

Das haben ZARRAZA aber auch zu keiner Zeit vorgehabt. Vielmehr versetzen sie alle drei Stücke – in der Umsetzung unterstützt von der Neofolkband ARKAYIM – mit Elementen traditioneller kasachischer Musik. So gibt es neben den messerscharfen Riffs, den fingerfertig interpretierten Soli und dem herrlich rohen Gesang von Nick „toRRnado“ Khalabuzar auch kasachische Ethno-Instrumentierung in Form verschiedener Lauten und Kehlkopfgesang zu hören. Das klingt – gerade im Kontext dieser Klassiker, die man als Thrash-Fan anders im Ohr hat – zunächst ungewohnt, funktioniert aber erstaunlich gut und gibt „Kreated In Blood“ weit mehr Daseinsberechtigung als den meisten anderen reinen Cover-EPs: So mutige und zugleich gelungene Song-Interpretationen hört man selten.

Nach nunmehr vier Jahren wäre ein neues Album der Jungs vielleicht eine noch freudigere Meldung gewesen – für eine rein digital veröffentlichte 3-Track-Cover-EP ist „Kreated In Blood“ aber ein wirklich spannender Release, den sich jeder stilistisch aufgeschlossene Thrash-Fan zumindest einmal angehört haben sollte. Was ZARRAZA aus diesen drei Songs machen, ist bemerkenswert – und lässt den Hörer diese schon unzählige Male gehörten Klassiker nochmal ganz neu kennenlernen.

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