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Blaze Of Perdition in dramatischen Autounfall verwickelt

Die polnischen Black Metaller BLAZE OF PERDITION hatten am vergangenen Samstag bei der Anreise zu einem Konzert in Österreich einen schweren Autounfall. Bei dichtem Nebel war die Band bei Schwarzau am Steinfeld (Niederösterreich) verunglückt. Die dramatischen Folgen: Bassist Wojciech Janus alias 23 verstarb noch am Unfallort, Sänger Paweł Marzec alias Sonneillon liegt derzeit nach einer Wirbelsäulenoperation noch im Koma. Auch die anderen Bandmitglieder erlitten teils schwere Verletzungen.

Wir sprechen allen Verwandten und Freunden von 23 unser Beileid aus und hoffen das Beste für die weiteren Bandmitglieder!

Vulture Industries im Interview mit Metal1.info

Mit ihrem neuen Album „The Tower“ haben VULTURE INDUSTRIES dem Hörer ein weiteres Mal eine so anspruchsvolle wie unterhaltsame Aufgabe gestellt – ganz einfach ist es nämlich nicht, sich in den Sound der Norweger einzuhören. Nicht ganz einfach ist es auch, Bandkopf Bjørnar Erevik Nilsen bei allen Gedankensprüngen zu folgen – vielleicht macht aber gerade das die Verschrobenheit der Musik nachvollziehbar. Und ganz nebenbei erklärte uns Bjørnar Erevik Nilsen im Interview noch das Ungeheuer des Kapitalismus und den Turm als nahezu omnipotente Metapher. Wer da nicht auf unten stehenden Link klickt, ist selbst schuld.

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Vulture Industries

Mit ihrem neuen Album „The Tower“ haben VULTURE INDUSTRIES dem Hörer ein weiteres Mal eine so anspruchsvolle wie unterhaltsame Aufgabe gestellt – ganz einfach ist es nämlich nicht, sich in den Sound der Norweger einzuhören. Nicht ganz einfach ist es auch, Bandkopf Bjørnar Erevik Nilsen bei allen Gedankensprüngen zu folgen – vielleicht macht aber gerade das die Verschrobenheit der Musik nachvollziehbar. Und ganz nebenbei erklärte uns Bjørnar Erevik Nilsen im Interview noch das Ungeheuer des Kapitalismus und den Turm als nahezu omnipotente Metapher.

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Euer neues Album „The Tower“ ist unlängst erschienen. Wie fühlt sich das an?
Es ist ein schönes Gefühl! Es ist immer wieder erfrischend, so ein “Baby” loszuschicken und zu sehen, wie es sich in der Welt so macht…

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Ja, sehr sogar – das Album ist wirklich gut angekommen. Sowohl die neuen als auch die alten Fans finden Gefallen daran und die Reviews sind besser ausgefallen als je zuvor. Wir geben auch deutlich mehr Interviews als zu den ersten beiden Alben, was, denke ich, sowohl an der sehr positiven Resonanz als auch am größeren Label liegt. Vor ein paar Tagen habe ich einen Soundcheck vom tschechischen “Parat”-Magazin gesehen, da war “The Tower” sogar auf Platz 1, vor Oranssi Pazuzu und Shining!

Was für eine Aussage steckt in dem Album-Titel?
Der Titel bezieht sich auf einen Turm als metaphorische Konstruktion, welche die Gesellschaft, in der wir leben und die Welt, die wir um uns herum erschaffen, symbolisiert. Das mag jetzt von außen betrachtet etwas schräg und konstruiert wirken, aber wenn du dich auf die Sache einlässt und ein Teil davon wirst, werden all diese scheinbaren Fehler und Absurditäten logisch und überzeugend: Je höher du in diesen Turm gezogen wirst, desto mehr verlierst du den Blick auf den Grund und umso härter fällst du, wenn du runter fällst. Teilweise ist es auch eine Referenz zur Symbolik des Turms als Vorbote von Zerstörung, als Gefängnis (denk an den Tower von London) oder den Turm von Babel, der bis zum Himmel reichen sollte.

VultureIndustries-TheTower04_zpsbb575ba0.jpg~originalDas entsprechende Artwork gefällt mir sehr gut. Wer hat das Bild gemalt?
Vor ein paar Jahren sind wir mit dem Coverdesigner Costin Chioreanu auf einem rumänischen Festival in Kontakt gekommen. Er hat auf dem Festival eine Ausstellung abgehalten – seine Kunst hat mich damals sehr inspiriert und als wir uns dann unterhalten haben, hat sich gegenseitige Faszination abgezeichnet, da Costin auch Fan unserer Band war. Seitdem sind wir in Kontakt geblieben.

Als wir an dem Material für das neue Album gearbeitet haben, haben wir festgestellt, dass wir dafür eine echte Illustration brauchen, nicht nur ein Photo wie bei den letzten Alben. Von dieser Erkenntnis ausgehend war der Weg zu Costin nicht weit und er war direkt Feuer und Flamme. Die Ideen und das Konzept des Albums haben sehr gut zu seinen Gedanken und Ideen gepasst, er hat direkt verstanden, wo wir hin wollten. Er hat vier fantastische Bilder für die CD und das Vinyl gemacht – und anschließend hat er noch das großartige, animierte Video zu “Lost Among Liars” erschaffen. Das Video ist eine sehr düstere und bedrückende Reise durch ein surreales Universum und passt perfekt zu unserer Musik.
[A.d.Red.: Das Video könnt ihr euch unter diesem Interview ansehen]

Ist das Album textlich also ein Konzeptalbum?

Ja, könnte man so sagen.

Könntest du uns das etwas genauer erläutern?
Nun, die Texte sind alle untereinander und unter dem zentralen Konzept von “The Tower” miteinander verbunden. Das ganze Album ist um das bereits erwähnte Konzept der Welt, die wir nicht nur als physisches Gebilde, sondern auch als subjektives Konstrukt erschaffen, aufgebaut. Das symbolische Bild von “The Tower” kann als Reflexion unserer Gesellschaft und der Konstrukte, die unsere Welt ausmachen, gesehen werden. Es ist das Bild eines konstruierten Systems, das von weitem verbogen und windschief aussieht, aber immer logischer und bezaubernder wird, wenn man hineingezogen wird.
Ein zentrales Beispiel ist unsere hochgradig Konsum-orientierte Gesellschaft; ein System, das von einem Bankenwesen geleitet wird, in dem das Aufnehmen von neuen Schulden die vorherrschende Methode ist, um neues Geld zu schaffen. Ich spreche hier von Darlehen, basierend auf Geld, das die Banken nicht haben, da sie selbst nur dazu verpflichtet sind, einen Bruchteil des Geldes, das sie verleihen, als Rücklagen zu besitzen. Diese Darlehen generieren dann Zinsen, auf Basis derer neue Darlehen gegeben werden können. Das hat einen Zinseszinsen-Graphen zur Folge, in dem ein immer größer und größer werdender Teil der Werte in die Hände der Banken fällt. In diesem Kreislauf bleiben wir gefangen wie ein Tier, das seinen eigenen Schwanz frisst… eine Kreatur, die gleichermaßen unersättlich und unaufhaltsam ist. Ein Wesen, dessen Größe nur wenige erkennen und sich ihrer nur vage bewusst sind. Ein Monster, das sich nur um sich selbst kümmert, und das jede auffindbare Ressource auffrisst und ein Dollar-Zeichen darauf hinterlässt, unbeeindruckt von jeder weiteren Konsequenz.

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Wenn du das Album mit dem Vorgänger, „The Malefactors Bloody Register“, vergleichst – wo siehst du die Unterschiede?
Die Alben sind sehr deutlich miteinander verwandt, aber ich finde „The Tower“ ist dynamischer als seine Vorgänger und hat eine wildere und komplexere Seele. Ich sehe das als eine deutlichere Anlehnung in Richtung Rock im Vergleich zu “The Malefactors Bloody Register”, das sich eher in Richtung Metal orientiert hatte. Auch wenn “The Tower” natürlich ebenso eindeutig ein Metal-Album ist, besitzt es eine große Zahl an Einflüssen, die von einem Pol zum anderen reichen. Ich meine, es ist sogar ein Song ohne echtes Schlagzeug auf dem Album, nur mit teils improvisierten Percussions und ganz ohne Becken!

Und was habt ihr dieses Mal „besser“ gemacht?
Wir haben immer darauf geachtet, unsere Songs zu hegen, bis sie bereit sind, ins Erwachsenenleben einzutreten – aber dieses Mal habe ich das Gefühl, dass wir unseren Job als Eltern besser gemacht haben als je zuvor: Die Arrangements und Melodien sind besser als je zuvor, die Songs, die nicht zueinander gepasst haben, wurden separiert und jeder Teil hat sich den Bedürfnissen des entsprechenden Songs gemäß entwickelt.

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Waren die improvisierten Percussions ein zentraler Teil des Songwritings oder mehr ein Bonus, und könntest du dir vorstellen, auch bei den anderen Instrumenten auf Improvisation zu setzen?
Ich habe schon manchmal mit der Idee gespielt, Saiteninstrumente aus Schrott herzustellen, insofern könnte natürlich auch das passieren. Ansonsten ist das improvisierte Zeug selten der Startpunkt einer Komposition, hat aber natürlich eine wichtige Funktion im Gesamtkonstrukt, um die schräge Atmosphäre zu erzeugen. Die einzige Ausnahme ist hier bislang das erwähnte “The Dead Won’t Mind”: Der Song basiert stark auf den improvisierten Percussions und dem verzerrten Brummen des Falsetts. Aber das ist, wie du dir wohl denken kannst, erst in einer sehr späten Studio-Session entstanden.

Gibt es etwas, auf das du im Bezug auf das neue Album besonders stolz bist?
Ja, und zwar, dass wir die persönliche Erlaubnis von einem meiner größten musikalischen Vorbilder, Mr. Doctor von Devil Doll, bekommen haben, Teile seiner Arbeit auf unserem Album zu verwenden: Wir haben daraus einen Frankenstein-Bonus-Track namens “Blood Don’t Eliogabalus” gebastelt, der zum Teil VULTURE INDUSTRIES und zum Teil Devil Doll ist.

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Habt ihr die neuen Songs denn schon live gespielt und wenn ja: funktionieren sie gut?
Ja, die meisten haben wir schon live gespielt. Ein paar bei der Tour die wir gerade durch Skandinavien und Osteuropa gemacht haben, und ein paar als Teil der Theater/Konzert-Kollaboration namens “Turning Golem”. Wenn man sich auf das Feedback verlässt, das wir bislang bekommen haben, scheinen sie auf beiden Seiten des Bühnenrandes gut zu funktionieren!

Werdet ihr das Album auch in Deutschland live promoten?
Ja, wir kommen nächstes Jahr auch nach Deutschland – versprochen!

Die letzten Worte gehören dir – gibt es noch etwas, das du unseren Lesern mitteilen möchtest?
Wenn ihr immer auf dem Laufenden bleiben wollt, was sich bezüglich unserer Band so tut, folgt uns auf Facebook. Wir sind Musiker, also erwartet nicht, dass wir unsere Homepage in absehbarer Zeit mal aktualisieren …

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Ok, dann danke ich dir an dieser Stelle nochmals. Wenn du nichts dagegen hast, würde ich das Interview an dieser Stelle gern mit dem traditionellen Metal1.info-Brainstorming beenden. Was fällt dir spontan zu folgenden Begriffen ein:
Goverment Shutdown:
Wandel
Deutschland: Metropolis
Black Metal: Zu viele Bands klingen sich zu ähnlich
Oktoberfest: Wie können diese zierlichen Frauen so viele so große Biere tragen?
Lieblingsalbum 2013: Weiß ich noch nicht – ist das Jahr etwa schon vorbei?
VULTURE INDUSTRIES in 10 Jahren: Weniger Haare, mehr Bart.

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Kvelertak zeigen neues Video

Von KVELERTAK gibt es einen Live-Mitschnitt ihres Songs „Snilepisk“. Das Video wurde auf dem Periferifestivaln in Norwegen aufgenommen.

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Creature: Neues Album im Stream

Für einen kurzen Zeitraum streamen CREATURE ihr komplettes Album „Helioskron´“ exklusiv auf der Homepage des englischen Zero Tolerance Magazin. Wer also vor dem offiziellen Release am 08.11. reinhören möchte, hat jetzt die Chance dazu.

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Endstille – Kapitulation 2013

Gab es früher ENDSTILLE-Fans und ENDSTILLE-Hasser, ist die Lage heute etwas verzwickter. Auch vier Jahre später ist noch kein Gras über den Rausschmiss von Fronter Iblis gewachsen – ganz im Gegenteil: Nach langem Schweigen hat der Ex-Sänger die Geschehnisse erst kürzlich aus seiner Warte heraus dargestellt und dabei, wie nicht anders zu erwarten, kaum ein gutes Haar an seinen ehemaligen Kollegen gelassen. Dem Ruf der Kieler dürfte das auch unter den eigenen Fans nicht unbedingt zuträglich gewesen sein.

Von alledem scheinbar ungerührt, veröffentlichen ENDSTILLE weiter Alben – und lieferten dabei zumindest beim Debüt des ehemaligen Nagelfar-Sängers Zingultus („Infektion 1813“, 2011) überraschend starke Arbeit ab. Nun liegt mit „Kapitulation 2013“ der nächste Torpedo in der Abschussrampe – allein, dieses Mal droht hier der Rohrkrepierer.

Am wenigsten liegt das an Zingultus selbst – dieser liefert auch auf „Kapitulation 2013“ als Sänger wieder hervorragende Arbeit ab und gestaltet den Gesang sogar überraschend vielseitig. Allein, was ENDSTILLE darüber hinaus als Band abliefern, ist qualitativ mehr als fragwürdig.
Nicht nur, dass die Kieler inhaltlich natürlich mal wieder „den Finger in die immer noch blutenden Wunden ihres deutschen Vaterlandes rammen“, wie es im Promotext so schön heißt, und in verschiedensten Samples munter über Themen wie das Selbstverständnis von Hitlerjugend, SA, SS und Wehrmacht im Hinblick auf den Erziehungsauftrag schwadroniert wird.
Auch musikalisch ist das auf „Kapitulation 2013“ Gebotene äußerst fragwürdig. Gewiss, der Name ENDSTILLE stand immer schon für Monotonie und Primitivität – dabei hatten die Alben (oder zumindest einzelne Songs) jedoch stets das gewisse Etwas. Genau diesem Punkt unterscheidet sich „Kapitulation 2013“ von seinen Vorgängern – fehlen hier schlicht die Hits wie man sie mit “Trenchgoat” oder “World Aflame” auf dem Vorgängeralbm „Infektion 1813“ noch zu hören bekam. Der klägliche Versuch, mit „Stalinnote“ die Genialität eines „Navigator“ abzugreifen, ändert an diesem Umstand eben so wenig wie das Sodom-Cover „Blasphemer“, das überflüssiger Weise in der Albummitte auftaucht.

Auch auf auf ihrem achten Album agieren ENDSTILLE getreu dem Motto „Stumpf ist Trumpf“. Allein einen echten Stich landen sie damit nicht. Selbst für ENDSTILLE-Verhältnisse klingt das Material auf „Kapitulation 2013“ schlicht zu belanglos und austauschbar. Echte Hits gibt es im Kreise der brachialen Prügelnummern keine, die Genialität der Band, die Alben wie „Navigator“geschrieben hat, blitzt hier allenfalls noch einzelnen Momenten auf. Fazit: Zeit für die Kapitulation.

Das Album des Monats Oktober…

… entstammt in diesem Jahr der Feder eines skandinavischen Ausnahmemusikers auf Solopfaden:

Der Norweger IHSAHN konnte die Abstimmung mit seinem mittlerweile sechsten Album trotz starker Konkurrenz haushoch für sich entscheiden. Kein Wunder, schlägt „Das Seelenbrechen“ doch gekonnt den weiten Bogen zwischen Extreme Metal und Progressive Rock. Ein vielseitiges Album, das alle Aufmerksameit verdient hat. Wir gratulieren!

Zum Review gelangt ihr über einen Klick aufs Cover:

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Necrophobic – Womb Of Lilithu

In beinahe 15 Jahren haben es die schwedischen Black/Deather NECROPHOBIC auf fünf hochwertige Studioalben gebracht. Eigentlich unnötig zu erwähnen, dass die Herren trotz zahlreicher Line Up-Wechsel durchgehend auf hohem Niveau agieren. Album Nummer Sechs hört auf den Namen „Womb Of Lilithu“ und erscheint nun über Season Of Mist.

Sänger Tobias Sidegård ist allerdings schon jetzt nicht mehr Teil der Band: Grund dafür ist die Verurteilung von Sidegård wegen häuslicher Gewalt. Es dürfte den meisten Anhängern klar gewesen sein, dass NECROPHOBIC unter solchen Bedingungen nicht weiter mit ihm musizieren werden. Wenn auch auf abscheuliche Art und Weise: für etwas zusätzliche Promotion dürfte der Fall schon gesorgt haben. Nun aber genug der schlechten Nachrichten und zu dem, was den geneigten Hörer am meisten interessieren wird: Können sie dem Anspruch der Fans mit „Womb Of Lilithu“ abermals gerecht werden?

Mit dem Vorwissen im Nacken wird das neuste Werk sicher keinen leichten Stand bei Fans und Kritikern haben. Nichtsdestotrotz liefern NECROPHOBIC hier mal wieder echte schwedische Qualitätsarbeit ab. In rekordverdächtigen 68 Minuten bekommt man schwärzesten Death Metal um die Ohren gehauen. Die Band um das letzte Gründungsmitglied Joakim Sterner hat ihren ureigenen Sound schon vor einigen Jahren gefunden und so beschwören sie auf dem vorliegenden Werk erneut eine Dunkelheit herauf, die ihresgleichen sucht. Erfreulich, wie abwechslungsreich und detailverliebt das neue Werk aus den Boxen tönt. 4 Jahre nach „Death To All“, welches ich bis dato für das beste Album in ihrer Diskografie halte, schaffen es die Schweden tatsächlich erneut, mich fast gänzlich zu überzeugen.

Nach einem kurzen Intro geht es mit dem als Vorab-Single bereits veröffentlichten Totschläger „Splendour Nigri Solis“ gleich ordentlich ab. Das Dargebotene geht wieder deutlicher in Richtung (melodischer) Black Metal und lässt keinen Zweifel daran, dass NECROPHOBIC nach wie vor wissen, wie der Hase läuft bzw. wie man auf absolut hohem Niveau musiziert. Mehrstimmige Gesangspassagen und thrashiges Riffing sorgen ebenso für Abwechslung wie Tobias’ gelungener Klargesang (am besten eingesetzt in „Opium Black“). So dämonisch wie die Songtitel sind auch die zahlreichen Höhepunkte ausgefallen: Besonders „Astaroth“ und „Asmodee“ stechen durch ihre Tempowechsel und wilden Arrangements positiv hervor. Einziger Kritikpunkt ist aus meiner Sicht eine gewisse Langatmigkeit, welche sich irgendwo in der Mitte des Albums bemerkbar macht. Des Weiteren hätte das Album wegen mir mit dem fantastischen „Opium Black“ ruhig enden können. Naja, tut es aber nicht und so kann man immerhin sicher sein, dass man auch ordentlich was für sein Geld bekommt.

„Womb Of Lilithu“ braucht sich gewiss nicht hinter den Vorgängern „Death To All“ und „Hrimthursum“ verstecken, nur macht man sich bezüglich der Sängerfrage schon so seine Gedanken. Das sollte aber nicht den Genuss dieses Über-Werks überschatten. Was die Situation für die Zukunft der Band bedeutet, wird sich zeigen. Den Fans bleibt es im Moment nur, sich an einem (mal wieder) durchweg gelungenen Werk zu erfreuen. Wer NECROPHOBIC mag, wird „Womb Of Lilithu“ lieben!

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