CD-Review: Avantasia - The Metal Opera - Part I

Besetzung

Tobias Sammet - Gesang, Piano, Keyboards
Ernie - Gesang
Kai Hansen - Gesang
David DeFeis - Gesang
Andre Matos - Gesang
Oliver Hartmann - Gesang
Sharon Den Adel - Gesang
Rob Rock - Gesang
Ralf Zdiarstek - Gesang
Timo Tolkki - Gesang
Henjo Richter - Gitarre
Jens Ludwig - Gitarre
Markus Grosskopf - Bass
Alex Holzwarth - Schlagzeug
Frank Tischer - Piano
Norman Meiritz - Akustische Gitarre

Tracklist

01. Prelude
02. Reach Out For The Light
03. Serpents In Paradise
04. Malleus Maleficarum
05. Breaking Away
06. Farewell
07. The Glory Of Rome
08. In Nomine Patris
09. Avantasia
10. A New Dimension
11. Inside
12. Sign Of The Cross
13. The Tower


Für einen Außenstehenden mag das etwas irreführend klingen: “Metal Opera”? Wie passt das zusammen? Hier braucht aber kein Metaller Angst zu haben, denn Avantasia ähnelt einer Oper nur in dem Sinne, dass sich eine Story durch das ganze Album zieht. Edguy-Frontmann Tobias Sammet (dem mit seinen gerade mal 23 Jahren noch eine lange Zeit im Metal-Olymp blüht) hat hier ein Star-Aufgebot zusammengestellt, das seines gleichen sucht, und wohl kaum fündig werden kann. Die Rollen der Figuren werden von verschiedenen Superstars gesungen, darunter der ehemalige Helloween-Sänger Michael Kiske, Rob Rock, Kai Hansen, David DeFeis und viele andere. Tobias Sammet selbst gibt natürlich in allen Stücken seine Stimme zum besten, dazu spielt er noch Keyboard und Klavier. Auch an den Instrumenten sitzen absolute Profis: Gitarrist Henjo Richter von Gamma Ray, Markus Grosskopf von Helloween am Bass und Rhapsody-Drummer Alex Holzwarth geben hier ihr Bestes.

Das Ergebnis aus dem Ganzen ist ein fantastisches, bombastisches und monumentales Meisterwerk. Hier werden 13 Tracks voller Energie, Power und Abwechslung geboten. Und eben für Abwechslung ist hier mehr als genug gesorgt. Ob richtig schnelle Speednummern wie „Serpents In Paradise“ oder „Breaking Away“, Midtempo-Bretter wie „Reach Out For The Light“ oder „The Glory Of Rome“. Mit “Farewell” ist auch eine wunderschöne und Halbballade dabei, die mit den akustischen Gitarren und dem Refrain unter die Haut geht, außerdem ist hier zum einzigen mal auf dieser CD eine Frau singen zu hören (Sharon Den Adel). Das selbstbetitelte „Avantasia“ klingt sogar extrem rockig. Allesamt wirklich erstklassige Nummern, meine beiden Favoriten kommen jedoch erst am Ende: Da wäre zum einen das nie langweilig werdende „Sign Of The Cross“, das schon von Beginn an mit einem fantastischen Rhythmus und einer sich einbrennenden Melodie besticht. Wirkt über die gesamten sechseinhalb Minuten nie langatmig, und ist durch zahlreiche Tempowechsel (man bewegt sich aber fast durchgehend im Midtempo-Bereich) noch besser.

Der krönende Abschluss folgt dann mit dem fast 10-minütigem „The Tower“. Es beginnt mit sanften akustischen Gitarren und Klängen, bis sich die perfekt aufgebaute Spannung nach knapp 40 Sekunden entlädt und Sammet den Schlussakt mit seiner vielleicht besten Leistung auf Avantasia einläutet. Größtenteils wird hier so richtig schön schnell gerifft. Der Track wirkt dadurch sehr streckenweise sehr hart, was durch die kräftigen Drums noch unterstützt wird, die Melodie bleibt aber trotzdem keineswegs auf der Strecke. Etwa bei Mitte folgt dann eine gut einminütige Phase mit düster-mystischen Klängen, wobei Timo Tolkki seinen Auftritt als die Stimme aus dem Turm hat. Danach geht’s etwas gemäßigter, aber dennoch in einem angenehm hohen Tempo zur Sache, es folgt dann auch ein wirklich überirdisches Solo, dass man sich kaum oft genug anhören kann.

Wenn ich auch jetzt die beiden letzten Stücke hervorgehoben habe, sind die anderen Tracks nicht weniger gut. Im Gegenteil, jeder Song ist in sich ein Meisterwerk, dass sich vor keiner anderen Komposition zu verstecken hat. Allesamt sind sie ausgestattet mit epischen Hymnen und Melodien, starken Riffs, einem grandiosem Drumming, durchgehend packendem und mitreißendem Gesang sowie nicht zuletzt einer lupenreinen Produktion. Zum Schluss bleibt mir also nur noch zu sagen: Das wohl beste Metal Album des Jahres 2001. Absoluter Pflichtkauf!

Bewertung: 9.5 / 10

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