CD-Review: Avatarium - All I Want (EP)

Besetzung

Jennie-Ann Smith - Gesang
Marcus Jidell - Gitarre
Leif Edling - Bass
Carl Westholm - Keyboard
Lars Sköld - Schlagzeug

Tracklist

01. All I Want
02. Deep Well
03. Pandoras Egg (Live)
04. Tides Of Telepathy (Live)
05. Bird of Prey (Live)


Nach dem vermeintlichen Ende Candlemass‘, zumindest auf Studio-Ebene, hat Bandkopf Leif Edling nicht lange gebraucht, um eine neue Tätigkeit zu finden. Im letzten Jahr tischte er der Hörerschaft das selbstbetitelte Debüt seiner neuen Formation AVATARIUM auf und sorgte reihum für zufriedene Gesichter – war sein neues Baby doch ebenfalls mit den für diesen Mann so typischen, unverwechselbaren Lava-Riffs und Hooks bespickt. Doch natürlich handelte es sich hierbei nicht um eine stumpfe Kopie seiner erfolgreichen Hauptband. AVATARIUM agierten betont rockiger, streckenweise sogar bluesig, und ließen stärker Keyboard- und Synthesizer-Teppiche in ihren Sound einkehren. Dazu gesellte sich die bezaubernde Stimme der charismatischen Jennie-Ann Smith, die jedem Track etwas Magisches verlieh.

Knapp ein Jahr nach Erscheinen des Debüts legen Leif Edling und Co. nun mit der EP „All I Want“ einen möglichen ersten Vorgeschmack auf Album nummero zwei vor, welches hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lässt. Die Platte enthält neben drei soliden Live-Versionen ausgewählter Songs der Erst-Scheibe zwei komplett neue Tracks, deren stilistische Ausrichtung vielleicht überraschen und zugleich neugierig auf zukünftiges Material machen dürfte.

Denn der Titeltrack entpuppt sich zu Beginn gleich mal als locker-flockige Rock-Hymne mit großem Ohrwurmpotenzial, bei denen besonders das markante Hauptriff und der hoch frequentierte Einsatz der Hammond-Orgeln herausstechen. Der Song lebt geradezu von der homogenen Kombination aus Gesang und Main-Riff und man kommt nicht drum rum, spätestens ab der zweiten Strophe mit den Füßen mitzuwippen. Ein wenig erinnert dies an „Dancing in the Temple (Of the Mad Queen Bee)“ vom letzten Candlemass-Output – auf jeden Fall ein interessanter Song, der Lust auf mehr macht.

Der zweite neue Track „Deep Well“ kommt dem Debüt schon deutlich näher, klingt von der Grundausrichtung her jedoch melodischer. Insgesamt weiß auch dieser Song zu begeistern, da es AVATARIUM hier wieder einmal verstehen, Spannung aufzubauen und diese in einen packenden Refrain münden zu lassen, der – wen überrascht es – hervorragend von Jennie-Ann Smith intoniert wird.

Aufgrund der Live-Tracks kommt diese EP insgesamt auf eine Spielzeit von gut 30 Minuten, man bekommt demnach was fürs Geld. Fans der Band sollten hier auf jeden Fall zugreifen, um sich die Wartezeit für das nächste Album zu überbrücken, und auch für Neueinsteiger könnte die EP interessant sein, da man in der Koombination aus alten und neuen Tracks einen guten Überblick über die Musik der Schweden bekommt. Das zweite Album kann also kommen!

Keine Wertung

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