CD-Review: Equilibrium - Demo 2003

Besetzung

Helge Stang – Gesang
Rene Berthiaume – Gitarre
Andreas Völkl – Gitarre
Sandra Völkl – Bass
Conny Kaiser – Keyboards
Julius Koblitzek – Schlagzeug

Tracklist

01. Wigrid
02. Nach dem Winter
03. Unter der Eiche
04. Met
05. Heimdalls Ruf
06. Die Prophezeihung
07. Nordheim
08. Outro


“Demo 2003”. Jaja, das ist ein wahrlich uninteressanter und langweiliger Name, er ist aber auch recht irreführend. Die 28-minütige und selbstproduzierte Scheibe von Equilibrium – die sechs Jungs und Mädels im Alter von 17 bis 20 Jahren kommen aus einem Örtchen in Süddeutschland – lässt nämlich von Optik, Sound, spielerischen Fähigkeiten und Ideenreichtum bei bestem Willen nicht auf eine Demo-Aufnahme schließen.
Equilibrium bedienen sich zwar eines breiten Spektrums an Stilmitteln, als Überbegriff für die fünfs Songs und drei Instrumentaltracks will ich mich für Viking Metal, hier gibt es aber auch viele Dark-, Gothic- und auch Black- und Death-Elemente, was insgesamt eine überaus geniale Mischung ergibt.

Das sehr atmosphärische Intro „Wigrid“ eröffnet den Hörgenuss und ebnet den Weg für „Nach dem Winter“, ein knallendes Stück Viking Metal, dass mich ziemlich stark an Bands wie Graveworm, Mithotyn und Thyrfing erinnert. Sehr gut gelungen sind hier die Wechsel zwischen den überaus schnellen und den ruhigeren Gothic-Parts. Die Vocals sind durchgehend richtig schön böse und aggressiv, ob jetzt die herrlich gekreischten oder die tiefen und gegrunzten Stellen. Von Anfang an fällt hier auch der druckvolle Sound auf, der einem das starke Material gewaltig um die Ohren haut.Orchestral, dramatisch und träumerisch beginnt „Unter der Eiche“, das aber dann wunderbar schnell wird und wieder gekonnt zwischen vielen Stimmungen wechselt. Ein absoluter Hit ist „Met“, ein schon fast astreines Trinklied, bei dem man schon nach der ersten Flasche Honigwein am liebsten nackt auf dem Tisch tanzen würde – oder auch nicht. Leider dauert das etwas an frühe Finntroll erinnernde Stück nur 2 ½ Minuten.
Mit „Heimdalls Ruf“ kehrt erstmal wieder etwas Ruhe ein, aber diese Ruhe kommt gewaltig. Ein beeindruckender Song, der sich als Soundtrack zu einem epischen Fantasystreifen hervorragend eignen würde.
Zu den bereits genannten Bands gesellen sich noch ein paar Dimmu-Einflüsse, dazu kommt ein weiterer großer Brocken Eigenständigkeit und mit „Die Prophezeihung“ – das eine gnadenlose Livehymne darstellen könnte, bei der unaufhaltsames Haareschwingen und hübsche Moshpits schon vorprogrammiert scheinen – und dem doch recht ruhigen und schon melancholisch wirkendem und gothic-lastigem „Nordheim“ wird das Demo mit noch einem etwas lahmen „Outro“ wunderbar abgeschlossen.

Einfach nur klasse, was Equilibrium hier abliefern! Solche Musik ist man sonst eh nur aus dem hohen Norden gewohnt, aus deutschen Landen dürfte so eine Scheibe wohl einzigartig sein. Dazu kommt noch, dass alle Mitglieder wirklich sehr jung sind. Ich prophezeie dem Sextett, wenn denn in dieser Welt noch irgendwas richtig läuft, eine große Zukunft. Ein Plattenvertrag dürfte jedenfalls nicht mehr lange auf sich warten lassen, falls es noch Labels gibt, die nach jungen und talentierten Bands suchen. Ach was, hört auf zu suchen – hier habt ihr euere Hoffnungsträger!

Überzeugt euch selbst davon, www.equilibrium-metal.de bietet Downalods von ein paar Songs des Demos, und überhaupt kostet die CD nur geschenkte 5 Euro. Also worauf wartet ihr noch?

Bewertung: 9 / 10

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