CD-Review: Exodus - Tempo Of The Damned

Besetzung

Steve "Zetro" Souza - Gesang
Gary Holt - Gitarre
Rick Hunolt - Gitarre
Jack Gibson - Bass
Tom Hunting - Schlagzeug

Tracklist

01. Star Spangled Banner
02. War Is My Shepherd
03. Blacklist
04. Shroud Of Urine
05. Forward March
06. Culling The Herd
07. Sealed With A Fist
08. Throwing Down
09. Impaler
10. Tempo Of The Damned
11. Dirty Deeds Done Dirt Cheap


Das Jahr 2004 war noch nicht alt, da kam mit „Tempo Of The Damned“ ein absoluter Kracher über Nuclear Blast auf den Markt. Nach einstiger Trennung knüppelten die Bay Area Thrasher mit Namen Exodus ein gewaltiges Paket an Thrash Metal „at its best“ ein. Es gab innerhalb dieser 12 Jahre der Abstinenz auf dem Album-Markt zwar eine Livescheibe und eine ausgiebige Tour mit einem Gig bei „The Thrash of the Titans“, aber diese neue Nummer ist wie schon gesagt das wahre Comeback der Band. Am Mikrofon steht nun Steve „Zetro“ Souza, der den verstorbenen Paul Baloff ersetzt. Wenn man die CD in der Hand hält wird man durch ein hübsches Cover entzückt, welches eine Art Zombie an einer kirchlichen Orgel darstellt. Es ist sehr gelungen und passt gut zu den teilweise blasphemischen Texten der Band.

Los geht das Rohr mit einem schnellen, verzerrten Solo, dass den Song „Scar Spangled Banner“ einleitet. Ein Stück, in dem man den Mittelfinger in Richtung George W. Bush erhebt. Diese schnelle Nummer glänzt von Beginn am mit genialem Gesang Steve Souzas. Ein wunderbar strukturierter Song, der gleich Lust auf mehr bereitet. Es folgt mehr! „War Is My Shepherd“ wurde im Vorfeld zu Promozwecken genutzt und ist ein richtig heißer Tanz. Nicht nur, dass hervorragende Drum- und Gitarrenarbeit verrichtet wird, nein, „Zetros“ Gesang variiert auch sehr, was richtig gut ankommt. Am Ende des Refrains schreit er richtig tief, was sich im gesamten betrachtet wirklich gut anhört. Tolle Soli begleiten das Stück, was es zu einem super Song abrundet. Mit „Blacklist“ ertönt ein Song, der meines Erachtens nicht so begeistert, wie die beiden vorigen Titel. Zwar verfügt er über knackige Powerakkorde und ist in der Disco sicher ein guter Banger, aber er ist nicht so sehr abwechslungsreich.

Ein richtig erfrischender Song wartet mit „Shroud Of Urine“. Die Betonung im Gesang ist die wahre Freude und der ganze Text ist allein schon aufgrund seines Textes durchgängig interessant. Dass die Band es nicht wirklich mit dem sonntäglichen Kirchengang hat, wird schnell deutlich. Dieser Song ist wohl der absolute Anspieltipp des Albums. Eine ebenfalls sehr zügige Nummer ist „Forward March“, was man fast schon dem Titel entnehmen kann. Hierbei geht es, genau wie der Chorus besagt „geradeaus in die Fresse“, um es mal etwas eigenwillig zu übersetzen. „Culling The Herd“ leitet die zweite Hälfte des Comeback-Werkes ein, allerdings nicht wirklich schnell und einprägsam. Einer der schwächeren Songs auf dem Album. Ganz anders ist da schon wieder „Sealed With A Fist“, das druckvoll startet und den ganzen Song über gut klingt. Irgendwie ist aber die zweite Hälfte des Albums deutlich schwächer als die erste. Es entsteht gerade zu der Eindruck, als hätte man die Songs nicht ganz geschickt verteilt. So ist auch „Throwing Down“ nicht wirklich ein Übersong, auch wenn es gesanglich wohl der rohste und tiefste ist. Musikalisch gibt es dennoch keine Zweifel, dass die Mannen um Gary Holt es nach wie vor drauf haben. Ein langes Solo erstreckt sich in diesem Song und macht ihn daher irgendwo wieder sehr attraktiv. Ein alter Bekannter stellt sich an. „Impaler“ wurde neu eingespielt und hört sich richtig gut an. Die Gitarrenarbeit lässt nichts zu wünschen übrig, da hat Kirk Hammet einst ganze Arbeit geleistet. Mit dem Titelsong „Tempo Of The Damned“ harrt die eigentlich letzte Packung des Albums aus. Mit einer gekonnten Mischung Gitarre und Schlagzeug geht es los und bald darauf setzt pures Geknüppel ein. Der Song kommt ziemlich wild daher, hat aber durchaus Nackenschmerz-Potenzial. Als Bonustrack legen die Mannen von Exodus noch „Dirty Deeds Done Dirt Cheap“ nach. Wenn man den Titel ausspricht, könnte man glauben, der Schnupfen hätte einen befallen. Aber es ist ganz anders. Der Kenner weiß anhand des Titels gleich, dass es sich um ein Cover des gleichnamigen Werkes von AC/DC handelt. Sehr gelungene Vorstellung, wie ich finde.

Ich hätte nicht gedacht, dass mit diesem Album ein solch großer Thrash Metal Schinken ins Haus geht. Umso mehr freue ich mich, die Wiedergeburt der Band auch im Sommer live mitansehen zu können. Das Album gehört definitiv in jeden thrashigen Haushalt, wenn man nicht von vorne herein etwas gegen die Stimme von „Zetro“ Souza hat.

Bewertung: 8.5 / 10

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