CD-Review: Gloson - Grimen

Besetzung

Christian Larsson – Gitarre, Gesang
Anders Persson – Gitarre, Gesang
Mikael Sällström – Gitarre
Kristoffer Bruhn – Bass, Gesang
Samuel Karlsson – Schlagzeug

Session-Musiker: Samuel Frisk – Didgeridoo

Tracklist

01. Prowler
02. Fabulist
03. Antlers
04. Cringe
05. Specter
06. Embodiment


Die kleine Stadt Halmstad, auf halbem Weg zwischen Malmö und Göteborg an der Mündung des Flusses Nissan gelegen, hat als Heimatstadt der Gebrüder Amott (Arch Enemy) und Niklas Kvarforth (Shining) schon zwei namhafte Metal-Acts hervorgebracht.

Bei Letzteren, die ihrer Heimatstadt sogar ihr wohl bekanntestes Album „V – Halmstad“ widmeten, spielte von 2012 bis 2016 auch Christian Larsson, unter seinem Pseudonym Draug zudem Mastermind der Melodic-Black-Metaller Svart. Mit GLOSON wendet sich der talentierte Gitarrist nun noch düstereren Gefilden zu: atmosphärischem Sludge.

Wer Svart kennt, weiß um das große Talent von Larsson, was Komposition und Arrangement angeht. Und tatsächlich: Wenngleich die Band stilistisch gänzlich anders ausgerichtet ist, ist auch der GLOSON-Erstling „Grimen“ ein mehr als hörenswertes Album geworden. Geschickt und mit viel Gefühl arrangiert, transportiert die Musik, die sich hinter dem modernen Artwork, das auch ein Septicflesh-Cover zieren könnte, verbirgt, eine Vielzahl an Gefühlen.

Während das Werk mit „Prowler“ noch vergleichsweise flott beginnt und mit seinen zarten Melodien über treibend-groovigem Riffing direkt an die französischen Genrekollegen von Crown denken lässt, finden GLOSON im weiteren Verlauf ihres Album-Debüts fix ihr Plätzchen zwischen ebenjenen Crown, den polnischen Obscure Sphinx und Neurosis: Gerade die Ruhe, die vom Gesang ausgeht, obwohl mit rauer Stimme durchaus auch mal kraftvoll gegrowlt wird, erweckt hier den Geist der kalifornischen Sludge-Legende.

Ob nun das bedächtige „Antlers“, das bereits im vergangenen Jahr als Single ausgekoppelte „Cringe“, ein majestätisches Opus mit Cleangitarren und Geigen, wuchtigen Riffs und großen Melodien oder „Spectr“, das stilistisch mitunter sogar etwas an Svart erinnert – „Grimen“ wird trotz einer Spielzeit von knapp über 50 Minuten nicht langweilig. Dass GLOSON im Gegenteil mit dem finalen „Embodiment“ in Sachen Atmosphäre noch einen drauflegen können, ist nichts weniger als beeindruckend.

Was dieser Tage als Debütalbum einer (noch) gänzlich unbekannten Band über Art Of Propaganda veröffentlicht wird, zählt definitiv schon jetzt zu den stärksten Releases des Genres in diesem noch jungen Jahr. Für alle Fans der erwähnten Formationen, generell aber atmosphärischem Metal zwischen Sludge und Doom ein mehr als heißer Tipp!

Bewertung: 9 / 10

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