CD-Review: Helloween - Straight Out Of Hell

Besetzung

Andi Deris – Gesang
Michael Weikath – Gitarre
Sascha Gerster – Gitarre
Markus Großkopf – Bass
Dani Löble – Schlagzeug

Tracklist

01. Nabataea
02. World Of War
03. Live Now!
04. Far From The Stars
05. Burning Sun
06. Waiting For The Thunder
07. Hold Me In Your Arms
08. Wanna Be God
09. Straight Out Of Hell
10. Asshole
11. Years
12. Make Fire Catch The Fly
13. Church Breaks Down


Und schon folgt Album Nummer 14 aus dem Hause HELLOWEEN. Seit ihrem Bestehen hat die Band ihre Fans nie länger als drei Jahre auf eine neue Platte warten lassen, „Straight Out Of Hell“ entspricht diesem Turnus. Auch wenn das erste Mitglied der Power-Metal-Pioniere unterdessen die 50 Jahre voll hat, ist der Titel Programm und wir haben es mit dem vielleicht temporeichsten Erzeugnis der nicht gerade knappen HELLOWEEN-Diskografie zu tun.

Bis „Waiting For The Thunder“ und „Hold Me In Your Arms“, zwei schöne (Halb-)Balladen im Mittelteil von „Straight Out Of Hell“, eine Verschnaufpause liefern, ist hohe Geschwindigkeit angesagt. Die fünf Herren schöpfen dabei aus dem gesamten Repertoire ihrer Facetten, da wie immer alle Bandmitglieder bis auf Dani Löble am Songwriting beteiligt waren. So schlägt Markus Großkopfs „Far From The Stars“ deutlich in die Happy-Metal-Kerbe, während Andi Deris‘ „Nabataea“ mit über sieben Minuten recht komplex ausfällt. Sascha Gerstners „World Of War“ und Michael Weikaths „Burning Sun“ ziehen besonders im Tempo an und sind mitunter recht schrill, gehen aber beide nicht weniger gut ins Ohr.

Auch die zweite Hälfte von „Straight Out Of Hell“ bietet gewohnt hohes HELLOWEEN-Niveau, ohne viele Überraschungen zu liefern. Dem Titelsong, einem gnadenlosen Ohrwurm im alten Stil, stehen etwas finsterere Nummern wie „Asshole“ zur Seite, bei dem es textlich ganz gut zur Sache geht. „Wanna Be God“ beschränkt sich hingegen über weite Strecken nur auf Drums und Gesang und entwickelt so seinen ganz eigenen Charakter, schließlich klingt „Straight Out Of Hell“ mit „Church Breaks Down“ in düsterer Epik aus. Wahrlich, man kann HELLOWEEN auch im Jahr 2013 keine Beschränktheit vorwerfen!

Dass jeder, der mit Melodien zu tun hat, auch ganze Songs schreibt, ist einer der größten Pluspunkte an der fast 30 Jahre bestehenden Band. Mit großer Freude kann man als Hörer die Markenzeichen der einzelnen Mitglieder herausstellen, beispielsweise wenn sich in den Nummern der Gründungsmitglieder Weikath und Großkopf der Geist der frühen Platten wiederfindet. Klar, revolutionäre Klänge darf man bei einer Band, die so dick im Geschäft ist wie HELLOWEEN nach so vielen erfolgreichen Jahren nicht erwarten. Aber wozu auch?

Dem einen oder anderen mag vielleicht der höhere Anteil fröhlicher Melodien auf „Straight Out Of Hell“ nicht behagen, doch schließlich stehen „The Dark Ride“ und „Gambling In The Devil“ ja nach wie vor in den Regalen. Und so zuckersüß wie eine „Rabbit Don’t Come Easy“ wird „Straight Out Of Hell“ glücklicherweise zu keiner Minute, das gäben auch die sehr anregenden Texte nicht her. Nicht nur der vierte Platz in den deutschen Albumcharts – die beste Platzierung aller Zeiten für HELLOWEEN – zeigt, dass das System der Band funktioniert. Doch auch unabhängig vom kommerziellen Erfolg ist „Straight Out Of Hell“ ein gnadenlos gutes Album geworden und reiht sich nahtlos in die großen Meilensteine der jüngeren Bandgeschichte ein.

Bewertung: 9 / 10

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