CD-Review: Hellyeah - Blood For Blood

Besetzung

Chad Gray – Gesang
Christian Brady – Gitarre
Tom Maxwell - Gitarre
Kyle Sanders – Bass
Vinnie Paul – Schlagzeug

Tracklist

01. Sangre Por Sangre (Blood For Blood)
02. Demons In The Dirt
03. Soul Killer
04. Moth
05. Cross To Bier (Cradle Of Bones)
06. DMF
07. Gift
08. Hush
09. Say When
10. Black December


Nachdem der tragische Bühnentod von Dimebag Darrell 2004 das endgültige Ende von Damageplan besiegelte, dauerte es zwei Jahre, bis sein Bruder und Bandkollege Vinnie Paul wieder ins Rampenlicht trat: HELLYEAH waren geboren. Mittlerweile umfasst die Diskographie der Texaner drei Alben, die – man kann es nicht anders sagen – allesamt eher kritisch rezipiert wurden. Nicht zuletzt, weil viele Fans sich von der Formation zunächst eine Reinkarnation von Pantera oder zumindest Damageplan erwartet hatten.

Doch auch wenn schnell klar war, dass HELLYEAH nicht in die Fußstapfen dieser Bands zu treten versuchten, gibt es auch heute noch Fans, die der Truppe dies zum Vorwurf machen – und ihr gar nicht erst die Chance lassen, als eigenständige Band zu punkten. Doch selbst wenn man an die Texaner diesbezüglich vorurteilsfrei herangeht, steht man bisweilen vor einem Problem. Denn Eigenständigkeit ist wahrlich nicht die Stärke dieser Formation.

Statt dessen liefern HELLYEAH auch auf ihrem vierten Album relativ generischen US-Metal: Von radiotauglichen, eher melodisch ausgerichteten Songs wie „Moth“ bis hin zu pumpenden Testosteron-Riffs („DMF“) ist hier alles vertreten. Dabei bleiben HELLYEAH im Hinblick auf Bands wie Five Finger Death Punch oder auch Stone Sour über weite Strecken jedoch vergleichsweise blass: Was man zu hören bekommt, ist stets solide – das Erwartbare übertreffen HELLYEAH aber nur selten.

Einige der wenigen Ausnahmen stellt auf „Blood For Blood“ die eingängige Groove-Metal-Nummer „Hush“ dar, die mit einer gelungenen Kombination aus eingängiger Melodieführung und markig-stampfendem Rhythmus zu begeistern weiß. Die Ernüchterung folgt jedoch auf den Fuß: Mit „Say When“ schießen sich HELLYEAH beim Versuch, auch mal brutal zu Werke zu gehen, direkt im Anschluss ordentlich ins Knie. Mit einer Kalaschnikow. Auf Dauerfeuer. Die stumpfe Gewalt-Orgie bleibt jedoch zum Glück ein Ausreißer: „Black December“ schlägt wieder deutlich gefühlvollere Töne an und stimmt so zum Albumabschluss versöhnlich.

HELLYEAH liefern mit „Blood For Blood“ ein Album ab, wie es für US-Metal kaum typischer sein könnte: Mit eingängigen Melodien und stampfenden Grooves weiß das Album ebenso gut zu gefallen wie darüber hinwegzutäuschen, dass man echte Emotionen oder einzigartige Momente hier vergeblich suchen wird. Kein Album mit Tiefgang, als leichte Unterhaltung aber durchaus geeignet.

Bewertung: 7 / 10

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