CD-Review: Make Them Die Slowly - Ferox

Mai 2020

Besetzung

The Void – Gesang
Mick Kenney – Gitarre
Besetzung ansonsten unbekannt

Tracklist

01. Profonde Tenebre
02. Murder Night
03. Demoni
04. Pieces
05. The Mutilator
06. Of Jackal And Demon Born
07. The Bastards Have Landed
08. The Nights Of Terror
09. Eaten Alive!
10. Murder Night (The Final Girl)


Mick Kenney gehört in die Sparte der Musiker, denen die Inspiration nie auszugehen scheint: In Kürze soll das zwölfte Album seiner Hauptband Anaal Nathrakh in 20 Jahren erscheinen, nebenbei hat er mehrere Projekte, etwa Born To Murder The World mit Shane Embury (Napalm Death) und Duncan „Drunk“ Wilkins (Fukpig). Nun ist wie aus dem Nichts ein neues Projekt von ihm aufgetaucht: MAKE THEM DIE SLOWLY.

Während um die Bandbesetzung insgesamt ein Geheimnis gemacht wird und die Beteiligten auf den Bandfotos allesamt maskiert sind, ist zumindest das Mitwirken von Kenney unüberhörbar. Denn wenn man ehrlich ist, könnte „Ferox“ – so der Titel des vorerst ausschließlich digital erschienenen Debüts – über weite Strecken auch das geleakte neue Album von Anaal Nathrakh sein.

Vom Songwriting über die Riffs bis hin zum Sound und der Art, wie Effekte eingesetzt werden – wer Anaal Nathrakh mag, wird sich bei MAKE THEM DIE SLOWLY schnell zuhause fühlen. Die Parallele geht so weit, dass man sich tatsächlich immer wieder dabei ertappt, einen Gesangseinsatz von Dave Hunt alias V.I.T.R.I.O.L. zu erwarten – der dann ein bisschen fehlt („Murder Night“).

Doch MAKE THEM DIE SLOWLY haben dem durchaus etwas entgegenzusetzen: Sänger The Void überzeugt mit extremstem Schreigesang – die Vermutung, es könnte sich hier um besagten Drunk von den Crust-Punkern Fukpig handeln (die mit Anaal Nathrakhs Liveband weitestgehend identisch sind), wirkt mehr als plausibel. Doch wie dem auch sei: Der Crust-Punk-Einschlag ist in Songs wie „The Bastards Have Landed“ oder „Eaten Alive!“ jedenfalls nicht zu leugnen. Wo es etwas Zärtlichkeit bedarf, scheuen sich MAKE THEM DIE SLOWLY auf der anderen Seite nicht davor, auch mal durch Frauengesang für zusätzliche Melodik zu sorgen („The Jackal And Demon Born“).

Was die Kompositionen selbst angeht, gelingt es Mick Kenny mit MAKE THEM DIE SLOWLY ähnlich elegant wie mit Anaal Nathrakh, extreme Sounds mit eingängigen Melodien zu paaren: So brachial und wild „Ferox“ auch klingt – stumpf ist das Album zu keiner Zeit.

Warum genau Mick Kenny mit MAKE THEM DIE SLOWLY ein Projekt startet, das eigentlich genauso klingt wie seine Hauptband, bleibt offen. Vielleicht ist er einfach produktiver, als es eine Band verträgt – schließlich wäre wohl kein Label davon begeistert, zwei Anaal-Nathrakh-Alben im selben Jahr zu veröffentlichen. So ist für dieses Problem jedenfalls eine gute Lösung gefunden: Wem alle zwei Jahre ein Anaal-Nathrakh-Album reicht, kann bei diesen bleiben – für alle anderen gibt es MAKE THEM DIE SLOWLY.

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Bewertung: 8.5 / 10

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