Review Samael – Reign Of Light

Es war einmal anno 1990, da kamen ein paar lustige Schweizer an und spielten sich mit „Worship Him“ in die schwarzen Herzen der Black Metal Gemeinschaft. 14 Jahre danach erkennt man SAMAEL nicht wieder, denn die sind zu einer Band herangereift, die nicht auf der Stelle tritt und immer wieder für Überraschungen sorgt – die heutige trägt den Namen „Reign Of Light“.

Engstirnige Metalheads, die einfach keinen Sinn für die Vermischung mit anderen Stilrichtungen haben, werden schon bei „Moongate“, dem ersten Titel, die CD in die Ecke feuern. Aber lasst euch bitte nicht täuschen, Musik entwickelt sich immer weiter sonst würden wir heutzutage sicher immer noch mit den Knochen unserer Ahnen gegen Felswände hauen. Doch um dem Thema etwas entgegenzukommen, man braucht für „Reign Of Light“ schon ein paar Anläufe – aber danach schmiert man sich Kleber an die Hände, damit das Album nie wieder wegkommt.
Bei SAMAEL’s neuestem Output handelt es sich also viel mehr um „Alternative Metal“ – Black sowie Death Metal Riffs treffen auf elektronische Spielereien die mit orientalischen Klängen dann noch gewürzt werden. Der Clou ist jedoch die Schlagzeug-/Percussionarbeit. Xytras, der besonders live beim Schlagzeug spielen in seinem Element ist, glänzt mit extrem rhythmischen Drumming. Spätestens aber wenn die Breakbeats und der geniale Gesang von Vorph einsetzen, kann man sich kaum noch halten und möchte, wenn auch recht langsam, mitbangen.
So gesehen ist dieses Album nicht unbedingt Metal, aber muss Non-Metal gleich schlecht sein? Keineswegs!Alle elf Songs sind ziemlich tanzflächentauglich und live waren SAMAEL schon immer eine absolute Attraktion. Das Songwriting ist einfach grandios, die elf Stücke werden niemals langweilig, da man immer wieder neue Facetten in den Songstrukturen erkennt.

Anspieltipps sind „High Above“, „On Earth“ und „As The Sun“ die allesamt eingängige Melodien haben, eine Atmosphäre die vor Gefühlen, sei es nun Hass oder Liebe, nur so strotzt und allesamt vor Abwechslung regelrecht platzen.
Die Produktion ist mit eine der besten aus den letzten Jahren – halb bombastisch, halb dreckig-groovig; es passt halt perfekt. Einzig der Mangel an Tempo-Wechsel kommt „Reign Of Light“ nicht zu Gute, aber ein Highlight des Jahres 2004 bleibt dieses Album dennoch.

Wertung: 8 / 10

Geschrieben am 5. April 2013 von Metal1.info

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert