CD-Review: Pain - Psalms Of Extinction

Besetzung

Peter Tägtgren – One Man Army

Gastmusiker:
Alexi Laiho – Gitarre (Children Of Bodom, “Just Think Again”)
Mikkey Dee – Schlagzeug (Motörhead, “Zombie Slam”)
Peter Iwers – Bass (In Flames, zwei Songs)

Tracklist

01. Save Your Prayers
02. Nailed To The Ground
03. Zombie Slam
04. Pslams Of Extinction
05. Clouds Of Ecstasy
06. Play Dead (Björk-Cover)
07. Does It Really Matter
08. Computer God
09. Just Think Again
10. Walking On Glass
11. Bottle’s Nest
12. Bitch


Warum auch immer sind PAIN, mehr oder weniger das Soloprojekt von Hypocrisy-Mastermind Peter Tägtgren, noch nie wirklich zum großen Durchbruch gelangt. Dies könnte sich schnell ändern, unterschrieb doch Tägtgren Anfang 2007 mit PAIN einen Plattendeal im renommierten Hause Roadrunner Records, wo das Labeldebüt „Psalms Of Extinction“ im Mai 2007 dann das Licht der Welt erblicken soll. Drei Jahre zuvor wurde der Bekanntheitsgrad der Band durch den Release von „Dancing With The Dead“, unter anderem mit dem großen „Same Old Song“, schon etwas gesteigert. Auch eine Live-DVD namens „Live Is Overrated“ ist im Handel erhältlich.

Auf „Psalms Of Extinction“ erwartet den Fan ein bunter Mix aus Industrial Rock/Metal und poppiger Rockmucke. Im Interview mit Metal1.info sagte Peter Tägtgren, dass PAIN für ihn die ideale Gelegenheit ist, Melodien und Strukturen zu verwerten, die ihm gerade in den Sinn kommen, nach denen ihm gerade ist. Die genaue Musikrichtung ist nicht ganz einfach zu beschreiben. Für Industrial Metal sind viele Stücke einfach eine Spur zu poppig, für New Metal klingt das einfach zu vielseitig. Eben diese Vielseitig begleitet das ganze Album. Jeder Song hat seine eigene Natur und einen hohen Wiedererkennungswert, wenn man sich die zwölf neuen Stücke erst einmal verinnerlicht hat. Auch der Gesang variiert vielschichtig, was am deutlichsten beim dritten Titel, „Zombie Slam“, auffällt. Hier bedient nicht nur Drumming-Urgestein Mikkey Dee von Motörhead das Schlagzeug, hier singt Peter Tägtgren „Rebirth (2000)“-artig und lässt ein wenig an die Kollegen von The 69 Eyes erinnern. Ganz anders dann beim Titelsong. Hier wurden verschiedene Melodien verpackt, Dramatik trifft auf donnernden Groove. Kurzum: PAIN at its best! Wer sich den Streifen „The Young Americans“ ansah, wird beim sechsten Song sicher denken „Nanu? Das kommt mir doch bekannt vor?!“ – richtig. Björks Kollaboration mit David Arnold wurde hier gecovert und hört sich deutlich besser an! Mit „Just Think Again“ hören wir den vielleicht ergreifendsten Song, der jemals Tägtgrens Geiste entsprungen ist. Ein Epos! Als Gast an der Gitarre haben wir einen der besten Axemen der jungen Generation: Alexi Laiho von den Bodomskindern steuert hier das Solo ab der Mitte zu. In einem Interview verriet Mr. PAIN, dass er Alexi schon länger kennt und ihn gefragt hat, weil er sowas selbst einfach nicht spielen könne. Eine sympathische Anerkennung in Richtung des Finnen. Wer auf dramatische, emotionsgeladene Epen steht, muss sich diese Nummer zu Gemüte führen. Dieser Art ist es das Beste, was lange zu hören war.

Richtig coole Gute-Laune-Musi erstrahlt dann unter dem Namen „Bottle’s Nest“. Ein Song der vom Alkohol handelt und dabei einen erstaunlich coolen, durchdachten Text hat, mit dem sich bestimmt jeder schon mal identifizieren konnte. „It’s a constant battle – and the bottle always wins“. Nicht nur die fetzigen Keyboard- und Gitarrenmelodien liefern hier großen Spaß, es ist wie gesagt auch der Text, bei dem man zum Schmunzeln gebracht wird. Textlich ist dieses Album im Ganzen sehr interessant. So findet man Lyrik vom Aussterben der Menschheit, über den verfluchten Alkohol bis hin zur zunehmenden Einwirkung der Computer-Technik auf den Anwender.

Insgesamt liefert Peter Tägtgren auf „Psalms Of Extinction“ ein weit mehr als nur solides Album ab. Das bis dato beste PAIN-Album wurde geschaffen und vom Langzeit-Faktor her kann sich die eine oder andere Hypocrisy-Scheibe davon eine CD abschneiden. Viele bärenstarke Ohrwurm-Nummern für gutes Wetter, aber auch gegenteilige Stimmung wird durch Songs wie „Play Dead“ oder „Just Think Again“ hervorragend bedient. Wer im ewigen Metal-Konsum zwischendurch gerne rockiges Ausweich-Programm braucht, sollte an diesem Werk große Freude haben.

Bewertung: 8.5 / 10

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