CD-Review: Sepultura - Quadra

Besetzung

Derrick Green – Gesang
Andreas Kisser – Gitarre
Paulo Jr. – Bass
Eloy Casagrande – Schlagzeug

Tracklist

01. Isolation
02. Means To An End
03. Last Time
04. Capital Enslavement
05. Ali
06. Raging Void
07. Guardians Of Earth
08. The Pentagram
09. Autem
10. Quadra
11. Agony Of Defeat
12. Fear; Pain; Chaos; Suffering


Auf acht SEPULTURA-Alben haben sich Andreas Kisser, Paulo Jr. und Derrick Green (mit welchselnden Schlagzeugern) nunmehr verschiedentlich ausprobiert, häuslich eingerichtet aber nirgends. Mit „Machine Messiah“ veröffentlichten SEPULTURA zuletzt dann doch eine (nicht nur im Artwork erkennbare) Reminiszenz an den Klassiker „Arise“ – wird „Quadra“ nun also das „Chaos A.D.“ der Post-Cavalera-Ära?

Nein. Denn auch 2020 klingen SEPULTURA wieder einmal anders, als man sie bislang kannte. Und wenn das auch auf eine Art erfrischend ist, wirkt es bei einer Band mit einer so langen Geschichte dann doch auch befremdlich, dass sie nach wie vor keinen individuellen, unverkennbaren Stil hat.

Was für SEPULTURA als Band vielleicht noch verzeihlich ist, stellt für „Quadra“ ein Problem dar: Hier wollen die Brasilianer in zwölf Songs und gut 50 Minuten verdammt viel – sorgen damit aber neben großem Abwechslungsreichtum auch für einen ziemlich kruden Stilmix: Neben straightem Thrash („Means To An End“) und den fast schuldbewusst in „Capital Enslavement“ untergebrachten Tribal-Elementen überrascht „Quadra“ immer wieder mit symphonischen Elementen und Chören (z. B. „Isolation“, „Last Time“). Dass sich dann auch noch ausgerechnet der Titeltrack als 47-sekündiges, unmotiviert-abgehackt endendes Instrumental entpuppt, überrascht dabei nach rund 40 Minuten auch nicht weiter.

Die knackigen Riffs, die SEPULTURA ohne Frage zu schreiben in der Lage sind (wie die härteren Nummern ohne weiteres beweisen) wirken in diesem musikalischen Sammelsurium fast etwas verloren. „Agony Of Defeat“ ist dafür ein gutes Beispiel: Zerrissen zwischen pathetischen Chören, brutalem Drumming, eingestreuten Riffs und Greens Geschrei ist bis zum Ende nicht ganz klar, wo SEPULTURA die Nummer atmosphärisch haben wollen. „Fear; Pain; Chaos; Suffering“ treibt das mit noch dominanteren Chören und ausladenden Soli im starken Kontrast zu wuchtigem Riffing noch weiter, funktioniert dabei aber als Song besser, da SEPULTURA hier nicht einmal vorgeben, Thrash Metal zu spielen.

Stolze 22 Jahre musizieren Andreas Kisser und Paulo Jr. nun mit Derrick Green – doppelt so lang also wie zuvor mit Max Cavalera. Und doch wirken die ständigen Stilwechsel – von Groove Metal („Roorback“) bis zu Grindcore („A-Lex“) und wieder zurück zum Thrash („Kairos“) – bei SEPULTURA eher wie eine Genre-Odyssee denn wie überbordende Kreativität. Diese ist auch mit „Quadra“ nicht zu Ende – einem Album, das einerseits spannend und vielseitig ist, bisweilen aber auch so bunt zusammengewürfelt wirkt,  dass man den roten Faden schnell mal aus den Augen verliert.

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