CD-Review: Vader - Litany

Besetzung

Peter – Gitarre, Gesang
Mauser – Gitarre
Shambo – Bass
Doc – Schlagzeug

Tracklist

01. Wings
02. The One Made Of Dreams
03. Xeper
04. Litany
05. Cold Demons
06. The Calling
07. North
08. Forwards To Die!!!
09. A World Of Hurt
10. The World Made Flesh
11. The Final Massacre


Vader, das polnische Death Metal-Flagschiff, hat mit „Litany“ wieder mal erbarmungslos zugeschlagen und sich mit diesem Album auch international endgültig etabliert. Zwar galten sie schon immer als hoffnungsvolle Todesbleier, jedoch mussten sie sich von Platte zu Platte hocharbeiten und gelten mittlerweile als eine der besten europäischen Death Metal-Institutionen. Die Band um Mastermind Peter hat es wieder mal kurz gehalten und gerade mal eine halbe Stunde auf CD brennen lassen. Diese ist jedoch so intensiv und brachial, dass man viel mehr auch nicht aushält und dann eh die Aufmerksamkeit schwindet.

“Wings“ eröffnet die CD und überrascht eigentlich recht wenig. Die Marschrichtung ist die gleiche geblieben. Straighter, prügelnder, manchmal groovender Death Metal der einfach nur zum Headbangen einlädt. Was jedoch auffällt ist die Bassdrum, die leider viel zu sehr im Vordergrund steht und sich eher wie ein Technobeat anhört, was ich auch schon von anderen Leuten gehört habe. „The One Made Of Dreams“ beginnt mit einem slayeresken Kreischsolo und rockt, wie nicht anders zu erwarten, ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne los . Über alle dem thront natürlich Peters aggressiver Gesang, der trotz des hörbaren polnischen Akzents sehr gut verständlich ist. Das nachfolgende „Xeper“ ist mein Lieblingsstück des Albums, da es auch durch ruhige Momente überraschen kann und Docs Double Bass-Spiel alles niederwalzt was nicht niet- und nagelfest ist. Außerdem ist es mit vier Minuten der zweitlängste Song der Platte und kann im Gegensatz zu einigen anderen Liedern auch für sich alleine stehen.

Über den Titeltrack gibt es nicht sonderlich viel zu berichten, es ist halt typisch Vader und damit sollte jeder wissen, was gemeint ist. Von „Cold Demons“ ist im Mediateil der CD ein Videoclip zu finden, und das nicht zu Unrecht. Der Song, inklusive Panzerschüssen und Angriffskommandos wird so lässig runtergeschrubbt, dass mir einfach nur ein Wort einfällt: scheißcool. Anders lässt sich das Lied nicht beschreiben, ein Rübenschüttler erster Kajüte. Obwohl „The Calling“ nach einem solchen Song eigentlich nur verlieren kann lässt sich objektiv betrachtet feststellen, dass es sich hierbei um einen der abwechslungsreichsten Tracks der Platte handelt und die Band alle ihre Stärken gekonnt ausspielt. Sowohl ‘North’ als auch „Forwards To Die!!!“ und „A World Of Hurt“ sind allesamt nicht mal zwei Minuten lang. Wer hier straighte, rasende Riffs und prügelnde Drums erwartet liegt vollkommen richtig. Hier gibt’s im Sekundentakt etwas auf die Zwölf, doch das wünscht man sich bei Vader auch nicht anders. Sicherlich keine innovativen oder wegweisenden Meilensteine – aber effektiv, und etwas anderes will man von den Polen auch nicht hören.

“The World Made Flesh“ und „The Final Massacre“ beenden diese Scheibe und stechen demzufolge auch etwas aus dem anderen Songmaterial heraus. Bei ersterem handelt es sich um ein hammerhartes Death Metal-Geschoss, das wohl jeden Metaller zur Ekstase bangen lassen müsste, denn hier werden Abwechslung und teilweise sogar Melodie (in den Soli) großgeschrieben. „The Final Massacre“ ist ein alter Song, der lediglich in ein modernes Soundgewand gesteckt wurde. Und das nicht zu Unrecht, da es sich um ein ausgezeichnetes Lied handelt und die Band hier sogar Midtempo-Parts eingebaut hat, was bis dato nicht sehr oft bis gar nicht bei Vader zu hören war.

“Litany“ ist ein gutes Album geworden, das alle Vorzüge von Vader zeigt, allerdings nicht überbewertet werden oder als wegweisend gesehen werden sollte. Als ganzes funktioniert die CD sehr gut, einzeln kann aber nur ca. die Hälfte der Song wirklich überzeugen, aber das war auch schon bei „Reign In Blood“ nicht anders. Was mich auch etwas nervt ist die stark übersteuerte Bassdrum, die so dominant aus den Boxen donnert, dass manche Feinheiten im Gitarrenbereich etwas untergehen. Das hätten die Jungs sicherlich besser hingekriegen können. Wer Vader mag kann sich „Litany“ ohne Bedenken zulegen, wer jedoch in die Band reinhören will, sollte dem Nachfolger „Revelations“ Vorrang gewähren.

Bewertung: 7.5 / 10

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